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Darf bis 22 Uhr geschossen werden?

Darf bis 22 Uhr geschossen werden?

Nohn/Mettlach. Darf von April bis Oktober dreimal die Woche bis 22 Uhr geschossen werden? Das jedenfalls sähe die Diana-Touristik gerne. Oder sind die verlängerten Schießzeiten auf dem Scheuerhof eine Zumutung, wie die Bürgerinitiative gegen Schießlärm auf dem Scheuerhof sagt? Mit dieser Frage wird sich der Mettlacher Gemeinderat am heutigen Dienstag, 17. März, ab 17

Nohn/Mettlach. Darf von April bis Oktober dreimal die Woche bis 22 Uhr geschossen werden? Das jedenfalls sähe die Diana-Touristik gerne. Oder sind die verlängerten Schießzeiten auf dem Scheuerhof eine Zumutung, wie die Bürgerinitiative gegen Schießlärm auf dem Scheuerhof sagt? Mit dieser Frage wird sich der Mettlacher Gemeinderat am heutigen Dienstag, 17. März, ab 17.30 Uhr in seiner Sitzung in Schloss Ziegelberg beschäftigen. Grund: In seiner Sitzung Ende Februar hatte der Ortsrat Nohn das Thema diskutiert und mehrheitlich beschlossen, dass auf den Kugelständen die Schießzeiten generell auf 20 Uhr zu beschränken sind. Auf dem Scheuerhof zwischen Bethingen und Nohn plant die Diana-Touristik die Errichtung einer Schießanlage mit 25 Schießbahnen mit einer Länge von bis zu 400 Metern und einer Wurfscheibenanlage für alle Schrotmunitionen. Bislang war für "Zeiten mit erhöhter Empfindlichkeit" kein Schießbetrieb vorgesehen. "Zeiten mit erhöhter Empfindlichkeit" sind nach der Technischen Anleitung Lärm werktags sechs bis sieben Uhr und 20 bis 22 Uhr sowie sonntags und feiertags von sechs bis neun Uhr, von 13 bis 15 Uhr und 20 bis 22 Uhr. Auch ist eine zweistündige Mittagsruhe vorgesehen.Jetzt soll in den Monaten April bis einschließlich Oktober zusätzlich an drei Werktagen (Donnerstag, Freitag und Samstag) auf den Kugelständen von 20 bis 22 Uhr geschossen werden. Dazu sagt der Nohner Ortsrat aber mehrheitlich Nein.Nun muss sich der Gemeinderat Mettlach zur Wahrung der Anhörungsrechte des Ortsrates Nohn am heutigen Dienstag erneut mit dieser Frage befassen. Die Bürgerinitiative gegen Schießlärm am Scheuerhof appelliert an den Mettlacher Gemeinderat, einer Verlängerung der Schießzeiten nicht zuzustimmen. Die Bürgerinitiative befürchtet, dass nun vom Betreiber den Menschen in den umliegenden Dörfern "häppchenweise" weitere Belastungen zugemutet werden. Die Bürgerinitiative fordert, dass, wie vom Betreiber anfangs zugesichert, den Menschen in den umliegenden Dörfern kein Schießlärm zugemutet werden darf. Peter Theobald aus Nohn meint: "Ich möchte, dass jegliche Nutzung des Geländes am Scheuerhof umweltfreundlich gestaltet wird und somit auch keinerlei Schießlärm in den Orten ankommen darf." Karl-Heinz Zehren aus Bethingen: "Spätestens nach 20 Uhr ist in allen Dörfern Ruhe eingekehrt. Dann sitzen wir gerne auf der Terrasse und genießen die Ruhe. Warum soll es jetzt auf einmal bis 22 Uhr knallen? Haben wir denn gar kein Recht auf einen ruhigen Feierabend?" FBM-Fraktionssprecher Joachim Badelt hat Unterstützung für die BI signalisiert. Meinung

Die Suche nach Argumenten

Von SZ-RedakteurWolf Porz Man hat den Eindruck, als suche die Mettlacher Freie Bürgerliste krampfhaft nach Argumenten gegen die Ansiedlung des Jagdzentrums in Nohn - um im Gespräch zu bleiben und bei der Kommunalwahl Stimmen einzufahren. Bei allem Verständnis für den Schutz der Anlieger: Demnächst wird womöglich gefordert, übende Schützen sollen mit lautlosen Stoppenpistolen üben oder einfach nur "peng, peng" rufen. So kann man Ansiedlungen auch verhindern. Kontrolle und Vorsicht bei Neuansiedlungen sind absolut angesagt. Aber bei der FBM meint man schon: Der Kampf gegen die Windräder ist verloren, jetzt kämpft sie gegen Flinten.