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10:0! Wahnsinns-Auftakt für Mettlach

10:0! Wahnsinns-Auftakt für Mettlach

Ein dickeres Ausrufezeichen hat selten eine Mannschaft zum Start gesetzt. Der SV Mettlach hat sich in seinem ersten Saisonspiel der Fußball-Saarlandliga mit 10:0 (7:0) beim Tabellenvierten der Vorsaison, dem FV Eppelborn, durchgesetzt.

Das war der absolute Hammer. Die Fans des SV Mettlach kamen am Freitagabend aus dem Jubeln gar nicht mehr heraus - und aus dem Staunen auch nicht. Mit sage und schreibe 10:0 hat der SVM zum Saison-Auftakt der Fußball-Saarlandliga den FV Eppelborn von dessen eigenem Platz gefegt. Schon nach sieben Minuten stand es 3:0, zur Halbzeit hatte sich die Elf von Trainer Christoph Gläsner einen 7:0-Vorsprung erarbeitet.

Auch die Mannschaft wusste nicht so ganz, wie ihr da geschehen war. "Wir haben uns nach dem Spiel natürlich über den Sieg gefreut, aber irgendwie konnte noch niemand von uns so richtig fassen, was da passiert ist", sagte Mettlachs Angreifer Thomas Will. Er selbst hatte beim Kantersieg seiner Elf satte sieben Treffer erzielt. "Ich kann mich nicht dran erinnern, mal so viele Tore in einem Spiel gemacht zu haben, selbst in der E-Jugend nicht. Da ist es mir vielleicht mal gelungen, aber das ist mir jetzt nicht mehr bewusst."

Auch Trainer Christoph Gläsner musste einige Anfragen bezüglich des zweistelligen Erfolgs seiner Elf beantworten. Dieser war am Wochenende nämlich Gesprächsthema auf fast allen saarländischen Fußballplätzen. "Viele Leute haben mich noch abends gefragt, ob das Ergebnis stimmt, oder ob sich da irgendwo bei der Übermittlung ein Fehler eingeschlichen hat."

Vor 400 Zuschauern im Eppelborner Illtalstadion begann der Torreigen schon nach vier Minuten. Will zog nach einem abgeprallten Ball aus elf Metern ab, und die Kugel schlug zum 1:0 für Mettlach im Kasten der Gastgeber ein. Vom Anstoßpunkt weg eroberten sich die Gäste erneut den Ball. Das Leder wurde in die Spitze zu Michael Burger gespielt, und der erhöhte auf 2:0. Nur zwei Minuten später wurde eine Hereingabe von Pascal Reiter von einem Eppelborner Verteidiger abgefälscht. Der Ball landete vor den Füßen von Andreas Becker - und der vollstreckte zum 3:0. "Wir waren in den ersten Minuten gedanklich immer schneller als Eppelborn und haben den Gegner damit in eine Art Schock-Starre versetzt", erklärte Gläsner.

Und es kam noch schlimmer für die Gastgeber. In der 29. Minute sah FVE-Torwart Philipp Weiler nach einem Foul im Strafraum an Will die Rote Karte. Will selbst verwandelte den fälligen Elfer zum 4:0 für die Gäste. Und danach war der Mettlacher Angreifer gar nicht mehr zu halten. Mit drei weiteren Treffern schraubte er das Ergebnis im Alleingang bis zur Pause auf 7:0 für Mettlach in die Höhe. Im zweiten Durchgang erhöhte Will mit seinen Treffern Nummer sechs und sieben auf 9:0 für die Gäste, ehe es Andreas Becker sechs Minuten vor dem Ende mit dem 10:0 zweistellig machte.

"Nach dem frühen 0:3 hatten wir eine ordentliche Phase mit einigen guten Chancen", meinte FVE-Trainer Jörg Schampel und verwies auf die Szene, als Jens Schlemmer die Latte traf. "Knackpunkt war dann die Rote Karte für Philipp Weiler." Der Platzverweis des Schlussmanns war umstritten. "Elfer kann der Schiri da geben, aber die Rote Karte war unberechtigt", fand Schampel. "Nach dem 0:4 ging dann bei uns gar nichts mehr."

Jetzt kommt Bübingen

Mettlachs Trainer Gläsner strahlte dagegen nach dem Schlusspfiff. "Wir hatten uns als Saisonziel vorgenommen, unsere spielerische Klasse besser in Tore umzumünzen als in der Vergangenheit. Das ist uns ja schon einmal gut gelungen", sagte er. "Wir wissen aber auch, dass wir dieses Ergebnis nicht überbewerten dürfen."

Denn schon am kommenden Mittwoch wartet auf seine Elf in der Liga eine ganz schwere Aufgabe. Vorjahres-Vizemeister SV Bübingen ist dann um 19 Uhr im Mettlacher Stadion am Schwimmbad zu Gast. Neben den SF Köllerbach und Oberliga-Absteiger FV Diefflen sind die Bübinger jene Mannschaft, die von den Trainerkollegen der Liga am häufigsten als Titelfavorit genannt wurde. Allerdings: Gleich fünf Mal fiel bei dieser Umfrage auch der Name des SV Mettlach . Und mit dem Hammer-Start vom Freitag dürfte Mettlach noch mehr in den Kreis der Titelkandidaten gerutscht sein.