RAL-Gütegemeinschaft: Aufgaben und Arbeitsweise des RAL-Instituts

RAL-Gütegemeinschaft : Aufgaben und Arbeitsweise des RAL-Instituts

RAL-Farben sind durchaus bekannt. Seit 1927 definiert das Deutsche Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung durch Benennung und Nummern weltweit Farbtöne. Aber hinter dem Institut steckt weitaus mehr.

1925 gründete die Privatwirtschaft und die damalige Regierung der Weimarer Republik den „Reichs-Ausschuss für Lieferbedingungen“, kurz RAL. Die Initiative diente zur Rationalisierung der deutschen Wirtschaft. Der RAL erarbeitete eigenverantwortlich neutrale Prüfbestimmungen, die die technischen und qualitativen Anforderungen für Gewerbetreibende in den jeweiligen Branchen festlegten. Die Gütezeichen sollten diese Qualitätsüberwachung kennzeichnen und Verbrauchern verlässliche Informationen für die Wahl der Produkte geben.

1972 wurde RAL ein eingetragener Verein. Das Führungsgremium besteht seither aus Spitzenorganisationen der Wirtschaft, der Verbraucher, von Bundesministerien und -behörden sowie vier ordentlichen Mitglieder von RAL. Seit 1980 trägt der Verein den Namen RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung. Die Bereiche RAL Farben, RAL Umwelt und RAL Logo Lizenz gehören der gemeinnützigen Tochterfirma RAL gGmbH an.

„Die neue RAL-Gütegemeinschaft Rückkonsum e.V. wurde 2016 gegründet. Der Anlass ist eigentlich bei vielen Gütezeichen der Gleiche: Es geht darum, eine definierte Qualität für Produkte und Dienstleistungen im Rahmen eines Standards zu fixieren und damit eine Wettbewerbsgleichheit zu schaffen. Das neue Gütezeichen ist weltweit die erste standardisierte Definition für den Betrieb von Wertstoffhöfen“, erklärt Christoph Becker, Geschäftsführer der RAL Gütegemeinschaft Rückkonsum mit Sitz in Merzig. „Erster Vereinssitz war im Übrigen mein Wohnort in Blieskastel. Weil unser erster Vorsitzender in Luxemburg lebt, haben wir den Sitz nach Merzig, den Wohnort eines anderen Mitglieds,  gelegt“, sagt Becker. Darüber hinaus gibt es ein kleines Büro in Luxemburg. Der Sitz sei aber nicht wirklich ein wichtiger Faktor in der Vereinsarbeit: „denn die spielt sich jeweils vor Ort bei den Wertstoffhöfen ab“.

In der Regel stellen Unternehmen bei RAL einen Antrag auf Gütesicherung. Das Institut legt die jeweiligen Anforderungen fest. Dabei werden Behörden, Ministerien, Verbände, Prüfinstitute und Hersteller einbezogen. Eine Erstprüfung des Unternehmens erfolgt durch den Güteausschuss der Gütegemeinschaft. Regelmäßige Überwachungen der Gütegemeinschaft sorgen dafür, dass die Bestimmungen eingehalten werden.

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