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Frühwarnsysteme für Belastungen von Handwerkern

Orscholz : Handwerker sollen vor Belastungen gewarnt werden

Spezialisten des Rehazentrums Saarschleife erproben Hightech, um Verletzungen und Betriebsunfälle zu verhindern.

Ein neues Monitoring-Projekt soll berufsbedingten Erkrankungen im Handwerk entgegenwirken. Häufig werden Krankheiten durch einseitige Belastungen oder Fehlhaltungen verursacht.

Gerade Bandscheibenvorfälle, Knieprobleme oder Schulterverletzungen finden sich häufig bei Handwerkern, erklärt der Therapeut Carlo Kirsch des Labors für medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation (MBOR) der Johannesbad-Fachklinik Saarschleife. Mittels Sensoren, die sich in Kleidung, Gürtel und Schuhsohlen von Handwerkern einarbeiten lassen, sollen Krankheitsursachen rechtzeitig erkannt werden, um körperliche Schäden zu begrenzen.

Derzeit wird das Projekt, das sich „BauPrevent“ nennt, im Labor der Johannesbad-Fachklinik getestet, wie Kirsch verrät. Grundsätzlich soll ein Warnsystem bei Fehlhaltungen oder besonders fordernden Arbeiten Alarm schlagen. Damit die Handwerker direkt darauf reagieren können.

Ziel ist es, dass Handwerksbetriebe anonymisiert die Daten ihrer Mitarbeiter auswerten können, um hierüber die körperlichen Anforderungen im Arbeitsalltag zu erkennen und beheben zu können. Mit diesem Verfahren sollen Verletzungen und Betriebsunfälle reduziert werden. Ein weiterer Vorteil dieses Monitorsystems liegt in der Rehabilitation, heißt es weiter. „In der Reha können wir Bewegungsabläufe therapiebegleitend genau messen und dokumentieren“, sagt Rolf-Dieter Mayer, Chefarzt und ärztlicher Leiter der Johannesbad-Fachklinik Saarschleife. „Angesichts der demografischen Entwicklung und des Fachkräftemangels ist die berufliche Rehabilitation ein wesentliches Standbein für unsere Gesellschaft“, führt Mayer weiter aus. Unterstützt wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und von der Europäischen Sozialförderung.

Nach der noch laufenden Erprobungsphase im Labor sollen die Sensoren in realen Arbeitssituationen getestet und eine abschließende Studie verfasst werden. Erst danach soll die neue Technik in den Arbeitsalltag Einzug halten.