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Gemeinderat sagt Ja zu einer Ausschreibung für Abfallentsorgung

Mettlach sucht nach Dienstleistern : Mülltonnen werden weiter alle 14 Tage geleert

Mettlacher Gemeinderat brachte europaweite Ausschreibung für die Abfallentsorgung auf den Weg.

Es bleibt bei einer 14-tägigen Leerung der Restmülltonnen. Das hat die Mehrheit des Mettlacher Gemeinderates in seiner Sitzung am Mittwochabend beschlossen. Zudem hat das Gremium einen Katalog erstellt, in dem aufgelistet ist, welche Abfälle und Wertstoffe im Rückkonsum-Zentrum abgegeben werden können. Über neun Punkte hatten die Fraktionen abzustimmen, um die europaweite Ausschreibung auf den Weg zu bringen. Gesucht werden Dienstleister, die Abfälle entsorgen, und solche, die den Betrieb eines Wertstoffhofes übernehmen. Als Grund für den Schritt nannte Bürgermeister Daniel Kiefer das Auslaufen der Verträge mit dem Unternehmen, das die Abfälle entsorgt, und der Firma Walter. In deren Räumen in der Britter Straße ist der Wertstoffhof untergebracht, der als Rückkonsum-Zentrum in Form einer Superdreckskescht nach luxemburgischem Vorbild betrieben wird. Zwar gelten die Überkommen, die um zwei Jahre verlängert wurden, nach den Worten von Kiefer bis zum 31. Dezember kommenden Jahres. Dennoch sei es notwendig, die Ausschreibung noch in diesem Jahr auf den Weg zu bringen. Als einen Grund nannte er die europaweite Ausschreibung. Auch rechne er mit langen Rüstzeiten, bedingt auch durch die Unwägbarkeiten, die mit der Corona-Krise einhergingen. Als Beispiele nannte er Lieferzeiten für Fahrzeuge und Anbaugeräte. „2010 hatte sich der Gemeinderat entschlossen, die Müllentsorgung in Eigenregie durchzuführen. 2013 ist die Abfallentsorgung gestartet“, sagte er. Jetzt gelte es, diesen Weg weiter zu gehen.

Vieles, was seit sieben Jahren gilt, soll Bestand haben – etwa die Verlängerung des Mietvertrages mit der Firma Walter. So werden die Bürger auch künftig das Gebäude der Familie Walter als Wertstoffhof nutzen. Wie bisher wird der Restmüll verwogen und alle 14 Tage abgefahren. Gleiches gelte für die blauen Tonnen für Altpapier und die Biotonnen. Zuvor hatten Joachim Badelt, Fraktionssprecher der Freien Wähler Mettlach (FBM) und sein Fraktionskollege Ottmar Hell für eine vierwöchige Leerung geworben – der Umwelt zuliebe. Dies würde die C02-Belastung verringern und den Bürgern Gebühren sparen. Nach den Worten von CDU-Fraktionschef Michael Thieser sei die Ersparnis von zwei bis drei Euro pro Jahr zu gering, „um auf diesen Komfort zu verzichten. SPD-Fraktionschef Uwe François verwies auf die Familien mit Kleinkindern und pflegebedürftigen Senioren. Es fallen nach seinen Worten jede Menge Windeln an, die entsorgt werden müssten. Ein Abtransport alle vier Wochen sei sehr ungünstig.

„Ich bin hin- und hergerissen“, sagte Grünen-Sprecher Georg Dillschneider. Der Aspekt, durch weniger Verkehr die CO2-Belastung zu reduzieren, sei nicht von der Hand zu weisen. Aber als Schulleiter habe er schon bei einer 14-tägigen Leerung etliche Mülltonnen zu versorgen. Bei einer vierwöchigen Entsorgung würden sich viel mehr Tonnen aneinanderreihen.

 Nein sagte auch die Mehrheit des Rates zu dem Vorstoß von Ottmar Hell, die Depotcontainer für Altpapier abzuschaffen und nur noch die blauen Tonnen zuzulassen – ebenfalls der Umwelt zuliebe. Mit den blauen Tonnen verdient die Gemeinde nach Ansicht von Joachim Badelt Geld – eine Meinung, der Michael Thieser widerspricht. Es werde kaum Geld damit verdient.

Auf die Container zu verzichten, nannte er einen Komfortverlust. Festgehalten wird nach dem Willen der Mehrheit auch am Sperrmüll auf Abruf, der einmal pro Jahr für jeden Haushalt kostenlos ist. Und noch eines soll gleich bleiben: die Laufzeit der Verträge. Sechseinhalb Jahre sollen sie währen – mit Verlängerungsoptionen um zweimal jeweils ein Jahr. Neu dagegen ist der Verzicht auf Schwerkraftschlösser. Waren sie bislang Standard, so werden sie künftig nur auf Antrag und gegen Gebühr in die neuen Restmülltonnen eingebaut werden. FDP-Fraktionschef Reinhard Halberstadt hätte diese gerne beibehalten wie er sagte. Damit sei gesichert, dass nur der Besitzer der Tonne sie befüllen könne und sonst niemand. „Gesetze ändern sich und Vorschriften auch“, konterte Badelt. Man müsse auch Vertrauen in die Nachbarschaft haben und ein wenig Risiko tragen. „Viele Leute stellen ihre Tonne in die Garage oder hinters Haus“, ergänzte Thieser. Auf diese Weise könne so schnell niemand Fremdes drankommen.