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BI: Fangzaun an vielen Stellen unnötig

BI: Fangzaun an vielen Stellen unnötig

Orscholz. Große Teile des umstrittenen Fangzaunes, der entlang der Saarschleife vor möglichem Steinschlag schützen sollen, seien nicht nötig. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten, das die Bürgerinitiative "Saarschleife ohne Zaun" in Auftrag gegeben und gestern vorgestellt hat

Orscholz. Große Teile des umstrittenen Fangzaunes, der entlang der Saarschleife vor möglichem Steinschlag schützen sollen, seien nicht nötig. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten, das die Bürgerinitiative "Saarschleife ohne Zaun" in Auftrag gegeben und gestern vorgestellt hat. Felsnägel, Netze, Steinwälle und Gräben sollen nach Ansicht des Felsbauspezialisten Professor Dr. Bernhard Fröhlich, der die Expertise erstellt hat, vor eventuellem Steinschlag schützen. "Die Sicherung durch Fangzäune ist nur unterhalb einzelner Felsnasen sinnvoll, soweit diese im unteren Bereich der Böschung liegen", hält er in seinem Gutachten fest. Eines steht für den Fachmann, der 1974 sein Studium in Felsmechanik abgeschlossen hat fest: "Der Fangzaun ist nach dem Ergebnis eines Gutachtens zu groß dimensioniert worden." Nach seinen Berechnungen hätten 500 000 Euro ausgereicht, um Wanderer und Radfahrer vor eventuell herabstürzendem Geröll zu schützen. Der Fangzaun hatte rund 1,5 Millionen Euro gekostet. Diese Drahtkonstruktion hatte die WPW-Geoconsult in ihrem Gutachten als einzige Alternative genannt, in Auftrag gegeben vom Landesamt für Straßenbau. Es ist zuständig für die Verkehrssicherung. Seit dieser Zeit wehren sich Bürger gegen diese Sicherheitsmaßnahme, allen voran der Orscholzer Ortsvorsteher Hermann Kiefer. Eines seiner Argumente: Seit der Postkutschenzeit sei dieses Gebiet als geröllgefährdet bekannt. Passiert sei jedoch nie etwas. So hat sich auf Betreiben von Kiefer die Bürgerinitiative (BI) "Saarschleife ohne Fangzaun" Anfang des Jahres gegründet mit dem Ziel "Abbau des Zauns". Er sei Geldverschwendung. Durch das Gutachten, das Professor Fröhlich vorgelegt hat, fühlt sich die Initiative in ihrer Ansicht bestätigt. "Für uns ist jetzt klar, dass das Land ohne hieb- und stichfeste Grundlage eine Million Euro für die Verschandelung der Saarschleife zum Fenster hinausgeworfen hat", kommentiert Vorsitzender Klaus Meyer-Reinecke. Der Zaun müsse an Stellen, an denen er nicht notwendig ist, wieder demontiert werden.