Beim Erntedankfest wechselte der Dreschflegel den Besitzer

Kostenpflichtiger Inhalt: Tradition in Orscholz : Angelina trägt in Orscholz die Erntekrone

Bei der Inthronisierung der Hoheiten in zum Erntedankfest in Orscholz wechselte auch der Dreschflegel den Besitzer.

Der Kurort an der Cloef feierte an diesem Wochenende sein 62. Erntedank- und Heimatfest, das erneut unter dem Motto „Traditionen pflegen – Generationen bewegen“ stand. Nach einem Festgottesdienst in Pfarrkirche St. Nikolaus und dem Festumzug zum Cloef-Atrium unter Begleitung von Fahnenträgern örtlicher Vereine ertönten Pauken und Trompeten im Festsaal. Mit dem Marsch „Preußens Gloria“ stimmte der Musikverein Orscholz mit Dirigent Tassilo Welsch auf die Inthronisation der neuen Erntekönigin Angelina I. mit ihren Prinzessinnen Vanessa und Charlotte ein.

Begleitet von vielen gekrönten Häuptern aus dem gesamten Grünen Kreis sowie den Fahnenabordnungen der Vereine, zogen die Hoheiten auf die Bühne und wurden vom Publikum frenetisch gefeiert. Von Schirmherr David Zimmer, Geschäftsführer von Inexio, Ministerin Monika Bachmann, Bürgermeister Daniel Kiefer sowie dem neuen Orscholzer Ortsvorsteher Manuel Kerber gab es Küsschen und Umarmungen für das Trio.

Schirmherr Zimmer war die Krönungszeremonie vorbehalten. Zuvor hatte er aus den Händen der Ministerin Bachmann (sie war für den verhinderten Vorjahresschirmherrn und Ministerpräsident Tobias Hans eingesprungen) traditionell den Dreschflegel zum Zeichen seines Protektorates übernommen. „Das Orscholzer Erntedank- und Heimatfest mahnt uns alle, dass zum Ernte einfahren viel harte Arbeit erforderlich ist“, sagte Zimmer. „Wer reichlich ernten möchte, muss zuvor seinen Beitrag dazu leisten. Umso größer ist die Freude, wenn man die Frucht der eigenen Arbeit sieht.“ Auch verwies er auf die wirtschaftliche Verbindung seiner Firma und deren gute Partnerschaft mit der Gemeinde Mettlach.

Erntedank und Unternehmertum passen nach seiner Ansicht zusammen, auch dies könne gefeiert werden – wie alljährlich auch die Städtepartnerschaft mit Varades. „Das Erntedankfest bringt zudem seit über 60 Jahren Generationen zusammen, zeigt, wie junge und alte Menschen zusammen feiern können. Gleichzeitig ist es Kulturpflege im Sinne von Heimatpflege und ein Zeichen der Daseinsberechtigung des ländlichen Raumes“, dankte Zimmer den ehrenamtlichen Organisatoren des Festes. Die helfenden Hände seien nicht immer und überall selbstverständlich, erbringen aber in Orscholz beim Erntedankfest eine überaus eindrucksvolle und beeindruckende Leistung.

Mit Geschick und Küsschen setzte der Schirmherr der Erntekönigin Angelina I. das Diadem auf, hängte ihr ebenso charmant die Schärpe um. Auch die Prinzessinnen Vanessa und Charlotte erhielten eine Schärpe und einen Blumenstrauß. „Es ist uns eine Ehre, euer Dreigestirn zu sein“, sagte Erntekönigin Angelina I.. „Es ist nicht nur eine Freude, unser Dorf im kommenden Jahr über die Landesgrenzen hinaus repräsentieren zu dürfen, sondern es ist uns eine innige Herzensangelegenheit“, versprach sie auch im Namen ihrer Prinzessinnen Vanessa und Charlotte.

Auch dankte sie für das entgegengebrachte Vertrauen. „Das Erntedank- und Heimatfest ist nicht nur ein Anlass, an dem wir für eine ertragreiche Ernte danken sollen, sondern auch an unsere Gemeinschaft und unsere Gesellschaft, die uns zusammen feiern lässt“, ergänzte sie. „Bis es zu einer Ernte kommt, müssen viele Hände übergreifend tätig sein, damit eine großzügige Ernte eingefahren werden kann. Viele Hände sind auch für die Organisation unseres Festes notwendig. Diesen danken wir herzlichst, mit den Feierlichkeiten ernten wir ihre vielfältigen Arbeiten“, lobte sie die Organisatoren.

Ein „grand merci“ adressierte sie an die französischen Freunde aus der Partnerstadt Varades, die wiederum zahlreich nach Orscholz gekommen waren, um das Erntedankfest mitzufeiern.

Mit Bravour entledigten sich Schirmherr und Hoheiten des Fassanstichs, wenngleich zwei Versuche – ein erster Zapfhahn ging zu Bruch – notwendig waren, bis dass das Bier ausgeschenkt werden konnte.

Zuvor hatten sich die Erntekönigin Jeanne mit ihren Prinzessinnen Alexandra und Celine verabschiedet. Sie vertrat ihren Heimatort bei vielen Anlässen und Festivitäten und machte ihn bekannt. Als Höhepunkte nannte sie die Auftritte bei der Grünen Woche in Berlin sowie in Varades, der Partnerstadt. „Besonders beeindruckt hat uns die Gastfreundschaft, die wir genießen durften. Zudem hatten wir besondere Erlebnisse“, blickten die Hoheiten auf ein tolles Jahr zurück, das auch neue Freunde gebracht habe.

Die Begrüßung der Gäste zum Festakt war dem Vorsitzenden des Erntedank- und Heimatvereins und Ortsvorsteher Manuel Kerber sowie Bürgermeister Daniel Kiefer vorbehalten. „Mit unserem Erntedankfest erinnern wir uns immer wieder gerne an Zeiten, in denen eine gute Ernte überlebensnotwendig war“, sagte der Verwaltungschef. „Es erinnert uns daran, dass wir von der Natur abhängig sind und ihr mit Demut und Respekt begegnen sollen, schließlich ist unsere Nahrung eine Gabe Gottes“, ergänzte er und bescheinigte dem ausrichtenden Verein wiederum eine tolle Mannschaftsleistung.

Kerber hob das Motto des Festes hervor, „das genau ausdrückt, was heute vielfach zu kurz kommt: „Traditionen pflegen – Generationen bewegen“ Es gelte, besonders traditionelle Bräuche zu erhalten und das mit einem hervorragenden Mix aus Erfahrung und vielen neuen jungen Ideen.

Moderator des Abends war Michael Casper, der mit Humor durch das Programm führte. Für die flotte Musik sorgte das Orchester des Musikvereins, für die musikalische Erntegaudi sorgte die neunköpfige Liveband Krachleder aus der Pfalz.

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