| 20:53 Uhr

Faha
Beim Ortsjubiläum waren alle auf den Beinen

Der Shanty-Chor sang ein Ständchen zum Dorf-Jubiläum.
Der Shanty-Chor sang ein Ständchen zum Dorf-Jubiläum. FOTO: Jutta Nürnberger
Faha. So einen Geburtstag feiert man nicht alle Tage. Stolze 1250 Jahre wurde Faha. Zwei Jahre wurde das Er- eignis geplant – und zum großen Fest passte alles.

() Selten gibt es Gelegenheit ein Jubiläum mit der Jahreszahl 1250 zu feiern. Und so hatte das Festkomitee „1250 Jahre Faha“ neben allen Bürgern des Dorfes und aus dem Umland auch zahlreiche Ehrengäste eingeladen. Es wurde tatsächlich eine angemessene Feier für „5/4 Jahrtausende“.


Dafür hatte man sich aber auch alle Mühe gegeben, um einen gebührenden Rahmen für die dreitägigen Festlichkeiten zu schaffen. Sogar ein eigenes Festbier war in Zusammenarbeit mit der Abteibrauerei Mettlach gebraut worden. Ein volles Programm mit vielen musikalischen und künstlerischen Darbietungen, eine Fotoausstellung über die letzten Jahrzehnte und viele Verweise auf die lange Geschichte Fahas vor allem in der üppigen und glänzenden Festschrift lockten viele Besucher an. „Zwei Jahre der Vorbereitung gingen der Feier voraus“, wie Ortsvorsteher Stefan Thielen schilderte, „aber insbesondere in den letzten sechs Wochen wurde alles besonders hektisch und noch an vielen Details gefeilt.“

Am Ende hat es sich aber gelohnt, denn nicht nur war der Festplatz um die Pfarrkirche St. Stephanus an den drei Festtagen durchgehend gefüllt: Auch fast alle der eingeladenen Gäste kamen, um dem kleinen Ort auf dem Saargau mit der langen Geschichte die gebührende Ehre zu erweisen. Schon die feierliche Eröffnung am Samstagabend geriet sehr kurzweilig, woran Moderatorin Marie-Elisabeth Denzer einen großen Anteil hatte und bewies, dass sie entgegen ihrer Aussage keineswegs moderationstechnisch eingerostet ist. Die kurzen und herzlichen Grußworte von Bürgermeister Daniel Kiefer, Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich und dem Staatssekretär im Umweltministerium, Roland Krämer, wurden vom Musikverein Hubertus 1910 Weiten stimmungsvoll eingerahmt.



Höhepunkt für viele Besucher war das abschließende Theaterstück „Wie Faha 768 zum Kloster Gorze kam“. Monika Bösen gab darin den Metzer Bischof Angilram, der mit der Schenkung von Faha einen Weg suchte, sich bei Karl dem Großen beliebt zu machen. Unterstützt von Heike Gerntke als erstem Pfarrer von Faha und von Beatrix Hein als Ritter Fredelaigus wurde am Ende des Stücks deutlich, dass Karl der Große ohne die Schenkung von Faha wohl nie Kaiser geworden wäre. Oder wie der Erzähler verschmitzt schloss: „Natürlich wissen wir nicht, ob es wirklich genauso gewesen ist. Aber wir wissen auf jeden Fall: Gut, dass es Faha gab, gibt und geben wird.“ Selbstverständlich wurde das gesamte Stück in Foher Platt oder wie es hieß „der Sprache Karls des Großen“ dargeboten. Bis spät in die Nacht heizte dann die Band Dauerbrenner bei der Foher Geburtstagsparty ein.

Der Sonntag startete mit einem Festgottesdienst, gestaltet vom Männergesangverein Weiten-Meurich. Der Verein ließ später genauso wie das Jugendorchester des Musikvereins Weiten auch auf dem Festplatz noch einige Stücke erschallen. Insgesamt zählte man mehr als 300 Mittagessen, wobei die Festgemeinschaft Weiten mit ihrem bekannten Flammkuchenstand eine Ergänzung zu den bekannten Gerichten bot. Beim Nachmittagsprogramm erfreute sich das ADAC-Sicherheitstraining bei den Kindern großer Beliebtheit, bei den Erwachsenen Kaffee und Kuchen der Landfrauen, die Fotoausstellung aus der Vergangenheit und die Hochwaldkelten mit ihrem Stand. Beim abendlichen Auftritt des Shantychors Freudenburg reichten dann die 400 Sitzplätze auf dem Platz nicht mehr aus und auch der Chor wurde durch die Stimmung angesteckt und ließ sich von Ortsvorsteher sogar zur nicht eingeübten Zugabe „Foher Wind“ überreden, in die der ganze Platz einstimmte. Abschluss war ein Feuerwerk, nach dem aber noch eifrig weiter gefeiert wurde.

