Die traditionelle Wallfahrt in Mettlach startet an Himmelfahrt

Mettlach : Wo zeitgenössische Musik auf Klassik trifft

In vielen Proben bereiten sich Chöre, Solisten und Musiker auf die Lutwinuswallfahrt in Mettlach vor. Das Repertoire an Gesang und Musik ist vielfältig.

Für die fünf Gesangsensembles, die unter der Leitung des Mettlacher Kirchenmusikers Dennis-Jens Ernst stehen, haben anstrengende Tage begonnen. Täglich probt der Musiker nach seinen Worten entweder mit den Kirchenchören, der Choralschola, dem Kammerchor oder dem Männerchor.

„Neben den Hauptgottesdiensten sind es die täglichen Pilgergottesdienste und das tägliche Abendlob, die uns die Vielfältigkeit der musica sacra komprimiert zu Ohren bringen“, verrät Ernst, der die Gesamtleitung hat. „Ohne die großartige Beteiligung der Kirchenchöre, der Gastchöre, der Vielzahl von Musikern, Solisten, Organisten und Kantoren wäre das Programm nicht möglich.“

Für das Eröffnungspontifikalamt an Christi Himmelfahrt, Donnerstag, 30. Mai, 18 Uhr, hat Ernst die Komposition „Ecce sacerdos magnus“ – „Seht das ist der Hohepriester, der in seinen Tagen Gott gefiel“ von Sir Edward Elgar auf das Programm gesetzt. Der englische Komponist des viktorianischen Zeitalters sei für seine triumphalen und hymnischen Werke bekannt ist. „In diesem Jahr singen die Kirchenchöre aus Mettlach und Saarhölzbach, zu denen sich einige Gastsänger gesellt haben, die ‚Missa fidem cantemus’ des Eichstätter Komponisten und designierten Leiter der Regensburger Domspatzen, Domkapellmeister Christian Heiß“, sagt Ernst.

Das Werk charakterisiert er als „zeitgenössische Komposition, die aber keineswegs avantgardistisch anmutet, sondern auf traditionelle Kompositionsmuster der Renaissance und des Barocks zurückgreift und diese mit munteren Rhythmen und lebendigen Akkorden kombiniert“.

Einen besonders festlichen Glanz erhalte die Messe durch die durchgängige Begleitung eines vierstimmigen Bläserchores. „Zum Abschluss des Gottesdienstes erklingt der berühmte ‚Grand choeur dialogué’ von Eugène Gigout, bei dem sich Bläser und Orgel gegenseitig festliche Fanfaren zuspielen.“

Es sei in den vergangenen Jahren zu einer kleinen Tradition geworden, dass Markus Stein, Dozent an der Musikhochschule Mainz und Kantor in Hofheim/Taunus, die Orgelbegleitung übernehme. „Er wird den Gottesdienst auch mit der entsprechenden Orgelmusik bereichern“, verrät der Musiker aus Mettlach.

Für das Abendlob im Alten Turm am Samstag nach Himmelfahrt, 1. Juni, 21 Uhr, hat das Männerensemble St. Lutwinus, ein loser Zusammenschluss aus versierten Sängern, laut Ernst „einige Perlen der Männerchorliteratur“ vorbereitet – etwa das „Sancta Maria“ von J. Schweitzer.

Für Kirmessonntag, 2. Juni, kündigt er die Messe in Es-Dur von Karl Kraft an, die die Kirchenchöre Mettlach und Saarhölzbach singen werden. Der Komponist des 20. Jahrhunderts, der über 50 Jahre Domorganist in Augsburg war, hat laut Ernst mit der Messe in Es-Dur ein Werk geschaffen, „das durch seine Schlichtheit und Vielseitigkeit große Beliebtheit genießt“. Auch die Liedkantate „Das ist der Tag, den Gott gemacht“ (K. Fischbach) und der bekannte Eucharistiehymnus „Ave verum corpus“ von Wolfgang Amadeus Mozart werden laut Ernst erklingen. Die Chorbegleitung übernimmt Lukas Philippi.

Beim Jugendgottesdienst am Freitag vor Pfingsten singe der Kammerchor St. Lutwinus Arrangements, etwa „Dass erneuert werde das Antlitz der Erde“ von M. Eham, „Mit Christus Brücken bauen“ von C. Dostal und „Here I am Lord“ aus der Feder von D. Schutte.

„Besondere Freude und Ehre ist es uns, dass zum Wallfahrtsabschluss am Pfingstsamstag die Trierer Domsingknaben mit ihrem Leiter, Domkapellmeister Professor Thomas Kiefer, in unserer Kirche gastieren“, sagt Ernst. Die rund 50 Sänger werden nach seinen Worten die Missa brevis von Johann Simon Mayr zu Gehör bringen.

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