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ziegel
Entscheidung fällt im Frühherbst

Mettlach . Nach den Ferien wird der Mettlacher Gemeinderat über die Zukunft von Schloss Ziegelberg beraten.

Ein möglicher Verkauf von Schloss Ziegelberg wird nach der Sommerpause Thema im Mettlacher Gemeinderat. Das haben die Fraktionen in der Sitzung am Mittwoch auf einen Vorschlag der CDU-Fraktion einstimmig beschlossen. Zunächst soll aber der Hauptausschuss, der nicht öffentlich tagt, Ende August über das Thema diskutieren. Nur zu gerne hätte Joachim Badelt, Fraktionschef der Freien Bürger Mettlach (FBM), in der letzten Sitzung vor der Sommerpause dieses Thema behandelt. Daher brachte er einen Dringlichkeitsantrag ein. Nach dem einstimmigen Votum des Mettlacher Ortsrates, der sich gegen eine Veräußerung des historischen Gebäudes aussprach, „dürfen wir keine Zeit mehr verlieren“. Er forderte ein Nutzungskonzept für das denkmalgeschützte Schloss, wobei Restaurant und V&B-Akademie zu belassen sind. Zudem sollten für das Gebäude von 1878 Förderanträge gestellt werden, um es zu renovieren. Und dafür sei es höchste Zeit, sollten die Förderungen noch in diesem Jahr gewährt werden.


Dagegen konnte CDU-Fraktionschef Michael Thieser nach seinen Worten „keine Dringlichkeit erkennen“. Es sei guter Brauch, dass sich zunächst der Hauptausschuss mit dem Thema befasse, danach erst der Gemeinderat in Gänze. Zudem verwies er auf fehlende Unterlagen, die eine Beratung in der aktuellen Sitzung nicht möglich machten. Sein Vorschlag: das Thema in der Sitzung nach der Sommerpause zu diskutieren – nach den Beratungen im Hauptausschuss. Die gleichen Argumente führte Hans Josef Uder, Vorsitzender der neuen SPD-Fraktion, ins Feld. Auch er plädierte dafür, den Punkt nach der Sommerpause in die Tagesordnung aufzunehmen.

„Ich habe heute morgen aus der Presse erfahren, dass es einen Dringlichkeitsantrag gibt“, sagte Reinhard Halberstadt (FDP). Er wünschte sich nach seinem Bekunden mehr Vorbereitungszeit, um das Thema zu diskutieren. Der Dringlichkeitsantrag von Joachim Badelt wurde von den 29 Ratsmitgliedern abgelehnt: Vier Ja-Stimmen gab es, zwei Enthaltungen und 23 Nein-Stimmen. Er und seine Fraktions-Kollegen stimmten am Ende für den Vorstoß der CDU-Fraktion.



Um Fördergelder zu erhalten, muss nach Worten von Bürgermeister Daniel Kiefer die Sanierung des Schlosses im Haushalt stehen. Und das ist nach Darstellung des Verwaltungschefs nicht der Fall. Auch wenn Zuschüsse fließen würden, einen Teil der Kosten müsse die Gemeinde stemmen, sagte er gestern der SZ. „Und diese Eigenmittel sind nicht vorhanden.“ Die Neubauten der beiden Feuerwehrgerätehäuser in Mettlach und Orscholz sind nach seinen Worten zu schultern, ebenso die Erweiterungen des gemeindeeigenen Kindergartens in der Mettlacher Bahnhofstraße und der Grundschule Orscholz für Ganztagesplätze. In der Sitzung des Gemeinderates werde es sich nur um den Punkt drehen, ob das Schloss verkauft oder nicht verkauft werde.