Durch den Schlamm ins Glück

Orscholz. In den vergangenen Jahren durften sich die Veranstalter, Teilnehmer und Zuschauer des Saarschleifen-Bike-Marathons stets über heitere Bedingungen freuen. Diesmal allerdings spielte der Wettergott nicht so ganz mit. Zum Teil heftige Regenschauer, in Verbindung mit der erneut überaus hohen Starterzahl, machten aus der sechsten Auflage des Events eine regelrechte Schlammschlacht

Orscholz. In den vergangenen Jahren durften sich die Veranstalter, Teilnehmer und Zuschauer des Saarschleifen-Bike-Marathons stets über heitere Bedingungen freuen. Diesmal allerdings spielte der Wettergott nicht so ganz mit. Zum Teil heftige Regenschauer, in Verbindung mit der erneut überaus hohen Starterzahl, machten aus der sechsten Auflage des Events eine regelrechte Schlammschlacht. Angesichts der deutlich erschwerten Umstände in den ohnehin Kräfte zehrenden Rennen blieben dann fast zwangsläufig einige der insgesamt über 1000 Teilnehmer auf der Strecke. Und leider erwischte es ein paar Fahrer etwas schlimmer. "Durch den Matsch und die entstandenen, tiefen Spurrillen gab es schon einige Unfälle", verriet Mitorganisator Patrick Müller. "Man kann halt nicht immer ein solches Glück mit dem Wetter haben. Rein organisatorisch hat aber alles bestens geklappt", war Müller mit dem Ablauf dann aber doch sehr zufrieden. Und auch von Seiten der Fahrer waren ausschließlich positive Rückmeldungen zu vernehmen. "Es hat mir Spaß gemacht", meinte Ramses Bekkenk (Team Koga) kurz nach seiner Zieldurchfahrt. Ein Lächeln im Gesicht des letztlich souveränen Langstreckensiegers war trotz Schlammbedeckung deutlich zu erkennen. Der 33-jährige Niederländer meisterte die 103 Kilometer lange Herausforderung in vier Stunden und zwölf Minuten und verwies mit dieser Leistung Erwin Bakker, Saarschleifen-Debütant Bram Rood (beide Holland) sowie drei weitere Landsleute auf die nächsten Plätze. "Es war viel Betrieb auf der Strecke. Dadurch war es ziemlich schwer. Ich habe mich aber gut gefühlt, schon sehr früh angegriffen und danach einfach bis ins Ziel durchgezogen", beschrieb Bekkenk seinen Weg zum Erfolg. Bereits 2007 hatte er sich in die Siegerliste eintragen können. Bester Deutscher auf der großen Schleife wurde Matthias Ball (Mosbach), der einen hervorragenden siebten Platz erreichte. Dem 49-jährigen Senior konnten die erschwerten Bedingungen im Gegensatz zu vielen seiner jüngeren Kollegen kaum etwas anhaben: "Die Strecke wurde durch das Wetter noch viel anspruchsvoller und war extrem schlecht zu befahren. Aber umso schwerer es ist, desto besser", verriet der sichtlich erschöpfte, aber genauso erfreute Siebtplatzierte.Als bester Saarländer belegte Sascha Schwindling vom RSC St. Ingbert mit knapp einer halben Stunde Rückstand auf den Sieger Rang neun in der Endabrechnung. Bei den Damen wurde die Deutsche Marathonmeisterin von 2007, Katrin Schwing, ihrer Favoritenrolle über die Langdistanz gerecht. Sie siegte mit deutlichem Abstand. Wesentlich enger ging es bei den Frauen auf der Mittelstrecke (55 Kilometer) zu. Mit gerade einmal elf Sekunden Vorsprung holte sich Silke Schmidt vom RSF Niederlinxweiler vor der dreimaligen Gewinnerin und Favoritin Mirre Stallen (Niederlande) den Sieg. Dabei konnte Schmidt selbst ein zwischendurch erlittener Plattfuß nicht ausbremsen. Bei den Herren setzte sich über die mittlere Schleife Christopher Görgen (Team Bulls) durch, die Kurzstrecke über 39 Kilometer brachte Achim Beckedahl (Team Endorfin-Solvis) als Schnellster hinter sich. Den erstmals ausgetragenen Teamwettbewerb entschied das Luxemburger Duo Nelson Luis und Mike Bredimus am Ende für sich.