Zwar wurde der Dämmerschoppen am Montag zu Beginn von einem leichten Regenschauer überrascht, aber mit Eintreffen des Schirmherrn, Ministerpräsident Tobias Hans, lachte wieder wie an den Vortagen die Sonne über Faha.

Der Landesvater ließ sich viel Zeit für die Gespräche mit den Besuchern und stand für manches Foto zur Verfügung, so etwa mit der Feuerwehr Faha, deren Jugendfeuerwehr einen Großteil des Kinderprogramms organisiert hatte. Sehr zufrieden und erleichtert zeigte sich das Organisationsteam im Rückblick auf das Fest. „Wir hatten eine Feier angekündigt, wie man sie selten erlebt, und ich glaube wir haben Wort gehalten, wie die vielen positiven Rückmeldungen im Nachgang bestätigen,“ bilanzierte Ortsvorsteher Stefan Thielen ein Fest, dass es nur alle 1250 Jahre gibt.

Begrüßung durch Ortsvorsteher Stefan Thielen.
Begrüßung durch Ortsvorsteher Stefan Thielen. FOTO: Jutta Nürnberger
Dicht an dicht drängten sich die Besucher beim Jubiläumsfest.  Foto: Jutta Nürnberger
Dicht an dicht drängten sich die Besucher beim Jubiläumsfest. Foto: Jutta Nürnberger FOTO: Jutta Nürnberger
Fröhliche Runde: Stefan Thielen (v. l.), Egon Häp, Jürgen Hein, Bernd Schmitt und Josef Temmes freuen sich über den Erfolg des Festes. Foto: Jutta Nürnberger
Fröhliche Runde: Stefan Thielen (v. l.), Egon Häp, Jürgen Hein, Bernd Schmitt und Josef Temmes freuen sich über den Erfolg des Festes. Foto: Jutta Nürnberger FOTO: Jutta Nürnberger
Nicht nur vom Fass gab es den Jubiläumstrunk, sondern auch in Flaschen, versehen mit dem Ortswappen.
Nicht nur vom Fass gab es den Jubiläumstrunk, sondern auch in Flaschen, versehen mit dem Ortswappen. FOTO: Jutta Nürnberger
Begeistert feierten die Gäste das Ortsjubiläum von Faha, das ein Fest der Generationen war und alle im Dorf mobilisiert hatte.
Begeistert feierten die Gäste das Ortsjubiläum von Faha, das ein Fest der Generationen war und alle im Dorf mobilisiert hatte. FOTO: Jutta Nürnberger
Stolz stellt sich das Team vom Essensstand zu einem Erinnerungsfoto mit Ministerpräsident Tobias Hans (Zweiter von links) und Ortsvorsteher Stefan Thielen (l.) auf: Sani Jacobs, Annemarie Thielen, Peter Kieren, Marion Follmann, und Ingeborg Bastuck.    
Stolz stellt sich das Team vom Essensstand zu einem Erinnerungsfoto mit Ministerpräsident Tobias Hans (Zweiter von links) und Ortsvorsteher Stefan Thielen (l.) auf: Sani Jacobs, Annemarie Thielen, Peter Kieren, Marion Follmann, und Ingeborg Bastuck.   FOTO: Jutta Nürnberger
Spielten die Geschichte von Faha nach: Beatrix Hein als Ritter Fredelaigus, Heike Gerntke als erster Pfarrer des Ortes und Monika Bösen als Bischof Angilram.
Spielten die Geschichte von Faha nach: Beatrix Hein als Ritter Fredelaigus, Heike Gerntke als erster Pfarrer des Ortes und Monika Bösen als Bischof Angilram. FOTO: Jutta Nürnberger