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Interview Erntehoheiten Orscholz
Drei Freundinnen brennen auf ihre Krönung

Die diesjährigen Erntehoheiten 2017 (v.l.n.r) Lisa Hurth, Prinzessin, Sabine Leidisch, die Königin und Elisa Majeres, Prinzessin
Die diesjährigen Erntehoheiten 2017 (v.l.n.r) Lisa Hurth, Prinzessin, Sabine Leidisch, die Königin und Elisa Majeres, Prinzessin FOTO: Bianca Ewerhardy
Das charmante Trio feiert mit Orscholzern und Gästen das 60-jährige Bestehen des Erntedank- und Heimatfestes. Von Tina Leistenschneider

Die Erntehoheiten Sabine Leidisch, Lisa Hurth und Elisa Majeres verraten Infos zum Fest und mehr.



Was machen Sie, wenn Sie keine Pflichten als Königin und Prinzessin haben?

Sabine Leidisch: Ich bin Lehramtsstudentin und seit Beginn des neuen Schuljahres Referendarin in den Fächern Deutsch und Religion in Rheinland-Pfalz.

Lisa Hurth: Ich mache ein Duales Studium zur Ergotherapeutin in Trier.

Elisa Majeres: Ich studiere Grundschullehramt in Koblenz mit den Fächern Deutsch und Mathematik.

Wie können Sie ihren Titel mit Beruf und Studium vereinbaren?

Hurth: Ich wohne immer noch in Orscholz und pendle jeden Tag nach Trier. Abends habe ich Zeit.

Majeres: Die Termine sind meistens am Wochenende. Wenn ich zuhause bin, lässt sich das gut vereinbaren.

Warum haben Sie sich beworben?

Leidisch: Ich war 2012 mit Angelina Biel Prinzessin, als Anne Thiel Erntekönigin war. Um Erntekönigin zu werden, muss man einmal Prinzessin gewesen sein, dadurch entsteht automatisch eine Reihenfolge. Ich wurde jetzt gefragt, ob ich das Amt der Königin übernehmen möchte.

Dann sind Sie ja schon sehr gut auf das Amt vorbereitet.

Leidisch: Ja, im Gegensatz zu den beiden Prinzessinnen weiß ich, was auf mich zukommt.

Können Sie gut von Ihrer Königin lernen?

Hurth: Ja definitiv. Sie gibt uns viele Tipps und Hilfestellungen.

Welche Fragen kamen im Vorfeld auf?

Majeres: Organisatorische Fragen nach dem Ablauf von dem Fest, was da auf uns zukommt und woran man anfangs nicht denkt.

Wie kamen Sie auf ihre beiden Prinzessinnen?

Leidisch: Als ich Prinzessin war, habe ich schon mit Anna überlegt, wen ich als Prinzessin nehmen könnte, weil die Königin die Prinzessinnen wählen darf. Ich kenne die beiden und wusste, dass sie Freundinnen sind. Elisa kenne ich zudem durch ihren Cousin sehr gut. Ich habe einfach gedacht, ich frage die beiden, das könnte gut passen und das tut es.

Haben Sie direkt zugesagt?

Majeres: Ja, das war eine recht spontane Sache. Ich habe mir das einen Tag durch den Kopf gehen lassen, aber einen Tag später. . .

Hurth: . . .haben wir direkt zugesagt.

Wann wurden Sie für das Amt der Königin gefragt?

Leidisch: Ich wurde vom Festausschuss Ende Januar, Anfang Februar gefragt. Dann habe ich ein bisschen überlegt, wen könnte ich da so als Prinzessinnen nehmen, wer würde gut passen. Als die Entscheidung dann feststand, war es mir wichtig, die beiden persönlich zu fragen. Ich habe die beiden auch als Freunde in Facebook, aber so unpersönlich wollte ich sie nicht fragen. An Rosenmontag waren aber beide da und da habe ich gedacht: jetzt oder nie!

Wie lange steht die Entscheidung schon?

Leidisch: Seit Rosenmontag, beziehungsweise ein, zwei Tage danach.

Was gab es noch seit Februar zu organisieren?

Leidisch: Die Kleidersuche, dann Zubehör, Schmuck, Taschen, die Kronen, die Schärpe. Dabei haben wir darauf geachtet, dass wir diese Dinge im Ort kaufen.

