Die Saarschleifenlodge bei Mettlach kommt

Saarschleifenlodge : Kleine Häuser bei Dreisbach sorgen für Freude

Mettlacher Gemeinderat sagt Ja zur Idee von Projektentwickler Michael Lenz, aus Haus Becker eine „Saarschleifenlodge“ zu machen.

Michael Lenz hat eine Vision. Eine Vision von Ruhe und Natur, eine Vision von Wasser und Wald. Eine Vision von Ferienwohnungen und kleinen Ferienhäusern – er nennt sie „Baumhäuser“ und „Saarhäuser“ – direkt an der Saarschleife, am Fuße der Cloef. Der Name seiner Vision: Saarschleifenlodge. Und seine Vision wird jetzt wohl in die Tat umgesetzt, denn der Mettlacher Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung den Entwurf zu seiner Umgestaltung des Hauses Becker bei Dreisbach bei einer Enthaltung angenommen.

„Das ist mit das Beste, was an der Ecke passieren konnte“, freute sich in der Sitzung Michael Thieser (CDU). Seine Kollegen der anderen Parteien stimmten ihm zu. „Es ist ein gutes Projekt und eine sinnvolle touristische Nutzung“, lobte Hans-Josef Uder (neue SPD-Fraktion). Der Bau der Saarschleifenlodge sei „auf jeden Fall zu begrüßen“, ergänzte Reinhard Halberstadt (FDP) und Eduard Tritz (FBM) fügte hinzu: „Auch wir freuen uns, dass wieder neues Leben an die Saarschleife kommt.“

Bis Lenz tatsächlich mit der Umsetzung seiner Vision beginnen kann, werden aber noch einige Monate ins Land gehen. Denn erst im Oktober oder November tritt nach seinen Worten der Bebauungsplan offiziell in Kraft – mit Problemen rechnen trotz eines noch ausstehenden Besuchs durch den Nabu und ein etwaiges Zielabweichungsverfahren weder er noch die Gemeinde. Und dann kann er loslegen auf dem Gelände des Hauses Becker und seine Vision in die Tat umsetzen.

Konkret teilt sich seine Vision von der Saarschleifenlodge in zwei Bauabschnitte auf. Im ersten will er das bestehende Haus Becker umbauen. 14 Ferienwohnungen im Maisonette-Stil, also zweigeschossig, sollen hier entstehen, „direkt am Wasser“, schwärmt Lenz. Tatsächlich geht der Blick von den großen Fenstern, die er sich für das Gebäude vorstellt, direkt auf die Saar, die nur wenige Meter entfernt vorbeifließt. Ebenfalls Teil des ersten Bauabschnittes ist die Errichtung von sieben weiteren Gebäuden auf dem Gelände zwischen dem Haus Becker und dem Steinbach.

Diese Gebäude nennt Lenz „Saarhäuser“ und „Baumhäuser“. Der englische Fachbegriff – den er nach seinen Worten aber gern vermeidet – ist „tiny house“, also „kleines Haus“. Diese stehen zwar nicht auf Bäumen, aber auf Stelzen, haben nach seinen Worten zwischen 28 und 35 Quadratmeter nutzbarer Fläche und, wie er betont, „sind mehr als Hütten“. In zwei Größen sollen die kleinen Häuser entstehen und dabei Platz für bis zu vier beziehungsweise bis zu sechs Personen bieten. „Die Häuser sind voll ausgestattet mit Küche, Toilette und Dusche“, erzählt er, außerdem einem oder zwei Doppelbetten und einer Couch, die zusätzlich als Schlafmöglichkeit genutzt werden kann. Einzelne Häuser genauso wie zwei oder drei der Wohnungen sollen darüber hinaus barrierefrei gestaltet werden.

Auf ein Ausstattungsmerkmal müssen die Gäste jedoch eventuell verzichten, sagt Lenz: „Es könnte sein, dass ich keinen Fernseher reinmache.“ Der passt auch nicht zu seiner Vision von Natur und Ruhe, ohne Licht und ohne Lärm. In seiner Vorstellung schauen die Gäste nicht auf Bildschirme, sondern durch die riesige Glasfront seiner „Saarhäuser“ oder von deren Terrassen aus direkt auf die Saar, auf vorbei driftende Schiffe, Fischreiher, Gänse. „Das ist das, was die Leute brauchen und wollen“, ist er überzeugt.

Derzeit entsteht ein Prototyp der Häuser, auch Visualisierungen hat er bereits erstellt. Die genaue Umsetzung kann sich dabei noch ändern, genauso wie die schlussendliche Gesamtzahl. Einen zweiten Bauabschnitt und eine Erweiterung werde es definitiv geben, verspricht Lenz. Doch wie viele Häuser und welcher Typ dann dazukommen, stehe noch nicht fest.

Zunächst ist Lenz noch auf der Suche nach weiteren Investoren, die ihm helfen, das rund zwei Millionen Euro teure Projekt zu stemmen. Einige Investoren seien bereits vorhanden, sagt er, außerdem habe er Tourismus-Fördergelder beantragt, mit denen er 20 Prozent der Kosten abdecken könne. Eigentümer des Gebäudes sei er bereits.

Und genau in diesem Gebäude starten nach seinen Worten bereits im Sommer die Arbeiten – denn Innenarbeiten seien bereits ohne Bebauungsplan möglich. Im Hauptgebäude will er unter anderem eine Küche und eine Weinbar schaffen, die die Feriengäste mieten können. Eine dauerhafte Bewirtschaftung ist nicht vorgesehen, betont er: „Ich will weg von der klassischen Gastronomie.“ Ebenfalls im Haupthaus vorgesehen sind Waschmaschinen, die Wanderer nutzen können, sowie ein Reparaturservice für Fahrräder. Auch eine Ladestation für E-Bikes will Lenz errichten.

Direkt am Fuße der Cloef gelegen steht das ehemalige Haus Becker am Ufer der Saar. Foto: Barbara Scherer

Was jedoch draußen bleiben soll, sind Autos. Die Gäste könnten die Häuser zwar anfahren, um ihr Gepäck auszuladen, beschreibt er seine Vorstellungen. Danach aber sollen sie auf einem Parkplatz in der Nähe abgestellt werden, um das Naturerlebnis nicht zu verderben. Mit etwas Glück könnten seinen Worten nach bereits Ende der Saison des kommenden Jahres die ersten Wohneinheiten nutzbar sein – mit Pech werde es 2021, bis die Vision von Lenz endlich Wirklichkeit wird.