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5000 Quadratmeter Schutzzaun sind mit 400 Ankern befestigt

Kostenpflichtiger Inhalt: Hangsicherung Mettlach : Netze, Nägel und Spritzbeton sichern Felsen

Nach dem Hangrutsch und den Sicherungsmaßnahmen ist die Saar-Innenschleife bei Mettlach ständig unter Kontrolle.

Es ist nur ein Rinnsal, das  durch eine gelbe Drainage plätschert. Doch steter Tropfen höhlt den Stein, so intensiv, dass er einen mächtigen Felsen sprengen kann – wie ein   Hangrutsch in Mettlach an einem Sonntag Ende Februar 2018 bewiesen hat. Rund 800 Kubikmeter Stein und Geröll waren auf den Betriebsweg am Saarufer nahe der Saarbrücke gestürzt. Glück im Unglück: Niemand wurde verletzt.  Die Verlegung einer Geröllpumpe am Fuße des Felsens, mit Spritzbeton eingehüllt, ist eine Konsequenz, die das Wasser- und Schifffahrtsamt Mosel-Saar-Lahn (WSA) aus dem Hangsturz gezogen hat, wie Thomas Wollenweber, Leiter des Außenbezirkes Dillingen, sagt.

Sein Bezirk reicht von Lisdorf bis hinter Saarhölzbach, die Uferbereiche eingeschlossen. Gerade das Terrain entlang der Saar bei Mettlach mit dem für die Landschaft so typischen Taunusquarzit, durchzogen von Tonschichten, hat die Verantwortlichen des WSA schon öfter vor Probleme gestellt. „Es handelt sich um einen Kriechhang“, sagt Thomas Wollenweber.  „Er ist dauern in Bewegung, wenn auch sehr langsam“, beschreibt er den Charakter der Felsformation, die es zu sichern galt – eine Arbeit, die im November vergangenen Jahres abgeschlossen wurde.

Über ein Jahr lang musste das WSA die Route sperren, die bei Spaziergängern und Radfahrern  sehr beliebt ist.  „Es waren umfangreiche geologische Gutachten nötig, bis die Arbeiten zur Sicherung des Hanges  anlaufen konnten“, sagt der Mann, der Wasserbau studiert hat und durch seine Arbeit mittlerweile zu einem Fachmann in Sachen Gesteinskunde gereift ist. Begutachtet wurden nach seinen Worten auch Proben des Gerölls, das bei dem Hangrutsch aus gut 30 Metern auf den Weg gedonnert war.  

Mit ins Boot nahmen die Verantwortlichen auch Ornithologen, die ein Brutvogelkataster erstellten, und Experten, die Aufschluss darüber gaben, welche Moosarten  an dem Gestein heimisch geworden ist – Gutachten, die laut Wollenweber vor der Sanierung notwendig gewesen waren.  Erst danach seien Mitarbeiter einer Spezialfirma in den Fels gestiegen,  um den Sicherungsarbeiten zu starten.  Es war nach Auskunft des Leiters des Außenbezirk Dillingen ein Team, das erfahren im Alpin-Bereich ist. „Im April vergangenen Jahres begannen sie mit der Sanierung.“

Für den Teil des Felsens, der abgesackt war, entschied man sich ihn hinter  Spritzbeton zu legen. Das Material, in der Farbe Rot-Braun gefärbt, soll poröse Gestein an seinem Platz halten. 150 Kubikmeter auf rund 350 Quadratmetern wurden verwendet.

Zudem fördert eine Drainage Wasser aus dem Gestein an die Oberfläche. Als ein  großes Problem für den Hang nennt Wollenweber die Frostsprengung. Je nach Gesteinsart gibt es nach seinen Worten mehr oder weniger viele Risse und Spalten eine Fels. In diese kann bei Regen oder bei Schneeschmelze  Wasser eindringen. Falle die Lufttemperatur dann unter null Grad Celsius, gefriere das Wasser in den Rissen oder Spalten des Gesteins. Da Wasser sich ausdehne, wenn es  gefriere, könne es  eine enorme Sprengkraft entwickeln.

Hinter Gitter haben die Kletterakrobaten der Spezialfirma den weiteren Teil der Terrains  gebracht, der sich dem Hang anschließt. Rund 5000 Quadratmeter Schutznetze sind nach den Worten von Thomas Wollenweber gespannt worden. „Insgesamt sind 400 Felsanker in das Gestein getrieben worden. Am Fuß des Felsens sind sie  6.50 Meter lang, die im oberen Teil vier Meter lang. Auf mehr als 550 000 Euro beziffert er die Summe für die Sicherungen. Regelmäßige Kontrollen auf der Strecke sind nach seinen Worten selbstverständlich.     Dabei werde peinlichst auf jede  Veränderung geachtet.