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166 119 Euro für krebskranke Kinder

166 119 Euro für krebskranke Kinder

Saarhölzbacher unterstützen seit 20 Jahren mit Erlös aus Adventsbasar Kinderkrebsstation an Uniklinlik Homburg

Seit 20 Jahren gibt es in Saarhölzbach den Adventsbasar, der in der Region ein fester Bestandteil im vorweihnachtlichen Terminkalender ist. Zu diesem Jubiläum lud Familie Klein, die den Basar zusammen mit Freunden organisiert, ins Gasthaus Markgraf ein, um die beiden Jahrzehnte Revue passieren zu lassen. Viele waren gekommen, denn in Saarhölzbach arbeiten alle gerne mit, wenn es darum geht, Geld für einen guten Zweck zu erwirtschaften.

Und das hat sich ausgezahlt: Allein in diesem Jahre erbrachte die Veranstaltung die Rekordsumme von 11 500 Euro. Organisator Eduard Klein war sichtlich bewegt, als er dieses Ergebnis präsentierte. "Es ist einfach unglaublich, was hier geleistet wird, und es ist beeindruckend, wie sich die Beteiligten all die Jahre für die gute Sache eingesetzt haben", betonte er. Marianne Klein hob weiterhin hervor, dass exakt dieser Betrag in D-Mark als Erlös beim ersten Adventsbasar erzielt wurde. "Das war damals ein nicht erwarteter Erfolg und zugleich der Startschuss, um weiterzumachen", sagte sie. In den 20 Jahren seit Bestehen des Saarhölzbacher Adventsbasars kam der eindrucksvolle Betrag von 166 119 Euro für die Elterninitiative krebskranker Kinder im Saarland e.V. zusammen.

"Ohne die Hilfe aller Mitwirkenden wäre diese Erfolgsgeschichte zugunsten der Elterninitiative nicht möglich", erläuterte Klein. Ein besonderer Dank gelte Reinhold Schamper, der die Spenden, die er für die Betreuung der Hinterbliebenen bei Beisetzungen im Ruheforst erhält, komplett an die Elterninitiative weitergibt. In diesem Jahre waren es 3050 Euro.

Uli Kautenburger, Spendenbeauftragter der Elterninitiative, sagte, er sei immer wieder überwältigt vom Enthusiasmus der Saarhölzbacher Bevölkerung, wenn es darum geht, anderen zu helfen. "Das Geld kann die Elterninitiative nach wie vor gut gebrauchen. Damit werden viele Projekte unterstützt", sagte Kautenburger. Aktuell stehe die Realisierung des Projektes "Haus des Kindes und der Jugend" an erster Stelle. Aber auch das Projekt "Freude schenken" wird von der Elterninitiative unterstützt. Dabei werden Herzenswünsche der Kinder erfüllt und sie bekommen Ansporn, Ziele und Perspektiven während der schweren Krankheit.

Einen Wermutstropfen gab es am Ende der Veranstaltung allerdings doch: Eduard Klein verkündete, dass er und seine Familie nach 20 Jahren aufhören mit der Aufgabe, den Adventsbasar zu organisieren. "Wir haben uns das sehr lange überlegt und uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Aber wir haben jedes Jahr viel Zeit investiert. Wir haben das immer sehr gerne gemacht, aber jetzt wollen wir einfach mehr Zeit für die Familie haben", erklärte Klein sichtlich gerührt. Keiner der Anwesenden hatte mit der Ankündigung gerechnet.

Viele bekundeten, dass man es mehr als bedauerlich finde, doch jeder könne den Entschluss der Familie Klein verstehen. Uli Kautenburger bedankte sich nochmals im Namen der Elterninitiative für die jahrelange finanzielle Unterstützung, durch die - neben vielen anderen Projekten - das Kinderonkologiezentrum an der Homburger Uniklinik und die Arbeit von Professor Norbert Graf gesichert worden sei.

"Ich habe volles Verständnis für die Entscheidung, nach 20 Jahren aufzuhören. In dieser Zeit musste Familie Klein auf viel verzichten und hat jede Menge Zeit geopfert. Sie können mit Recht stolz auf darauf sein, was sie gemeinsam mit ihren Freunden in den 20 Jahren geleistet haben.", betonte Kautenburger. Die Hoffnung, dass der Adventsbasar in irgendeiner Form weitergeht, ist da, zumindest war dies der Tenor des Abends. Und zum Abschluss wurde "Ekki", das Maskottchen der Elterninitiative, noch einmal kräftig gefüllt. Die Teilnehmer des Abends spendeten zusammen 220 Euro.

Eduard Klein gab beim gemütlichen Beisammensein, sichtlich gerührt, einen kurzen Abriss, wie mit dem Basar alles begann. Zusammen mit der katholischen Frauengemeinschaft hatten Eduard Klein und seine Familie beschlossen, auf dem Marktplatz in Saarhölzbach einen Adventsbasar zu veranstalten und den Erlös, als selbst betroffene Eltern, der Elterninitiative zu spenden. "Die Atmosphäre auf dem Marktplatz war sehr schön und heimelig, aber wir waren auch immer wieder den Launen der Natur ausgesetzt", erinnerte sich Klein.

Als vor rund zehn Jahren ein Sturm angekündigt war, beschloss die Organisation, den Basar in die Halle in Saarhölzbach zu verlegen. Seitdem findet der Basar in und um die Halle statt. Es kamen immer wieder neue Ideen hinzu, neue Aussteller auch verschiedene Gruppen wie Firmlinge oder Pfadfinder haben mitgewirkt oder es sind Menschen hinzugekommen, die einfach mit Diensten an den Ständen oder beim Auf- und Abbau ganz selbstverständlich mitgeholfen haben.