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"Den Erholungswert erhalten" "Kein Stein- und Schotterwerk" Ollinger: "Nützlich für die Gemeinde"

"Den Erholungswert erhalten" "Kein Stein- und Schotterwerk" Ollinger: "Nützlich für die Gemeinde"

Mettlach. Die Einspruchsfrist läuft. Noch bis einschließlich Montag, 5. Juli, können die Bürger der Gemeinde Mettlach ihre Bedenken gegen den Plan äußern, das Obere Danzemer Gewann zwischen Orscholz und Weiten als Landschaftsschutzgebiet zurückzunehmen

Mettlach. Die Einspruchsfrist läuft. Noch bis einschließlich Montag, 5. Juli, können die Bürger der Gemeinde Mettlach ihre Bedenken gegen den Plan äußern, das Obere Danzemer Gewann zwischen Orscholz und Weiten als Landschaftsschutzgebiet zurückzunehmen. Läuft es nach Wunsch des Gemeinderates, soll die rund 43 300 Quadratmeter große Fläche an der Straße Zur Keltensiedlung Gewerbegebiet werden und das bestehende Gewerbegebiet Danzemer Gewann vergrößern. Dagegen läuft die Bürgerinitiative Landschaftsschutz Sturm. Dieser Tage hat die BI eine Unterschriftenaktion gestartet. "Einige hundert Unterschriften haben wir schon beisammen", schätzen Markus Wagner und Attila Ebel, zwei der BI-Sprecher. Noch bis kommenden Montag liegen die Listen in Geschäften aus.Der Orscholzer und der Mettlacher samt ihrer Mitstreitern wollen alles daran setzen, dieses Terrain als Landschaftsschutzgebiet zu erhalten. Bei einer Ausweitung des Gewerbegebietes befürchten sie nur Nachteile für die Bürger und die Umwelt. "Zunehmender Verkehr samt Lärm und Abgasen, die Luftverschmutzung der Gewerbe- und Produktionsstätten, die sich auf dem neuen Terrain ansiedeln werden, werden sich negativ auswirken", sagen Wagner und Ebelt. Sie befürchten, dass der Lieferverkehr schlagartig zunehmen wird, dass Lastwagen vermehrt durch Orscholz, Weiten, Tünsdorf, Wehingen und Oberleuken fahren und die Beschaulichkeit der Dörfer empfindlich stören. "Die größte Stärke des umliegenden Gebietes ist der Kur-, Erholungscharakter. Diese Idylle mit all der schönen Landschaft wird durch das Ansinnen erheblich geschwächt", argumentieren Wagner, Ebel und Martin Beining. "Es war die Natur und der Erholungswert, der für viele den Ausschlag gegeben hat, hierher zu ziehen", ergänzt BI-Sprecherin Stefanie Rensch - ein Grund, warum sie auch dieses Gebiet liebt."Genug Gewerbeflächen" "Wir wehren uns dagegen, dass das Gewerbegebiet immer und immer größer wird", ergänzt BI-Mitglied Sandra Bauer. Die Bürgerinitiative argwöhnt, dass mit der Ausweisung des Oberen Danzemer Gewanns längst nicht Schluss ist und dass auch ein Stein- und Schotterwerk sich auf dem Terrain ansiedeln wird. "Warum muss dieses Stück Land, das die Größe von 34 Lidl-Geschäften hat, zum Gewerbegebiet werden, wo es doch in Mettlach genügend ungenutzte Gewerbeflächen gibt?", fragen sich die BI-Leute. Für sie dränge sich der Schluss auf, dass es den Verantwortlichen in Verwaltung und Kommunalpolitik nur um äußerst kurzsichtige private und machtpolitische Interessen gehe und nicht um das Allgemeinwohl der Bevölkerung. Orscholz. Den Argumenten der BI widerspricht Mettlachs erster Beigeordnete Hermann Kiefer, der nach dem Wechsel von Judith Thieser als Landesdatenschutzbeauftragte die Amtsgeschäfte als Bürgermeister übernommen hat. Die geplante Erweiterung des Gewerbegebietes "Oberst Danzemer Gewann" mit ihren gewerblichen Ansiedlungen nennt er einen längeren Prozess, aber überfällig. "Einige Ansiedlungswünsche konnten bis heute nicht realisiert werden." Investoren orientieren sich nach seiner Darstellung am Marktgeschehen und suchen keine abgelegenen Industriebrachen mit schlechter Verkehrsanbindung. "Ein Gerücht" Das Gerücht, dass ein Stein- und Schotterwerk sich auf dem Oberen Danzemer Gewann ansiedelt, verweist Kiefer ins Reich der Märchen. "Kleine und mittlere Handwerksbetriebe sollen dort eine Heimat finden", ergänzt er. Zudem ist nach seiner Darstellung angedacht, die Feuerwehrzentrale - zumindest für die Löschbezirke Orscholz und Weiten - "auf dem Berg" zu bauen. Zunächst werde man die Einspruchsfrist für die Herausnahme des Oberen Danzemer abwarten. Die endet am 5. Juli. "Wird ein Bebauungsplan vom Gemeinderat beschlossen - grünes Licht vom Umweltministerium vorausgesetzt - so können wieder Bedenken gegen den Plan geäußert werden", sagt Kiefer, auch Ortsvorsteher von Orscholz.Weiten. Für Weitens Ortsvorsteher Dietmar Ollinger steht außer Frage: Das Gewerbegebiet, das auf Weitener Bann liegt, ist für die Gemeinde nützlich. "Endlich kann wieder ein Gewerbegebiet ausgewiesen werden." Jeder Arbeitsplatz, der geschaffen wird, ist nach Darstellung von Ollinger gut für die Menschen in der Region und für die Gemeinde. "Wo Jobs sind, ziehen auch Leute hin. Und vielleicht fällt der ein oder andere Groschen an Gewerbesteuer für die Gemeinde ab." Das Argument der BI, dass in Mettlach Gewerbeflächen brach lägen, sei falsch. "Die Gebiete gehören nicht der Gemeinde, sondern sind in Privatbesitz." Anders beim Oberen Danzemer Gewann: Es sei Eigentum der Gemeinde. mst