| 20:11 Uhr

Mettlach
Circus Maximus an der Cloef

Zur Kolumne „Unsere Woche“ vom 20. Oktober

Ich kann die Wochen-Kolumne von Wolf Porz bezüglich Glamping an der Cloef, in dem er diese Entwicklung kritisiert, nur unterstreichen. Er zitiert den Zauberlehrling von Goethe: „Die Geister, die ich rief…“ und meint damit den neuen Aussichtsturm. Ich gehe noch einen Schritt weiter und bemühe in dem Zusammenhang Shakespeares Macbeth: „Das ist der Fluch der bösen Tat, die fortwährend Böses muss gebären.“ Die böse Tat ist natürlich die Errichtung des Baumwipfelturms, der die Landschaft in nachhaltiger Weise stark verschandelt. Dass hier Böses nachfolgt, liegt auf der Hand, und ich glaube, dass an der Cloef das Ende der Entwicklung noch nicht in Sicht ist. Wer weiß, was in geheimen Sitzungen, die ja immer anberaumt werden, wenn es um Bauvorhaben in der Gemeinde Mettlach geht, schon alles angedacht wird. Am Ende müsste so oder so eine Umbenennung des Cloef-Atriums erfolgen, weil ein Atrium bei den Römern immer rechteckig oder quadratisch war.


Ein neuer Name für dieses rundlich angelegte Bauwerk, das übrigens, wie man hört, jährlich Kosten von 600 000 Euro verursacht, wäre hier nicht nur angebracht, sondern auch und gerade im übertragenen Sinne zukunftsweisend notwendig, weil an der Cloef die Natur stark gestört wird. Mein Vorschlag für das halbrund angelegte Bauwerk lautet deshalb: „Circus Maximus“ (Großer Zirkus).

Zum Schluss möchte ich Goethe nochmals zu Wort kommen lassen und eines seiner altbekannten Gedichte auszugsweise und leicht verändert zitieren:



„Über allen Gipfeln war Ruh

Und über allen Wipfeln spürtest du

Kaum einen Hauch.

Die Vögelein zwitscherten im Walde.

Warte nur balde,

‚Glampingst’ du auch.“

Josef Gregor Herrmann, Mettlach