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Neuer Rohrreiniger : „Die Bedienung des Gerätes ist kinderleicht“

Neuer Rohrreiniger : „Die Bedienung des Gerätes ist kinderleicht“

Verstopfte Abflüsse sind für Georg Geimer kein Problem mehr. Er hat einen Rohrreiniger erfunden.

Unzählige Male ist er verstopften Abflüssen zu Leibe gerückt – von Waschbecken, Duschen, Spülbecken, als Freundschaftsdienst und als Feuerwehrmann bei sich zu Hause. Als im Dezember vergangenen Jahres in seiner Wohnung in Mettlach erneut das Abflussrohr gluckerte, fasste Georg Geimer den Entschluss, sich ein Gerät zu konstruieren, das geschmeidig durch die Biegungen gleitet. „Ich habe mit Pümpel und Spirale gearbeitet und stieß dabei so manches Mal an meine Grenzen. So kann es passieren, dass sich die Spirale verhakt.“ Und der Pümpel habe auch seine Tücken. Was der Maurermeister angedacht und wieder verworfen hatte, begann er nun in die Tat umzusetzen. Viele Stunden hat er getüftelt, viel Gehirnschmalz investiert, viel probiert, viel verworfen.

„Manches Mal habe ich bis tief in die Nacht daran gebastelt, über ein geeignetes Material gegrübelt“, verrät der 50-Jährige. Anfang März hatte er den Dreh raus, wie er den Rohrreiniger zusammensetzt. Ein Führungsstab aus Kunststoff hält einen Schlauch samt Reinigungskopf, der alternativ eine Bürste oder einen Schwamm trägt. Der Schlauch sei biegsam und druckfest zugleich, sagt Geimer. „Er lässt sich wie eine Schlange bewegen.“

Über dessen Inhalt schweigt er sich aus. Ein Geheimnis, die diesem Teil Beweglichkeit und Festigkeit zugleich verleihen, gibt er jedoch preis: „Ich fülle ihn. Dafür habe ich mir eine Maschine gebaut, die der Maschine in dem Film ,Reise in die Zukunft’ gleicht“, sagt der gebürtige Merziger, der 2010 nach Keuchingen umzog.

„Für den Schlauch will ich ein Patent anmelden und habe ihn durch einen Anwalt erst einmal für ein Jahr schützen lassen. Alle anderen Teile, die ich verwendet habe, gibt es schon.“ Der Jurist habe ihm Hoffnung gemacht, dass diese Erfindung auch durchgeht. Drei wesentliche Faktoren knüpfen die Patentprüfer an die Erfindung: Die Idee muss grundlegend neu sowie von gewerblichem Nutzen sein.

Noch trägt der neue Rohreiniger der Marke Georg Geimer keinen Namen. Eine Vorstellung, wie seine Erfindung heißen könnte, hat er bereits. „Das will ich aber noch nicht sagen. Bislang heißt er nur Rohrreiniger.“ Aber eine Anleitung, wie das neue Gerät funktioniert, hat er schon drucken lassen – für die Reinigung eines Röhrensiphons in eingebautem und ausgebautem Zustand. „Ich habe es immer und immer wieder ausprobiert. Es klappt“, meint der Erfinder stolz.

„Der Gebrauch ist einfach“, sagt der Fachmann. „Es ist kinderleicht, den Rohrreiniger zu bedienen.“ Zwei Bedingungen: Das Rohr darf nicht bis zum Anschlag verstopft sein, der Reinigungskopf muss nach Geimers Worten immer nass sein Er empfiehlt lauwarmes Wasser.

„Der Rohrreiniger muss mit seiner vorgegebenen Biegung in Richtung Auslauf geschoben werden, bis man auf Widerstand stößt.“ Dann kommt nach seinen Worten das Führungsrohr aus Metall ins Spiel, das er für seine Erfindung kreiert hat. „Man muss es über das freie Ende in den Abfluss einführen, bis ein leichter Anschlag unten zu spüren ist“, erläutert der selbstständige Handwerker das Verfahren. „Danach ist er mit der Hand zu fixieren und mit dem Stab bis zum Anschlag einzuschieben. Danach wird der Rohrreiniger samt Führungsrohr herausgezogen.“ Wichtig für ihn: kräftig nachspülen. „Bei Bedarf kann mehrmals wiederholt werden“, sagt er. „Ist der Siphon zerlegt, kann er mit dem Rohrreiniger in einem warmen Wasserbad gesäubert werden.“

Mittlerweile hat der Maurermeister eine Toilettenbürste nach dem gleichen Prinzip konstruiert. „Nachdem ich herausgefunden hatte, von welchen Firmen  ich meine Materialien  beziehen kann, war alles kein Problem mehr. Ein Teil kommt aus der Nähe von München, ein Teil aus Münchweiler, und ein Unternehmen in Merzig hat ihm die Dornen für den Reinigungsknopf gepresst. „Eine Frage, die mich lange beschäftigte, war: Wie kann ich Schlauch und Führungsstab fixieren?“

Innovativ: Der von dem Mettlacher Georg Geimer entwickelte Rohrreiniger ist leicht zu handhaben. Foto: Ruppenthal

Die Lösung: Er kaufte sich eine Klebepistole, mit er beide Teile problemlos zusammenklebte. Mittlerweile kann der Rohrreiniger nach seinem Bekunden in Serie gehen. „80 Stück kann ich täglich produzieren“, verrät der Mann, der sich mit seiner Erfindung für den Innovationspreis bei der Handwerkskammer beworben hat. „Die Anmeldefrist läuft bis 25. August. Der Gewinner wird im Spätherbst bekannt gegeben“, sagt  der Mann, der  nach seinem Bekunden gern Probleme aus der Welt schafft. Dazu gibt es einen Trick. „Die besten Ideen kommen mir bei einem Spaziergang oder in der Sauna“, seinen Lieblingsbeschäftigungen in seiner Freizeit, wie er gesteht.