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Parken
„Cloef-Parkplatz als Reserve erhalten“

240 Fahrzeuge fasst der Parkplatz am Cloef-Atrium, der Mitte Oktober vergangenen Jahres eingeweiht wurde. „Viele Anwohner der benachbarten Senioren-Residenz beklagen zunehmend Lärm und hohes Verkehrsaufkommen“, klagt Hermann Kiefer.
240 Fahrzeuge fasst der Parkplatz am Cloef-Atrium, der Mitte Oktober vergangenen Jahres eingeweiht wurde. „Viele Anwohner der benachbarten Senioren-Residenz beklagen zunehmend Lärm und hohes Verkehrsaufkommen“, klagt Hermann Kiefer. FOTO: Ruppenthal
Orscholz. Orscholzer Ex-Ortsvorsteher Hermann Kiefer gegen Rückbau, Bürgermeister Daniel Kiefer: Arbeiten starten bald.

Es ist die völlig neue Perspektive auf das saarländische Wahrzeichen und die Natur weit darüber hinaus, die Besucher aus nah und fern magisch anzieht. Aus der gesamten Bundesrepublik reisen Besucher an, um auf dem Baumwipfelpfad auf Entdeckungsreise zu gehen – vorbei an Buchen, Eichen und Douglasien, um auf dem Turm das Panorama zu genießen. „Obwohl nicht mehr im Amt, habe ich aber als alter Orscholzer immer noch ein hohes Interesse an unserem touristischem Geschehen, und bin auch sehr froh über den gelungenen Einstand unseres neuen Baumwipfelpfades mit seinem hervorragend gelungenem Aussichtsturm“, sagt der ehemalige Orscholzer Ortsvorsteher Hermann Kiefer. Was den SPD-Kommunalpolitiker umtreibt, ist die Parkplatzsituation in dem Ort, zumal bald der Rewe-Parkplatz wegfalle, der an Sonn- und Feiertagen für Besucher geöffnet ist.


Als der Baumwipfelpfad 2016 öffnete, sei der Parkplatz am Varadeser Platz nahe der Kur-Klinik noch nicht fertig gewesen. Die Folge sei wildes Parken in allen Bereichen gewesen: „Gehwege, Grünstreifen, Omnibusparkplätze bis zur alten Kläranlage und auch im Bereich der Senioren-Residenz“, beschreibt er die Situation. Diese habe sich auch nicht verbessert, als vorübergehend der alte Cloefparkplatz freigegeben worden sei. Der Platz in Nähe des Aussichtspunktes Cloef sei nicht gut ausgeschildert gewesen. Kiefers Vorstoß: den alten Parkplatz nicht wie geplant zurückbauen, sondern zumindest für die Dauer von zwei bis drei Jahren als Reserveparkplatz erhalten. Nach seiner Meinung braucht es Zeit, bis der Parkplatz an der Cloefstraße akzeptiert werde. „Und das ist möglich. Es muss nur an einer anderen Stelle eine Ausgleichsfläche geschaffen werden“, sagt er und verweist auf einen Brief aus dem Umweltministerium. Darin heißt es: „Wir haben diesen von der Gemeinde geplanten Maßnahme aus naturschutzfachlicher Sicht zugestimmt, da sie zum naturschutzrechtlichen Ausgleich fachlich geeignet ist. Selbstverständlich wären prinzipiell auch andere geeignete Maßnahmen an anderer Stelle möglich gewesen.“ Und noch eines animiert den ehemaligen Orscholzer Ortsvorsteher, an seiner Forderung festzuhalten, den alten Cloef-Parkplatz als stille Reserve zu halten: Klagen der Bewohner der Senioren-Residenz, die in unmittelbarer Nähe des Parkplatzes am Atrium wohnen. Sie beschwerten sich nach seinen Worten zunehmend über den gestiegenen Verkehr und die damit verbundene Lärmbelästigung.

„Es ist uns nicht erlaubt, an anderer Stelle eine Ausgleichsmaßnahme vorzunehmen“, sagt Mettlachs Bürgermeister Daniel Kiefer auf SZ-Anfrage. Die Formulierung aus dem Ministerium war nach Worten des Verwaltungschefs etwas unglücklich. „Eine Ausgleichsmaßnahme muss in unmittelbarer Nähe passieren, und nicht, wo wir gerade wollen. Das ist mit dem Ministerium so abgesprochen.“ Neben vier bis fünf Behindertenplätze besteht laut Kiefer die Möglichkeit, dass Gäste von Bussen dort ein- und aussteigen können. „Das ist mit dem Ministerium so abgesprochen.“

Dass es in einem Ort, der sich dem Tourismus verschrieben hat, zu Autoverkehr komme, ist nach seiner Meinung eine unvermeidbare Begleiterscheinung. „Am Bodensee ist es ähnlich. Zu dem schwäbischen Meer gibt es nur eine Zufahrt. Und die führt entlang von herrlichen Villen.“ Und noch ein Argument führt er ins Feld: „Wenn der alte Cloef-Parkplatz nicht zurückgebaut wird, leiden die Anwohner der Seniorenresidenz unter noch mehr Autolärm und Abgasen.“ Wie vom Gemeinderat beschlossen, soll er weitgehend zurückgebaut werden.

Was die Parkplatzsituation in Orscholz angeht, so will er die Sommersaison abwarten. „Neben den 140 neuen Parkplätzen am Kurpark stehen weitere 240 Parkflächen am Cloef-Atrium zur Verfügung.“ Der Platz am Atrium, Mitte Oktober eingeweiht, sei ausschließlich für Pkw bestimmt. Busse und Motorräder können am Kurpark, Wohnmobile auf eigens ausgewiesenen Stellflächen an der Kurklinik parken.