Mettlach: Anwohner der B 51 in Mettlach will Raser ausbremsen

Mettlach : Anwohner der B 51 in Mettlach will Raser ausbremsen

Dieter Franz findet, dass auf der Straße vor seiner Haustür zu schnell gefahren wird. Allerdings ist der Bereich kein Unfallschwerpunkt.

Von seinem Esszimmer in der Saaruferstraße 11 aus schweift sein Blick über sattes Grün und Schloss Ziegelberg. Allein schon der Aussicht wegen hat Dieter Franz nach seinen Worten den Umzug von Merzig nach Mettlach vor drei Jahren nie bereut. Wären da nicht Auto- und Lastwagenfahrer, die die B 51, die direkt an seiner Wohnung vorbeiläuft, als Rennpiste nutzen, klagt der Rentner. Zwar seien 50 Stundenkilometer vorgeschrieben, doch die gerade Strecke vorbei am früheren Hotel Saarpark verleite dazu, kräftig aufs Gaspedal zu drücken. Er habe sich schon mehrfach ertappt, an der Stelle mit über 70 gefahren zu sein, gesteht er.

Doch nicht nur er fürchte um Leib und Leben, wenn er mit dem Hund Gassi gehe. „Viele meiner Bekannten aus Mettlach sehen ebenso die Gefahr, die von den Rasern ausgeht – ob die Richtung von Mettlach nach Saarburg oder umgekehrt“, sagt Franz. Zudem bange er um die vielen Radfahrer, die die B 51 überquerten, um in der Brauerei einzukehren. Die Gefährdung durch die Raser ist nach seiner Ansicht so eklatant, dass dringend Abhilfe geschafft werden müsse, „dringender als an anderen Stellen in Mettlach“.

Nur ein Blitzer könne hier die Raser ausbremsen, findet er. „Auch ein Zebrastreifen wird nicht verhindern, dass bei grüner Ampel mit durchschnittlich 80 Sachen durchgefahren wird.“ Demnächst gebe es im Saarpark-Hotel 26 neue Eigentumswohnungen. Auch die neuen Nachbarn sieht er durch die Raser in Gefahr. Was Franz ärgert: Jeder gebe ihm recht, doch Landratsamt und Gemeinde blieben untätig.

„Der Landkreis hat in diesem Fall keine Befugnis im Hinblick auf die Einrichtung eines stationären Blitzers oder die Anordnung mobiler Geschwindigkeitskontrollen“, teilte Frank Wagner, Beigeordneter des Landkreises, auf SZ-Anfrage mit. Die Strecke, die Franz moniere, sei keine Unfallhäufungsstelle, heißt es in der Stellungnahme weiter. „Für die Verkehrsüberwachung dort, also auch die Einrichtung eines stationären Blitzers, ist die Polizeivollzugsbehörde zuständig.“ Das Innenministerium kann laut Wagner der Ortspolizeibehörde auf deren Antrag hin die Befugnis zur Überwachung innerhalb geschlossener Ortschaften übertragen.

Auch Mettlachs Bürgermeister Daniel Kiefer ist das Problem bekannt. „Ich hatte im Gemeinderat den Antrag gestellt, Geld für einen mobilen Blitzer und das zuständige Personal bereitzustellen. Doch das wurde abgelehnt.“ Auch der Polizei sei bekannt, dass hier zu schnell gefahren werde. Trotz des hohen Tempos, zu dem sich der ein oder andere Fahrer auf der Strecke verleiten lasse, sei sie keine Unfallhäufungsstelle. Die Mitarbeiter des Merziger Ordnungsamtes, die innerhalb des Rahmenvertrages zwischen beiden Kommunen zu Kontrollen anrückten, nähmen sich daher auch neuralgische Punkte an Schulen oder Kindergärten vor.

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