Das Herz von Dietmar Wagner aus Orscholz schlägt für Fußball

Männerfreundschaft verbindet Orscholz und Hamburg : Dietmar Wagner zu Gast bei „Uns Uwe“

Seit vielen Jahren ist Dietmar Wagner Fan von Uwe Seeler und Unterstützer seiner Stiftung. Mittlerweile sind die beiden auch Freunde.

Es ist eine inzwischen langjährige Freundschaft, quer durch Deutschland – von Hamburg, dem „Tor zur Welt“ bis nach Orscholz an die Cloef. Mehr als 600 Kilometer trennen Dietmar Wagner und Uwe Seeler oder „Uns Uwe“, wie er liebevoll in seiner Heimat genannt wird. Beide verbindet viel – nicht nur der Fußball. Seit seiner Kindheit schlägt das Herz des mittlerweile 67-Jährigen für den Sport – als Spieler beim Orscholzer SCV, mehr als vier Jahre in der Saarlandliga. Fußball bestimmt auch heute stark die Freizeit des rüstigen Rentners und Opas von sieben Enkeln, der in einem schmucken Haus in Orscholz mit seiner Frau Karin lebt.

Seine zweite große Leidenschaft ist die Musik, vor allem hat es ihm die Band Queen angetan. Seit vielen Jahren sammelt Wagner alles, was er über Freddie Mercury, Brian May, Roger Taylor und John Deacon in die Finger bekommt. Die Leidenschaft für die Musik der Briten brachte Dietmar Wagner vor einigen Jahren auf die Idee, einmal im Jahr eine Queen-Party zu veranstalten, zu der Freunde und Verwandte eingeladen wurden. Stieg diese Party, die er mit seiner Frau Karin organisierte, zunächst im heimischen Garten, so musste sie nach einigen Jahren und immer größer werdender Teilnehmerzahl auf die Erlebnishütte in Ayl in den Weinbergen verlegt werden.

Neben der Musik und der Geselligkeit unter Gleichgesinnten stand alljährlich eine Tombola im Mittelpunkt der Fete. Die Gewinne sammelte Dietmar Wagner jedes Mal bei Bekannten und Firmen der Region. Der Losverkauf bescherte den Gästen stets schöne Präsente. Den Erlös der Tombola spendete er an gemeinnützige Einrichtungen: an die Aidshilfe, die Homburger Kinderkrebshilfe, den Kindergarten und die Lebenshilfe.

Als Dietmar Wagner, seit vielen Jahren Fan von Uwe Seeler und dem HSV, von der Uwe-Seeler-Stiftung erfuhr, war es sein Ziel, den Erlös der Tombolas der Stiftung zukommen zu lassen, die Menschen in Not unterstützt. Ihm sei es wichtig, denen zu helfen, die infolge ihres körperlichen, geistigen oder seelischen Zustandes auf die Hilfe anderer angewiesen seien, wird der gebürtige Hamburger zitiert, der zu den besten Mittelfeldspieler der Welt zählte.

Sein Einsatz für Seelers Sache sollte Dietmar Wagner helfen, sein langjähriges Idol, mit welchem er die gleiche Position auf dem Rasenplatz teilte, einmal kennen zu lernen. Zur ersten Begegnung zwischen Seeler und Wagner kam es beim 70. Geburtstag des bekannten saarländischen Sportjournalisten Werner Zimmer. Zimmer feierte seinen runden Geburtstag mit einem Benefizgolfturnier in Homburg.

Aus der Presse erfuhr Wagner, dass auch Uwe Seeler, Franz Beckenbauer und viele weitere prominente Freunde von Zimmer nach Homburg geladen waren. Kurzentschlossen setzte sich der Orscholzer mit seiner Frau Karin ins Auto und fuhr nach Homburg. Wagner gratulierte auf dem Golfplatz zunächst Zimmer und fragte nach „Uns Uwe“. Er erklärte Zimmer und Seeler den Grund seines Besuches – und schon war das Eis gebrochen. Vom ersten Moment verstanden sich die beiden Mittelstürmer prächtig.

Zuhause angekommen, hatte Wagner dann überraschenderweise eine Einladung der Uwe-Seeler-Stiftung zur Spendenübergabe erhalten. In Hamburg wusste man noch nicht, dass es bereits in Homburg dazu kam. Wagner fuhr nach Hamburg. Er spendete aus seiner privaten Tasche nochmal etwas und wurde von Uwe Seeler mit den Worten begrüßt: „Dich kenn ich doch.“ Seit dieser Zeit verschlägt es Dietmar Wagner regelmäßig nach Hamburg, begleitet von Fußballfreunden oder wie in den vergangenen Jahren immer wieder von seinen Enkeln. Mit der Freundschaft zu Uwe Seeler ist auch eine Begeisterung für die Elbmetropole gewachsen.

Insgesamt 6410 Euro hat der Orscholzer mittlerweile für die Stiftung von Uwe Seeler gespendet, zuvor 1824 Mark für andere soziale Einrichtungen. Ans Aufhören denkt der engagierte Musik- und Fußballfan nach seinen Worten dabei aber noch nicht. „Solange die Gesundheit es mitmacht, mach ich weiter“, sagt der Orscholzer.