Entspannung vom Alltagsstress kann jeder lernen: Entspannung vom Alltagsstress für jeden

Entspannung vom Alltagsstress kann jeder lernen : Entspannung vom Alltagsstress für jeden

Als Rückzugsort für einen speziellen Yoga-Kurs diente das Europäische Zentrum für Meditation und Begegnung Neumühle bei Tünsdorf.

Junge Leute sitzen auf kleinen Holzbänken oder Kissen, die Beine sind im Schneidersitz verschränkt, während die Hände ruhig auf den Knien liegen. Es herrscht Stille.

Etwa 30 Teilnehmer sind in sich gekehrt und meditieren, denn deswegen sind sie hier: Im Sommer-Retreat (sinngemäß Sommer-Rückzug) sollen sie dem hektischen Alltag entfliehen, entschleunigen und zur Ruhe kommen.

Zum ersten Mal veranstaltet die Firma Sita ein Meditationsseminar für junge Erwachsene im Saarland. Als Rückzugsort hat man sich das Europäische Zentrum für Meditation und Begegnung Neumühle bei Tünsdorf ausgesucht. „Die Bedingung ist, dass wir einen Ort ohne Personal brauchen. In der Neumühle dürfen wir das Haus so benutzen, als wäre es unser eigenes, und das findet man in Deutschland nicht mehr oft“, erklärt Susanne Becker, die Hauptkoordinatorin des Programms.

Aber auch die Lage der Neumühle bot sich an: „Es ist idyllisch, man kann im See schwimmen und im Wald spazieren gehen“, schwärmt sie.

Die Neumühle liegt verschlafen an einem Hang und wurde vom katholischen Theologen und Meditationslehrer Willi Massa gegründet. 2001 verstarb der Gründer, doch die urchristlichen Wurzeln sind noch heute sichtbar, es hängen Kreuze in den Räumen und im Keller findet man eine große Kapelle.

Das Angebot richtet sich an junge Erwachsene im Alter von 18 bis 30 Jahren, das Durchschnittsalter liegt bei etwa 25, schätzt Susanne Becker.

Sie reisen aus ganz Europa an, rund die Hälfte kennt einander nicht. „Das ist dieses Jahr im Sommer besonders auffällig. Wir haben viele neue Teilnehmer und das ist total schön“, freut sich die Organisatorin.

Demnach ist es nicht verwunderlich, dass die Sprache des Seminars Englisch ist und dass sie gerade durch die sozialen Medien diese Vielzahl an Teilnehmern erreichen. Das Programm wird im Internet angekündigt, es werden jedoch auch Postkarten und Flyer in Universitäten oder Yoga-Studios ausgelegt.

„Eben da, wo wir denken, dass dort Menschen mit Interesse an Meditation sind“, sagt sie. Die beste Werbung machen aber die Teilnehmer selbst: „Der meiste Zuwachs kommt über Freunde und Mundpropaganda“, ergänzt Becker.

Die Idee zu dem Retreat stammt von Susanne Becker. Sie wollte jungen Leuten einen Raum und Ort geben, wo sie „einfach zu sich selber kommen und so sein können, wie sie sind.

Wo sie keinen Druck haben und einfach mal sie selbst sein können, ohne dass ihnen jemand vorschreibt, wie sie sein müssen“, erzählt sie.

Der Großteil der Teilnehmer komme aus einem Alltag, der anstrengend ist. „Anstrengend im Job, anstrengend im Studium, anstrengend in einer Beziehung oder zuhause.

Sie brauchen eine Auszeit. Und viele, die schon mal da waren, haben die Erfahrung gemacht, dass es ihnen gut tut.“ Unterstützt wird das Retreat seit Beginn an von Meditationslehrer Karl-Ludwig Leiter.

Mehr von Saarbrücker Zeitung