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Blitz und Donner vertreiben Kinder

Blitz und Donner vertreiben Kinder

Orscholz/Hülzweiler. Es sollten ein paar tolle Tage werden, Ferien in einem Zeltlager, das verspricht eigentlich Abenteuer pur. Aber auf dieses spannende Erlebnis hätten die Kinder aus Hülzweiler sicherlich gerne verzichtet

Orscholz/Hülzweiler. Es sollten ein paar tolle Tage werden, Ferien in einem Zeltlager, das verspricht eigentlich Abenteuer pur. Aber auf dieses spannende Erlebnis hätten die Kinder aus Hülzweiler sicherlich gerne verzichtet. Über Orscholz zog am Mittwochabend eine Unwetterfront hinweg, und das Zeltlager der Jugendabteilung des Karnevalsvereins "Die Bollen" stand mittendrin. Der Ferienspaß endete über Nacht in der Schulturnhalle. Die Jugendabteilung organisiert seit Jahren für die Sommerferien ein Zeltlager, das auf große Resonanz stößt. Über 50 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen fünf und 14 Jahren waren dieses Mal mit dabei. Versorgt und betreut von einem 20 Mann starken Team starteten sie am Montag in den Ferienspaß nach Orscholz. Bis Mittwochabend war die Welt auch noch in Ordnung, bis der große Sturm aufzog. "Mir ist das alles viel zu viel", erzählte Aline, als die Saarbrücker Zeitung den Kindern gestern in ihrer Notunterkunft einen Besuch abstattete. Ihr und Jaqueline steckte noch das Hochwasser von vor knapp vier Wochen im Hülzweiler Kindergartenweg in den Knochen. Beide wohnen dort, beide haben damals bei dem Unwetter miterleben müssen, wie ihr zu Hause von den Wassermassen überflutet wurde. "Ich kann kein Wasser mehr sehen", sagte Jaqueline. Die Mädchen sollten sich von diesem Ereignis erholen - und dann das.Einige mussten weinenDer erste Platzregen setzte gegen 19 Uhr ein. "Wir waren gerade beim Abendessen", sagte Matthias Strauß, Vorsitzender der Jugendabteilung. Die Zelte, die es am meisten getroffen hatte, wurden ausgeräumt, Luftmatratzen und Decken in das angrenzende Vereinsheim der Angler gebracht. Alle versammelten sich im großen Mannschaftszelt. Doch zum durchatmen blieb kaum Zeit, denn wenig später zog das nächste Unwetter auf. "Da hat es ganz schön gekracht", erzählten die Jüngeren aus der Gruppe. Blitz und Donner sorgten für richtige Schreckminuten. "Einige mussten sogar weinen", sagten sie. Der Wind fegte über den Platz, der Regen prasselte unaufhörlich auf das Zeltdach, das Wasser stand überall. Der Jugendvorsitzende bat den Ortsvorsteher Hermann Kiefer um Hilfe. Der wiederum alarmierte umgehend Feuerwehr und DRK und sorgte dafür, dass die Gruppe in der Turnhalle unterkommen konnte. "Wenn es jetzt weiter regnet ist das ganz schön doof", erzählten die Kinder enttäuscht. Offensichtlich ahnten sie schon, dass ihr Feriencamp einen Tag früher als geplant abgebrochen werden musste. Die Turnhalle ist zwar auch ein spannender Spielplatz, ist aber nur als Notunterkunft gedacht gewesen. Also informierten die Betreuer alle Eltern, die ihre Sprösslinge gestern abholen mussten. Das große Highlight, der bunte Abend zum Abschluss, fiel sprichwörtlich ins Wasser, worüber die Kinder besonders enttäuscht sind.