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Die Verwaltungschefs der Kommunen mit Jugendherbergen bitten um Hilfe

Kostenpflichtiger Inhalt: Bürgermeister fordern Unterstützung : Hilferuf für Herbergen aus fünf Rathäusern

Die Bürgermeister der Saar-Kommunen, in denen sich Jugendherbergen befinden, appellieren an Wirtschafts- und Bildungsministerium: Helft den Häusern in der Krise.

Den Herbergseltern treibt es tiefe Sorgenfalten ins Gesicht: Sind die Jugendherbergen in Dreisbach und Weiskirchen sonst gut gefüllt, herrscht aktuell gähnende Leere. Seit 20. März sind die Häuser geschlossen, um Gäste und Mitarbeiter vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu schützen.  Wann es sie wieder öffnen dürfen, steht nach Mitteilung des Dachverbandes der Jugendherbergen noch nicht fest (die SZ berichtete). Doch den Verantwortlichen ist klar:  Die Einnahmeverluste wegen der Pandemie gehen in die Millionen. „Diese Situation ist für alle sehr bedrückend“, beschrieb Vorstandsvorsitzender Jacob Geditz die Situation.

Diese Notlage haben nach den Worten von Mettlachs Bürgermeister Daniel Kiefer alle Verwaltungschefs von Kommunen, in denen es eine Jugendherberge gibt, erkannt. Im Saarland sind dies Mettlach, Weiskirchen, Tholey, Homburg und Saarbrücken. „Deshalb haben alle betroffenen Bürgermeisterkollegen unter Federführung des Präsidenten des Städte- und Gemeindetages, Bürgermeister Hermann-Josef Schmidt aus Tholey, eine Kommune, die ebenfalls Sitz einer Jugendherberge ist, sich an Bildungsministerin  Christine Streichert-Clivot und Wirtschaftsministerin Anke Rhelinger gewandt, um für die Unterstützung der Jugendherbergen im Saarland zu werben“, sagt der Mettlacher Rathauschef. Die Bitte der fünf Ratshauschefs:  den Jugendherbergen in Dreisbach, Weiskirchen, Tholey, Saarbrücken und  Homburg finanziell zu helfen.

Durch die Trägerschaft über den gemeinnützigen Dachverband stehen diesen Häusern laut Kiefer keine staatlichen Hilfen zur Verfügung. Sie bedürfen nach seiner Ansicht  besonderer Unterstützung. „Sind es doch gerade die Jugendherbergen, die jahrein jahraus viele Gäste in unsere Kommunen bringen und so eine maßgebliche Säule des Tourismus in unseren Regionen und damit im gesamten Saarland darstellen“, sagt er. Doch wie auch Gaststätten, Hotels und andere Betriebe hätten die Herbergen coronabedingt schließen müssen. „Es ist zu befürchten, dass diese Betriebe durch längere Schließzeiten finanziell in arge Bedrängnis geraten und gegebenenfalls schließen müssen, wie es in Rheinland-Pfalz teilweise schon geschehen ist“, heißt es in dem Brief an Rehlinger.

Daniel Kiefer Foto: Gemeinde Mettlach

In dem Schreiben bittet Tholeys Verwaltungschef Hermann-Josef Schmidt, die saarländischen Jugendherbergen in ein Corona-Soforthilfeprogramm aufzunehmen,  „damit der finanzielle und existentielle Aderlass der Betriebe gestoppt werden kann“. Bislang stehe den Saar-Jugendherbergen ein solches Rettungsprogramm nicht zur Verfügung, da sie als gemeinnützig gelten würden. Sein Vorschlag an Bildungsministerin Streichert-Clivot: „Den Herbergen wäre schon dadurch einigermaßen geholfen, wenn Schulen, die bereits gebucht haben, die Stornofrist verstreichen ließen und die Betriebsleiter eine Stornorechnung in einer Höhe von 50 Prozent oder eines anderen Prozent-Satzes stellen dürften.“ Üblicherweise werden solche Rechnungen laut Schmidt vom Kultusministerium übernommen. „Eine Verständigung auf diese oder eine vergleichbare Vorgehensweise würde den Jugendherbergen genügend finanziellen Spielraum lassen, um zumindest die Betriebskosten zu decken“, heißt es weiter.

Hermann Josef Schmidt Foto: Bonenberger & Klos/Bonenberger

Nach Ansicht von Daniel Kiefer wird die Corona-Krise zur Existenz-Frage – nicht nur für die Jugendherberge, sondern für viele Geschäfte, Gastronomie-Betriebe und Firmen.  „Wenn sie die Krisenzeit nicht überstehen, wird auch das Leben und Wohnen nach der Krise in Mettlach deutlich unattraktiver“, sagt er. Um dies zu verhindern, kündigt er an, unter anderem  Steuer- und Gebühren-Stundungen für Firmen großzügig zu behandeln und Vollstreckungen auszusetzen. Vermieter von gewerblich genutzten Räumen rief er auf,  wohlwollend prüfen, ob sie für eine begrenzte Zeit den Unternehmen die Netto-Kaltmiete komplett oder zumindestens teilweise erlassen können.