Freie Bürger Mettlach fürchten bald höhere Windräder auf dem Kewelsberg

Tünsdorf : Freie Bürger befürchten höhere Windräder

Die Anlagen im Windpark Kewelsberg sollen erneuert werden. Dabei sollen höhere Windräder zum Einsatz kommen.

Nach Einschätzung der Freien Bürger Mettlach (FBM) könnte es sein, dass sich bald noch höhere Windräder im Windpark Wehingen/Tünsdorf drehen könnten – und zwar im Zuge eines Austauschs der bisherigen, rund 15 Jahre alten Anlagen, dem so genannten Repowering.

FBM-Fraktionssprecher Joachim Badelt erklärt gegenüber unserer Redaktion: „Wir hatten schon im Vorfeld der jüngsten Gemeinderatssitzung aus verschiedenen Quellen erfahren, dass geplant sei, im Zuge eines Repowering zirka 200 Meter hohe Windkraftanlagen auf dem Kewelsberg bei Wehingen/Tünsdorf zu errichten.“ Darum habe die FBM in der letzten Sitzung des Gemeinderats Mettlach den Mettlacher Bürgermeister Daniel Kiefer um Auskunft gebeten über ein Repowering im Windpark Wehingen/Tünsdorf. Badelt: „So wurden Fragen zu einer möglichen Kündigung des Durchführungsvertrages zwischen Gemeinde und dem Windkraftbetreiber Energiequelle gestellt. Auch wurde von der FBM gefragt, ob von der Energiequelle oder von Bürgermeister Kiefer ein Repowering des Windparks in Erwägung gezogen wird. Zuletzt wurde von der FBM nachgefragt, ob in jüngerer Vergangenheit Gespräche mit dem Vorhabenträger über die künftige Entwicklung des Windparks Wehingen stattgefunden hätten.“ Die Fragen der FBM seien vom Bürgermeister nur insoweit im öffentlichen Teil der Sitzung beantwortet, wie dies nach Kiefers Worten „bei Berücksichtigung der berechtigten Interessen des Vertragspartners vertretbar“ sei. Badelt berwertet dies so: „Leider konnte der Bürgermeister unsere Informationen nicht dementieren oder unsere Befürchtungen hinsichtlich neuer höherer Windkraftanlagen entkräften.“

Derzeit stehen auf dem Kewelsberg neun Windkraftanlagen mit einer Höhe von etwa 120 Metern, die von dem Unternehmen Energiequelle GmbH betrieben werden. Fünf weitere Anlagen von anderen Windkraftbetreibern befinden sich in unmittelbarer Nähe zum Windpark Wehingen, allerdings auf Perler Gebiet. Es handele sich also um 14 Windkraftanlagen, die westlich von Wehingen und Tünsdorf errichtet seien.

Auf der Internetseite des Betreibers Energiequelle GmbH werden nach Darstellung von Badelt die Vorzüge des Repowerings angepriesen. So heiße es dort: „Damit sorgen wir für die nachhaltige und beständig optimale Nutzung der eingesetzten Flächen.“ Durch die 200 Meter hohen Anlagen werde „auch die installierte und erzeugte Leistung erheblich gesteigert“. Badelt findet: „Offensichtlich steht der finanzielle Aspekt im Vordergrund.“ Denn der Betreiber erkläre weiter: „Vor allem wirtschaftlich ist ein Ersetzen der bestehenden Windenergieanlagen durch Anlagen der neuesten Generation sinnvoll.“

Joachim Badelt. Foto: Kirsch

Nach dem derzeit gültigen vorhabenbezogenen Bebauungsplan dürfen nur Anlagen bis zu einer maximalen Höhe von 125 Metern errichtet werden, erläutert Badelt. Diese Begrenzung könnte vom neu gewählten Gemeinderat allerdings auch wieder aufgehoben werden. Badelt mutmaßt: „Es scheint sich nun abzuzeichnen, dass nach Auslaufen der derzeitigen Pachtverträge die 125 Meter hohen Windkraftanlagen durch über 200 Meter hohe ersetzt werden.“ Der FBM-Fraktionsvorsitzende fordert: „Die Windkraftanlagen in der vorderen Reihe bei Tünsdorf und Wehingen müssen zurückgebaut werden und es dürfen auf keinen Fall höhere Windkraftanlagen als die derzeit 125 Meter hohen Anlagen auf dem Kewelsberg errichtet werden.“ Vor allem aber, so Badelt, müsse „der Gemeinderat, aber auch die betroffene Bevölkerung, vom Bürgermeister umgehend über alle Aktivitäten von Betreibern oder potenziellen Investoren informiert werden“. Es dürfe nicht sein, dass „hinter verschlossenen Türen vollendete Tatsachen geschaffen werden“. Vor 20 Jahren sei vom Gemeinderat mit den Stimmen von CDU und SPD der Windpark Kewelsberg beschlossen worden. „Es ist nun höchste Zeit zum Umdenken“, meint Badelt. Das bedeutet für ihn: „Keine neuen Windkraftanlagen auf dem Kewelsberg und Rückbau aller Anlagen, die näher als 1000 Meter an der Wohnbebauung stehen.“

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