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Atmosphäre-Check im Kreis Merzig-Wadern: Kommunen können Förderung bekommen

Auftakt in Orscholz : Den Killern der Atmosphäre auf der Spur

Das Münchner Unternehmen Futour erarbeitet mit den Touristikern im Grünen Kreis Konzepte für die Regionalentwicklung.

Das Saarschleifenland soll jetzt „atmosphärisch“ unter die Lupe genommen werden. Das Land stellt für diesen Check durch die Münchener Agentur Futour Geld zur Verfügung und winkt den beteiligten Kommunen mit einer anteiligen Förderung bei der Umsetzung der gemeinsam herausgefundenen Maßnahmen, die sie nicht zuletzt aus Sicht ihrer touristischen Besucher besser aussehen lassen sollen. Bei seiner Begrüßung der beteiligten Touristiker zum Auftaktworkshop im Cloef-Atrium von Orscholz durfte sich Mettlachs Bürgermeister Daniel Kiefer der kopfnickenden Zustimmung aller Teilnehmer sicher sein, als er dankbar daran erinnerte, dass damit der vorausgegangene Genehmigungs-Marathon endlich abgeschlossen sei.

„Ich bin schon mal sehr gespannt, was für hilfreiche Instrumente wir unseren Touristikern an die Hand geben können, damit die ihre Ortschaften ihren Besuchern noch attraktiver als bisher präsentieren können“, sagte die Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich. Und als Geschäftsführer der Saarschleifenland Tourismus GmbH, die dieses Projekt auf den Weg gebracht hatte, erinnerte Peter Klein daran, dass der Hochwaldkreis als erster im Land diesen Atmosphäre-Check anbietet. Und damit überließ er das Wort Heike Glatzel, die für die Agentur Futour in den kommenden Wochen ihren Lebensmittelpunkt von München in den Grünen Kreis verlagert hat.

Die Projektleiterin erinnerte zunächst daran, dass Losheim am See bereits mit dem Checken seiner touristischen Atmosphäre begonnen habe, und sie freue sich darauf, auf diesem „Weg der Besserung“ auch den übrigen Landkreisgemeinden zur Seite stehen zu dürfen. Mit diesem Atmosphäre-Check werde den Kommunen ein Beratungsbaustein geboten, mit dem Schwachstellen und Störfelder (sogenannte Atmosphäre-Killer) und Attraktivitäten (sogenannte Atmosphäre-Träger) identifiziert werden können, woraus dann zahlreiche Vorschläge für positive Veränderungen abgeleitet werden sollen.

Voraussetzung dafür sei die jetzt anstehende Bestandsanalyse. Dazu will Glatzel mit von den Kommunen vorgeschlagenen Fachleuten alle Orte bereisen. „Dabei halten wir gemeinsam fest, was uns an positiven wie negativen Beispielen ins Auge springt.“ Als nächster Schritt schließe sich dann die Beratung konkreter Vorschläge in einer jeweils ortsbezogenen Beratungsrunde an. Einige Wochen später sehe der Zeitplan lokale Workshops vor, zu denen neben den Bürgermeistern und ihren Touristikfachleuten auch zum Beispiel engagierte Vereine, Organisationen oder Vertreter des örtlichen Gewerbes eingeladen werden sollen.

Richtig zur Sache gehe es dann Ende Oktober in den Abschlussworkshops. Voraussichtlich sei am 21. Oktober Mettlach mit Orscholz dran, gefolgt von Perl mit Nennig (vormittags) und Weiskirchen (nachmittags) am 22. Oktober, von Wadern mit Noswendel (vormittags) und Beckingen (nachmittags) am 24. Oktober, sowie von Merzig am 25. Oktober. Details müssten wie im Fall von Losheim am See noch abgestimmt werden.

Soweit die Vorschau. Jetzt kamen zunächst einmal die von Glatzel mitgebrachten Pinwände ins Spiel. Die Projektleiterin verteilte rosa und grüne Spickzettel, auf denen die Beteiligten dieser erste Besprechungsrunde die Atmosphäre-Killer (rosa) und Atmosphäre-Träger (grün) aus ihrer jeweiligen Stadt vermerken sollten, die ihnen ganz spontan einfielen. Später an die Pinwände geheftet ergab sich so schnell ein erster Eindruck von den „Schokoladenseiten“ und den eher verbesserungsbedürftigen Ansichten in den Kommunen. Auf der einen Seite glänzten beispielsweise schöne Wälder, gute Vereinsstrukturen und eine zünftige Kneipenkultur, während auf der anderen Seite innerstädtische Leerstände, wilde Müllablagerungen oder sogenannte Schrottimmobilien auf dringende Veränderung schließen ließen.

Die erste Auswertung dieser Ergebnisse wird jetzt in der nächsten Zeit die Agentur Futour beschäftigen. Peter Klein bat abschließend als Geschäftsführer der Saarschleifenland Tourismus GmbH alle Beteiligten darum, ihre Listen mit lokalen Ansprechpartnern schnellstmöglich einzureichen: „Die Zeit drängt – bis zum 30. Juni kommenden Jahres müssen wir unsere Förderungsanträge stellen.“