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Angst, dass Schwarzstorch und Co. flüchten

Angst, dass Schwarzstorch und Co. flüchten

Die BI „Windkraft mit Vernunft“ macht Front gegen den Plan, dass sich im Holscheider Wald und im Wintersteinchen Windräder drehen.

Wenn im Holscheider Wald und im Wintersteinchen auf der Gemarkung Weiten die 200 Meter hohen Windkraftanlagen Einzug halten, werden Rotmilan, Schwarzstorch und Co. flüchten, lautet die Befürchtung der Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) "Windkraft mit Vernunft". Daher lautet ihre Forderung an Mettlachs Bürgermeister Daniel Kiefer und den Gemeinderat Mettlach, in ihrer Sondersitzung am heutigen Mittwoch, 26. April, 17.30 Uhr, im Orscholzer Cloef-Atrium, den Flächennutzungsplan für die Windenergie ohne die Konzentrationszone Wintersteinchen/Holscheider Wald zu verabschieden, "genauso wie es der Ortsrat von Weiten bereits mehrfach beschlossen hat". Weiter verlangt die BI, keine neuen Flächen mehr in den Plan aufzunehmen..

Für die BI ein großes Problem: "Alle fünf neu geplanten Windkraftanlagen sollen im Naturpark Saar-Hunsrück gebaut werden." Nicht nur viele Weitener sehen dies laut BI mit Sorge, sondern auch der Naturschutzverband und die Kreisverwaltung Trier-Saarburg, die zugleich Genehmigungsbehörde in Rheinland-Pfalz ist. Wegen des Artenschutzes und der Lage der Konzentrationszone im Naturpark Saar-Hunsrück auf der anderen Seite sei die Ansiedlung höchst umstritten.

"Unser Nachbarbundesland Rheinland-Pfalz geht mit gutem Beispiel voran: Hier werden die Bedenken der Bürger und der Naturschutz ernst genommen und es wird auf die Ausweisung neuer Konzentrationszonen im Naturpark Saar-Hunsrück verzichtet."

Die Forderung der BI: "Alle Gemeinderatsmitglieder in Mettlach sollen diesem positiven Beispiel folgen und sich damit für die Gesundheit der betroffenen Bürger sowie den Schutz von gefährdeten Tieren einsetzen anstatt nur die möglichen kurzfristigen Gewinne aus dem Windpark auf gemeindeeigenen und privaten Grund im Auge zu haben."

Die Ausweisung des Naturparks Saar/Hunsrück, die Naturschutzgebiete und Landschaftsschutzgebiete rund um Wintersteinchen und Holscheider Wald führen laut BI zu einem regen Austausch der Vogel-Populationen. Doch diese sieht die BI gefährdet, da die Brutplätze von Rotmilan, Schwarzmilan und Schwarzstorch nicht weit genug von den Windrädern entfernt sind. "Gerade diese Vogelarten zeigen eine hohe Intoleranz gegenüber Windkraftanlagen. Rotmilane, die ohnehin in ihrem Bestand zurückgehen, zählen bundesweit zu den größten Schlagopfern durch Windkraftanlagen", sagt die BI. Zudem verweist sie auf eine Untersuchung, die eine hohe Artenzahl von Greifvögeln auflistet, den Baumfalken, den Habicht, den Mäusebussard, den Sperber und den Wespenbussard. "Ein weiterer Ausbau von Windrädern stellt eine Bedrohung für diese Arten und deren lokale Populationen dar."

Auch den Rotmilan sieht die BI durch die Windräder gefährdet. Foto: dpa/Pleul Foto: dpa/Pleul

Und noch ein Argument führt die BI ins Feld: "Weniger als 1000 Meter vom geplanten Windpark entfernt befindet sich das erst kürzlich ausgewiesene FFH-Gebiet ‚Steilhänge an der Saar', in welchem seltene und unter Schutz stehende Tiere vorkommen."