Ausschüsse bleiben unbesetzt

Die Sitze in zwei Auschüssen bleiben vorerst unbesetzt. Das hat der Mettlacher Gemeinderat am Freitag entschieden. Jetzt soll dieser Punkt im Februar erneut auf die Tagesordnung kommen.

Zum dritten Mal hat der Mettlacher Gemeinderat die Entscheidung vertagt, wer Nachfolger des zurückgetretenen Jörg Zenner werden soll. Zenner, zuletzt als Einzelkämpfer im Rat, hatte im Oktober sein Mandat niedergelegt. Er war Mitglied des Werksausschusses "Örtliche Abfallentsorgung", des Aufsichtsrates der Beteiligungs- und Geschäftsführungs-GmbH sowie Mitglied des Beirates der Saarschleife-Touristik. Jetzt soll die Entscheidung in der Sitzung im Februar fallen. Darauf verständigten sich die Fraktionen. "Die großen Parteien sollen das Gespräch suchen", riet Joachim Badelt, Sprecher der FBM. "Wir haben uns immer dafür ausgesprochen, kleine Parteien in den Ausschüssen zu berücksichtigen." Den Vorstoß von CDU-Fraktionschef Michael Thieser lobte er. Der Christdemokrat hatte vorgeschlagen, die Sitze mit Reinhard Halberstadt (FDP ) und Michael Döbrich (Auf-Partei) zu besetzen. "Nach d'Hondt haben wir die Mehrheit. Uns würden beide Sitze zustehen. Doch dies wäre ein Kompromiss, den wir als Fraktion vorschlagen", sagte er mit Blick auf die Liste der Sitzverteilung, die die Verwaltung im Rathaus auf seinen Wunsch erstellt hatte. Grund für die Arbeit: Die CDU wollte nach der Aufspaltung der Genossen in SPD-Fraktion und neue SPD-Fraktion eine Auflistung der Fraktionsstärke.

Bei Halberstadt (FDP ) kam Thiesers Vorschlag nicht gut an. "Wir machen uns nur lächerlich." Dass sich der Rat in der Vergangenheit kein Ruhmesblatt ausgestellt habe, sei bekannt. "Und das hört nicht auf." In der Oktober-Sitzung hatten sich nach seinem Bekunden die beiden SPD-Fraktionen nicht einigen können, "in der November-Sitzung stellte sich die CDU quer". Die Wähler haben sich bei der Kommunalwahl für Parteien entschieden, nicht für eine SPD-Fraktion oder eine neue SPD-Fraktion . Außerdem sei kein Gespräch mit ihm gesucht worden. Unterstützung für seine Aussagen erhielt Halberstadt von SPD-Fraktionsmitglied Reinhold Behr: "Das sehe ich genauso." Da laut Hans-Josef Uder, Chef der neuen SPD-Fraktion , nichts anbrennt, stimmte er der Verschiebung zu. Er hatte zuvor Esther Leick für den Sitz in der Saarschleife-Touristik vorgeschlagen, Rudi Mohr (SPD-Fraktion ) sich selbst für Werksausschuss.

Meinung:

Kommt endlich zur Vernunft!

Von SZ-Redakteurin Margit Stark

Wann kommt der Mettlacher Gemeinderat endlich zur Vernunft? Seit über einem Jahr gibt es dort personelle Probleme, von denen einige noch nicht geklärt sind. Dass der Rat nach all dem Zirkus jetzt zum dritten Mal die Besetzung von Ausschüssen verschiebt, kann jenen Vorschub leisten, vor denen man bei der Bürgermeisterwahl Angst und Bange hatte.

Noch ist das Gros der Mettlacher Wähler und Wählerinnen auf Seiten der etablierten Parteien. Doch wenn dieses Kasperle-Theater so weitergeht, werden diese Parteien am Ende, dem Wahltag, möglicherweise das Nachsehen haben. Dann wäre das Geschrei groß.

Man muss die Namen derer nicht nennen, die die diese Sache in Mettlach verschuldet haben und von denen einige noch in ihrem Ämtern sind.

Fakt ist: Der Gemeinderat schafft durch solche Dinge den Nährboden für Wutbürger. Es wäre anzuraten, dass der Mettlacher Rat endlich zur Raison kommt und im Sinne der Bürger arbeitet, die ihn gewählt haben. Dies hätten die Mettlacher nach all dem Palaver doch wahrlich verdient.