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Rathaussturm
eb Rathauserstürmung Mettlach

Bürgermeister Daniel Kiefer kapitulierte ob der großen närrischen Macht. Er musste dem Thronadel den Rathausschlüssel aushändigen.
Bürgermeister Daniel Kiefer kapitulierte ob der großen närrischen Macht. Er musste dem Thronadel den Rathausschlüssel aushändigen. FOTO: Erich Brücker
Mettlach. Mettlach: Bürgermeister Daniel Kiefer ist seit Donnerstag abgetaucht.

Ganz schön ausgeschlafen, die Narren von den Karnevalsvereinen „Die Rutzenbuhnen“ Nohn und „Hol iwwa“ Saarhölzbach: Kaum hat ein neuer Verwaltungschef auf dem bequemen Rathaussessel Platz genommen, haben sich die Faasebooken wiederum des traditionellen Brauchtums der Rathauserstürmung am Weiber-Donnerstag erinnert. Diese schöne Angelegenheit war beim und vom Vorgänger von Bürgermeister Daniel Kiefer scheinbar zu den Akten gelegt worden. Dem neuen Gemeindeoberhaupt ist es gestern wie all seinen Kollegen im Grünen Kreis, den Herren Bürgermeistern in Merzig, Beckingen, Wadern, Perl, Losheim und Weiskirchen, gehörig an den Kragen gegangen. Sie wurden entmachtet und aus den Rathäusern gejagt.


Angeführt von den Elferratspräsidenten Sascha Maas (Nohn) und Patrick Reucher (Saarhölzbach) marschierte die Narrenschar mit vielen Krachern ins Mettlacher Rathaus. Im Schlepptau folgte der Narrenadel, zur Unterstützung, die war allerdings nicht notwendig, noch die Elferräte und die Garden. Prinz Patrick I. und Prinzessin Katja I. von den Rutzenbuhnen mit Kinderprinz Nils, dessen Prinzessin Nena leider erkrankt und nicht dabei war, sowie das Saarhölzbacher Kinderprinzenpaar Lukas und Lea, gingen gleich zur Sache und machten ernst. „Heute lindern wir des Bürgermeisters Leid, und übernehmen die Regierung in der Narrenzeit. Ihm und allen Rathausmitarbeitern können wir sagen, ihr müsst euch nicht länger plagen“, verkündete das Prinzenpaar und forderte den Bürgermeister Kiefer auf, den Rathausschlüssel zu übergeben.

Doch ohne Wortgefecht und Gegenrede ging die Sache nicht rund aus. „Wir waren gerade dabei, uns zu motivieren, um fehlerfreies Handeln zu praktizieren, keine Bürgerwünsche mehr zu ignorieren, keinen Rastbeschluss mehr zu boykottieren, wollten endlich guten Willen demonstrieren, doch jetzt müssen wir wohl umdisponieren“, versuchte sich der Verwaltungschef kleinlaut zu wehren, aber letztendlich sah er ein, dass am besten war, zu kapitulieren und übergab den Rathausschlüssel an die Tollitäten. „Ab heute startet eine Woche voller schöner Tage, ruhen kann man ab Aschermittwoch, ohne Frage. So genießt die Zeit, nutzt sie auch um mal zu spinnen, bevor die langweiligen Jahreszeiten beginnen“, forderten Prinzessin Katja und Prinz Patrick sowie die kleinen Niedlichkeiten die anwesende Narrenschar auf, sich so richtig in die heiße Phase der Narretei zu stürzen. Müßig zu erwähnen, dass großer Jubel bei der Narrenschar im Rathaussaal ausbrach. Es knallten die Sektkorken, es floss das Bier in Strömen.



(eb)