Chorkonzerte mit vielen Facetten

In Mettlach erklingt an Himmelfahrt mancherlei aus Barock, Klassik oder Moderne.

Werke aus Barock, Klassik und der Moderne stehen auf dem Programm für die Gottesdienste bei der Lutwinus-Wallfahrt in Mettlach. Im Eröffnungspontifikalamt an Christi Himmelfahrt, Donnerstag, 25. Mai, 18 Uhr, erklingt Musik des Benediktinermönchs Valentin Rathgeber (1683-1750), verrät Chorleiter Dennis-Jens Ernst. Der Zeitgenosse Johann Sebastian Bachs, der den größten Teil seines Lebens im Kloster Banz (Franken) zugebracht hat, hat laut Ernst ein umfangreiches musikalisches {OElig}uvre hinterlassen. "Zwar reicht er nicht an die Virtuosität Bachs heran, doch sind seine Kompositionen nicht minder interessant." Die Mischung von einer einmaligen monastischen Nüchternheit und Klarheit und die schier unerschöpfliche Leichtigkeit und Spielfreude machen Rathgebers Musik nach Worten des Chorleiters zum Hörgenuss. Aus der Sammlung seiner Messkompositionen haben sich die Chöre und ihr Leiter die erste, die Missa in F-Dur, op.1 Nr.1. Werke von Wolfgang Amadeus Mozart (Kirchensonate C-Dur, KV 336) und Sir Edward Elgar, einem Hauptvertreter des viktorianischen Zeitalters (Ecce sacerdos magnus) komplettieren das Programm. Zum Abschluss ertönt das berühmte "Halleluja" aus Georg Friedrich Händels Ordinarium "der Messias". Den Vokalpart übernehmen die Kirchenchöre Mettlach und Saarhölzbach, begleitet vom Kammerorchester Merzig. Die Gesamtleitung hat Dennis-Jens Ernst. "Wir proben mit den Kirchenchören Mettlach und Saarhölzbach, rund 50 Sängern, für den festlichen Eröffnungsgottesdienst und das Kirmeshochamt", sagt der Chorleiter.

Organist des Gottesdienstes ist Markus Stein, Dozent an der Musikhochschule Mainz und Kantor in Hofheim/Taunus. "Er wird an diesem Abend auch das neue Orgelregister vorstellen, dass Bischof Jean-Pierre Batut am Ende des Gottesdienstes weihen wird. Es handelt sich um ein Glockenregister aus 37 Röhrenglocken, deren Hämmer mittels des Hochdruckgebläses der Tuba magna angesteuert werden. Ein besonderer Klangeffekt, der unsere Haerpfer-Erman-Orgel als besonderes Instrument unserer Region profiliert." Wegen vieler großzügiger Spender sei das Vorhaben so schnell realisiert worden.

Am Kirmessonntag, 28. Mai, 9 Uhr, stehen im Hochamt festliche Gesänge im Mittelpunkt, die im "Trierer Quartsatzmodell" aufgeführt werden, eine Aufführungspraxis, die Gemeinde- und Chorgesang miteinander verknüpft und die im Trierer Dom ihren Ursprung hat. Es erklingen Sätze von Domkapellmeister Wilhelm Stockhausen, Stephan Rommelspacher und Klaus Fischbach. Letzterer ist in diesem Jahr verstorben. An die Anfänge der Barockmusik führen die a-cappella-Kompositionen von Heinrich Schütz (Aller Augen warten auf dich) und Antonio Lotti (Regina coeli). Es singen die Kirchenchöre Mettlach und Saarhölzbach unter der Leitung von Dennis-Jens Ernst, der auch die Orgel spielt.

Mit Musik von Christopher Tambling (1964-2015) enden an Pfingstsamstag, 3. Juni, 18 Uhr, die Wallfahrtstage. Er komponierte im Auftrag des Kirchenmusikreferats der Diözese Speyer im Jahr 2014 die Missa brevis in B-Dur. Der Kirchenchor Saarfels bringt dieses Ordinarium mit Begleitung eines Bläserensembles unter der Leitung von Stephan Langenfeld zu Gehör. Die Schola Mediolacensis übernimmt die Gregorianischen Gesänge.

"Neben den Hauptgottesdiensten sind es die täglichen Pilgergottesdienste und das tägliche Abendlob, die die Vielfältigkeit der Kirchenmusik beweisen", sagt Ernst.