| 19:32 Uhr

Fische mussten wegen Reinigung umziehen

Die Fische hatten wenig Platz zwischen den Algenfeldern. Fotos: SZ-Leserreporter
Die Fische hatten wenig Platz zwischen den Algenfeldern. Fotos: SZ-Leserreporter
Orscholz. Die Wasserpest, eine aus Amerika stammende Alge, hatte den Fischteich am Cloef-Atrium fest im Griff. Inzwischen wurde der Teich mit einem aufwendigen Verfahren gereinigt, die Fische mussten so lange in einen anderen Teich. Margit Stark

Wasserpest heißt die Pflanze, die sich wieder einmal auf dem Teich am Orscholzer Cloef-Atrium ausgebreitet hat - ein Ärgernis für die Verantwortlichen der Saarschleife-Touristik wie auch für Spaziergänger. Die Alge, in den 30er Jahren aus den USA eingeschleppt, wächst unter guten Bedingungen, bei klarem und nicht zu fischreichen Wasser bis zu 20 Zentimeter am Tag - ein Problem, das nach Worten von Matthias Hießerich, Geschäftsführer der Saarschleife-Touristik, viele Anrainer von Gewässern kennen.


Vergleich mit Klärgrube

Ein SZ-Leser verglich den Teich mit einer verschlammten Klärgrube, in dem die Fische nach Luft schnappen. Für den Tourismus werden aber Millionen von Euros ausgegeben, um alles schön zu gestalten - und dann dieses Dilemma." Dass die Fische nach seinem Bekunden nicht genug Sauerstoff erhalten, ist für den Kritiker ein klarer Verstoß gegen das Tierschutzgesetz . Das stellte Hießerich, Hausherr des Cloef-Atriums, auf SZ-Anfrage ganz klar in Abrede. "Die Fische kriegen genug Sauerstoff . Vor ein paar Jahren hatten wir schon einmal das Problem", sagt Hießerich. Mähen nutze da wenig. "Das Übel muss an der Wurzel gepackt werden", sagt er. "Auch ausreißen ist zwecklos." Um der ungiftigen Pflanze Herr zu werden, die die Wasserqualität nicht verschlechtert, wurde der ganze Teich abgepumpt, die Fische wurden gefangen und in den Teich unterhalb des Cloef-Atriums umgesetzt. Danach wurde die Folie vom Grund des Teiches entfernt und akribisch gereinigt - eine Prozedur, die auch in dem Gewässer unterhalb des Atriums wiederholt werde. "Dann haben wir drei bis vier Jahre Ruhe vor der Pflanze", hofft Hießerich. Als Gründe, warum diese Arbeit erst Mitte Juli erledigt worden sei, nennt der Geschäftführer des Saarschleife-Touristik: "Im Mai haben wir die Laichzeit der Frösche abgewartet", danach habe der Regen einen Strich durch die Rechnung gemacht.



Kritik am Geländer

Zudem kritisiert der Leser das Geländer um den Teich, das seiner Meinung nach unzureichend ist. Die Behauptung, dass schon mehrfach Kinder hinein gefallen sind, verneint Hießerich: "Davon weiß ich nichts." Die Untere Bauaufsicht des Landkreises habe nach seinen Worten beim Bau des Atriums diese Art Zaun genehmigt - mit nur einem Querbalken. Grund: "Das Wasser ist nur einen halben Meter tief." Zudem seien Eltern von Kleinkindern verpflichtet, auf ihren Nachwuchs aufzupassen und ihn nicht allein am Wasser spielen zu lassen. An dem unteren Weiher, der etwas tiefer sei, seien drei Querstege zur Sicherheit angebracht.

Die Alge wächst schnell.
Die Alge wächst schnell.