Haben Sie da ein bestimmtes Budget für Ihre Auswahl?

Leidisch: Wir wurden vom Festausschuss mit einer Summe unterstützt, den Rest steuern wir dann dazu.

Worauf freuen Sie sich am meisten?

Hurth: Ich kann mich nicht entscheiden zwischen der Krönung oder dem Umzug.

Majeres: Auf das ganze Wochenende.

Leidisch: Ich freue mich auf die ganze Zeit, die vor uns liegt. Ich fand es bereits schön, als ich Prinzessin war. Man unternimmt viel, man ist ein Jahr zusammen und darauf freue ich mich am meisten. Alles zusammen zu erleben. Es ist sehr spannend, was da alles auf uns zukommt.

Was gehört genau zu Ihren Aufgaben als Erntekönigin und Prinzessinnen?

Leidisch: Wir repräsentieren unseren Ort und unser Erntedankfest. Wichtig ist auch, dass wir in Frankreich eine Partnergemeinde haben und diese Partnerschaft pflegen wir schon viele, viele Jahre. Dann kommt immer eine Abordnung auf das Erntedankfest. Wir fahren im Gegenzug im März nach Varades.

Müssen Sie eine Rede halten?

Leidisch: Ja, wir teilen uns das aber auf. Die Antrittsrede wollen wir zusammen halten. Das war mir wichtig, dass jeder von uns da seinen Teil dazu beitragen kann. Denn wir sind ein Dreigestirn und nicht nur ich allein, sondern meine Prinzessinnen und ich.

Wie werden Sie auf das Amt vorbereitet?

Leidisch: Zwei meiner Freundinnen waren auch schon mal Königin und da frage ich immer nach: Wie habt ihr das und das gemacht? Da kriegt man von allen gerne Tipps.

Hurth: Wir werden von Sabine gut vorbereitet.

Sie feiern 60 Jahre Erntedankfest in diesem Jahr. Ist da noch was Besonderes geplant?

Leidisch: Ja, es gibt dieses Jahr auch eine Festschrift zum 60-jährigen Jubiläum. Für die Festschrift werden viele Bilder gesucht und ich konnte zum Beispiel ganz viel meine Oma fragen, die jedes Erntedankfest mitbekommen hat. Da habe ich mich immer erkundigt, wie das früher war, weil damals gab es noch eine Modenschau und eine Autoausstellung. Sie hat viel davon erzählt, wie das Erntedankfest zu ihrer Zeit war, denn sie hatten damals viel Landwirtschaft und Ernte ist hier ein riesiges Thema. Das Erntedankfest bedeutet das Ende der Ernte, das wurde von allen gefeiert. Alle ehemaligen Königinnen und Prinzessinnen werden da sein.

Worauf sollen sich die Besucher dabei am meisten freuen und weswegen sollten sie auf jeden Fall vorbeikommen?

Hurth: Wegen des schönen Umzugs, um zu gucken, was die alles auf die Beine stellen, welche Wagen sie bauen, welche verschiedenen Themen und Ideen jedes Jahr aufgegriffen werden.

Leidisch: Es gibt auch noch einen Bauernmarkt, da kann man sehr schön spazieren und nach dem Umzug gibt es ein abwechslungsreiches Programm. Das sollte man sich nicht entgehen lassen.

Wie sieht das Programm für das Wochenende genau aus?

Leidisch: Wir beginnen mit einer Messe am Samstag, 16. September, um 17.30 Uhr und die Inthronisierung ist um 19 Uhr. Dann spielt die Band BMP, die Wilden aus Bayern, und es gibt einen Bayrischer Abend, mit Lederhosen, also richtig zünftig. Am Sonntag, 17. September, beginnt um 10 Uhr der Bauernmarkt und um 14 Uhr startet der Festumzug.

Wo startet der Umzug?

Leidisch: In der Cloefstraße, er geht dann an der Hauptstraße entlang zur Grundschule und dem Rewe-Markt und enden dann im Cloef Atrium.

Das schönste Fest im September ist...?

