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Fußball-Saarlandliga: Abschied eines Urgesteins

Fußball-Saarlandliga : Abschied eines Urgesteins

An diesem Samstag wird Christoph Gläsner das letzte Mal in einem Heimspiel auf der Bank seines SV Mettlach sitzen. Nach 45 Jahren als Spieler und als Übungsleiter freut sich der 52-Jährige auf ein Leben ohne „Rahmenterminkalender“.

Fußball-Saarlandligist SV Mettlach kann an diesem Samstag eigentlich entspannt ins Heimspiel gegen den Tabellendritten VfB Dillingen (15.30 Uhr) gehen. Durch den 2:0-Sieg am vergangenen Samstag beim SV Hasborn hat der Club den Ligaverbleib vorzeitig in der Tasche.

Trotzdem will der Tabellenzwölfte gegen den Aufstiegsanwärter noch einmal richtig Gas geben. Der Grund: Für SV-Trainer Christoph Gläsner ist es das letzte Heimspiel auf der Trainerbank seines Heimatvereins. Der 52-Jährige wird kommende Saison von Holger Klein beerbt (wir berichteten).

Seinen bevorstehenden Abschied nimmt Gläsner vor der Partie noch gelassen. „Es ist ja schon seit der Winterpause bekannt, dass ich am Runden-Ende aufhöre. Von daher hatte ich ausreichend Zeit, mich darauf einzustellen. Aber ich kann mir schon vorstellen, dass es noch einmal emotional wird.“

Denn der SV Mettlach prägte das Leben des 52-Jährigen. Mit sieben Jahren begann Gläsner beim SV in der Jugend mit dem Fußballspielen. Mit 17 rückte er dann in den Aktivenbereich. Als linker Manndecker hielt er dem Verein bis zu seinem Karriere-Ende die Treue. Gläsner stand für die Blau-Weißen in der Ober- und in der Verbandsliga ebenso auf dem Feld wie im DFB-Pokal in Duellen gegen den damaligen Bundesligisten SG Wattenscheid 09 (0:2) und den damaligen Zweitligisten Hertha BSC Berlin (0:4).

Im Gedächtnis geblieben ist Gläsner aber vor allem eine andere Partie. „Der letzte Spieltag der Saison 92/93, als wir in Theley trotz eines Rückstandes den Aufstieg in die Oberliga geschafft haben“, erzählt der 52-Jährige. „Es war der erste Aufstieg des SV in diese Spielklasse – und die war damals noch drittklassig. Das war damals schon ein Meilenstein für den Verein.“

Nach seiner Zeit als Spieler begann Gläsner seine Trainer-Karriere – beim B-Jugend-Regionalliga-Team des Nachbarn SSV Bachem. Anschließend trainierte er dort die Aktiven, mit denen er von der Bezirks- bis in die Verbandsliga aufstieg.

Vor fünf Jahren lockte schließlich wieder der Heimatclub: Gläsner übernahm den Übungsleiterposten in Mettlach. Unter seiner Regie feierte der Club unter anderem einen 2:1-Sieg im Saarlandpokal gegen Drittligist 1. FC Saarbrücken. Vor zwei Jahren wurde Mettlach zudem Saarlandliga-Vizemeister, scheiterte aber in der Oberliga-Aufstiegsrunde am SV Morlautern.

Danach gab es einen personellen Umbruch, langjährige Leistungsträger verließen den Club. Ersetzt wurden diese überwiegend durch junge Spieler aus unteren Klassen. „Ich denke, dieser Umbruch ist uns geglückt“, freut sich Gläsner.

Der Übungsleiter wird ab dem Sommer übrigens pausieren – für wie lange ist noch offen. „Ich freue mich erstmal, dass nach 45 Jahren mein Leben und das meiner Familie mal nicht vom Rahmenterminkalender diktiert wird“, erklärt der Übungsleiter lachend.

Im Stadion am Schwimmbad will sich das Mettlacher Urgestein aber dennoch ab und an blicken lassen. „Ich bleibe auf jeden Fall Vereinsmitglied und werde mir auch die eine oder andere Partie anschauen“, kündigt er an. „Ich denke für die kommende Saison ist der Club gut aufgestellt. Mit den aktuellen Spielern und den Neuzugängen sollte dann ein einstelliger Tabellenplatz drin sein.“ Den kann Gläsner auch diese Saison noch erreichen – dafür muss aber ein Sieg gegen Dillingen her.