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Orscholz
Özdemir: Naturdenkmal erhalten

Cem Özdemir traf sich mit Vertretern der Bürgerinitiative SCS an der Cloef: v.r. Jeanne Dillschneider, Markus Tressel, Cem Özdemir, Klaus Borger, Herrmann Kiefer, Andreas Boos und Ruth Heisel.
Cem Özdemir traf sich mit Vertretern der Bürgerinitiative SCS an der Cloef: v.r. Jeanne Dillschneider, Markus Tressel, Cem Özdemir, Klaus Borger, Herrmann Kiefer, Andreas Boos und Ruth Heisel. FOTO: Ruppenthal
Orscholz. Von Rolf Ruppenthal

Hoher Besuch an der Saarschleife: Cem Özdemir von den Grünen besuchte Orscholz - und zeigte sich von „diesem einzigartigen Naturdenkmal“ tief beeindruckt. Der frühere Bundesvorsitzende der Grünen und jetzige Bundestagsabgeordnete traf mit Vertretern der Bürgerinitiative „SCS“ – „Saarschleife-Cloef-Schutz für Mensch und Natur e.V.“ mit ihrem Vorsitzenden Andreas Boos und dem früheren Ortsvorsteher Hermann Kiefer zusammen.


Die Bürgerinitiative (BI) fordert einen Stopp des Ausverkaufs an der Cloef. Mit dem geplanten Bau eines Luxuscampingplatzes samt Hotel und einem kostenpflichtigen Abenteuerspielplatz würden große Teile des Varadeser Kurparks und der Familienerholungswald um den Blumenfels herum mit seinen attraktiven Spazierwegen verschwinden. Die BI wehrt sich gegen einen großen eintrittspflichtigen Waldspielplatz.

Zunehmende Verkehrsprobleme belasteten die Orscholzer Bürger zudem. Die bisherigen Lösungen bezeichnet Andreas Boos als Flickschusterei. Die angegebenen Ausweichmöglichkeiten am Lidl- und Rewe-Markt dürften für touristische Belange nicht genutzt werden. Die Parkplätze am Dorfplatz und am Sportplatz werden am Wochenende für Sportveranstaltungen benötigt. Özdemir mahnte zur Vernunft.



„Der Segen soll nicht zum Fluch werden“, betonte er und sprach sich klar gegen eine Kommerzialisierung der Natur an der Saarschleife aus. Fehler dürften nicht durch Fehler korrigiert werden, die Belastungen für die Anlieger in Grenzen gehalten werden. Es gebe sicherlich intelligentere und nachhaltigere Lösungen“, wobei auch der Investor gefordert sei, für einen entsprechenden Mehrwert zu sorgen. „Ein solch einzigartiges Naturdenkmal muss weiter für alle zugänglich bleiben, und ein Besuch dürfe nicht am Geldbeutel scheitern.“ Landesvorsitzender Markus Dressel forderte, die für das Saarland so wichtige Saarschleife in ihrer Ursprünglichkeit zu erhalten

Klaus Borger fordert ein touristisches Gesamtkonzept für Orscholz mit aktiver Einbindung der Bevölkerung. Jeanne Dillschneider, gebürtige Orscholzerin und Vorsitzende der Grünen Jugend, sprach sich für übergreifende nachhaltige und familienfreundliche Tourismusplanungen aus.