Leidisch: Das Erntedankfest, das steht außer Frage. Das schöne daran ist, dass das ganze Dorf auf den Beinen ist. Leute, die man ewig nicht mehr gesehen hat, kommen zurück und alle kommen wieder hierhin. Verschiedenste Generationen arbeiten zusammen, treffen sich, kommen ins Gespräch, das macht es zu einem schönen Fest. Es hat dadurch etwas familiäres. Auch viele, die mal aus Orscholz weggezogen sind, kommen immer zum Erntedankfest wieder zurück, und das ist das Schöne daran. .

Was gefällt Ihnen daran am besten?

Hurth: Die Stimmung. Ich bin die vorherigen Jahre immer mitgegangen und empfinde es als toll, durch das Dorf zu laufen und dass alle Leute zuschauen, während wir Süßigkeiten verteilen.

Von wem werden Sie gekrönt?

Leidisch: Von unserem Protektor, dem Bürgermeister der Gemeinde Mettlach, Daniel Kiefer.

Haben Sie ein Lieblingsobst oder Gemüse?

Majeres: Ganz spontan würde ich Erdbeeren sagen.

Leidisch: Am liebsten esse ich Himbeeren und Kirschen frisch aus dem Garten. Das ist mein Highlight im Sommer. Es geht nichts über frische Himbeeren.

Hurth: Trauben esse ich sehr gerne.

Helfen Sie bei der Ernte mit?

Leidisch: Nein, aber mein Freund kommt aus dem Nachbarort und die Familie hat einen kleinen Bauernhof mit Vieh und Schweinen. Daher coacht er mich aktuell mit Fragen wie: Welcher Traktor ist das? Was für Getreide ist das? Bald werden zudem die Kartoffeln ausgemacht und wenn ich Zeit habe, helfe ich da mit. Ich hatte auch schon eine Traktor-Fahrstunde.

Haben Sie einen Lieblingsort in der Region?

Leidisch: Ganz klar die Cloef und die Saarschleife, da sind wir uns einig. Sie sieht zu jeder Jahreszeit anders aus und es wird nie langweilig. Unsere Omas sind schon dorthin gegangen und wenn wir früher spazieren waren, dann eigentlich immer zur Cloef.

Wie standen Sie am Anfang zum Baumwipfelpfad?

Leidisch: Ich wollte da erst mal total neutral rangehen. Ich bin jemand, der sich immer seine eigene Meinung bilden will. Als ich das erste Mal darauf war, gab es noch nicht so viele Angebote für Kinder, die erst nach und nach kamen. Langsam wird es aber richtig schön. Er hat bereits ein bisschen von seiner Farbe verloren.

Hurth: Er passt sich langsam an die Umgebung an. Am Anfang sah er so wuchtig aus, aber wenn man oben drauf steht, ist das vergessen.

Majeres: Die Aussicht ist einfach der Wahnsinn.

Leidisch: Aber die Cloef ist und bleibt einfach der Platz für uns, von wo aus wir auf die Saarschleife schauen. Vom Baumwipfelpfad aus sieht man Orscholz von einer ganz anderen Seite. Man sieht die Kirche und hat einfach einen ganz anderen Blick auf den Ort. Bei dem Rundumblick sieht man zudem auf die umliegenden Dörfer wie Nohn oder Tünsdorf. Es gibt mittlerweile viele verschiedene Aktionen wie zum Sonnenaufgang auf den Baumwipfelpfad. Das hab ich auch schon einmal mitgemacht.

Was sind Ihre Hobbys?

Leidisch: Ich backe und koche sehr gerne, und ich singe im Afrika-Chor. Das ist das Projekt „Ein Licht für Afrika“. Wir treffen uns einmal im Monat in der Merziger Realschule und proben dort. In diesem Jahr gibt es den Chor seit zehn Jahren und es macht sehr viel Spaß.

Majeres: Ich gehe regelmäßig als Ausgleich zur Uni laufen und wenn ich die Zeit dazu finde, lese ich ganz gerne, meistens Krimis und Psychothriller zum Entspannen. Sebastian Fitzek zählt zu meinen Lieblingsautoren und ich lese gerne etwas Spannendes, das mich fesselt.

Hurth: Ich war zehn Jahre im DLRG, backe sehr gerne, und ich fahre Inliner.

Haben Sie neben dem Erntedankfest weitere Feste, die Sie besuchen werden?

Leidisch: Ja, dann kommen weitere Feste wie das Viezfest und Äppelfeschd.

Die Fragen stellte
Tina LeistEnschneider.

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