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Mettlach: Skandal um Ex-SPD-Fraktionschef Markus Rausch – Gelder veruntreut?

Erneuter Skandal? : Ex-SPD-Fraktionschef Markus Rausch soll Gelder veruntreut haben

Markus Rausch, dem ehemaligen SPD-Fraktionschef im Gemeinderat Mettlach, wird vorgeworfen als Rechtsanwalt Mandantengelder veruntreut zu haben. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage erhoben.

Markus Rausch, ehemaliger SPD-Fraktionschef in Mettlach, soll im Jahr 2016 in seiner Funktion als Anwalt von einem Mandanten 60 000 Euro erhalten haben. Entgegen der Absprache soll er die Geldsumme nicht an eine Gläubigerin seines Mandanten weitergeleitet, sondern selbst behalten haben. Das berichtet der SR. Die Veruntreuung soll erst aufgefallen sein, nachdem Rausch einen Prozess gegen den Gläubigen angestrengt hatte, bei dem er die Forderung nicht anerkannt habe. Dabei soll Rausch ohne Auftrag seines Mandanten gehandelt und den Prozess zudem verloren haben.

Bei der Vollstreckung der Summe im Jahr 2020 sei aufgefallen, dass der Mandant die geforderten 60 000 Euro bereits an Rausch überwiesen hatte. Rausch soll sich nach SR-Informationen gegenüber der Staatsanwaltschaft, die mittlerweile Anklage erhoben hat, nicht zu den Vorwürfen geäußert haben. 

Der ehemalige SPD-Fraktionschef erklärte gegenüber dem SR, im Ermittlungsverfahren noch nicht gehört worden zu sein. Er bestreitet die Vorwürfe und beantragte beim Amtsgericht Saarlouis, die Anklage nicht zuzulassen. 

Markus Rausch war bereits 2017 in die Schlagzeilen geraten, nachdem er wegen Bestechung zu einer Bewährungsstrafe von 13 Monaten verurteilt worden war. Hintergrund des Prozesses war der Skandal um das Flüchtlingsheim „Auf Kappelt“ im Mettlacher Ortsteil Saarhölzbach. Markus Rausch, Carsten Wiemann und Hans-Georg Stritter hatten sich 2015 nach Überzeugung des Gerichts darauf verständigt, die Flüchtlingskrise zu nutzen, um gemeinsam Geld zu machen. Die Immobilie wurde für 210 000 Euro ersteigert, eine GmbH gegründet, in deren Gesellschafterkreis kurzzeitig die Ehefrau des Bürgermeisters aufgenommen wurde.

Wiemann, der frühere Mettlacher Bürgermeister, habe als Verwaltungschef der Firma schriftlich einen lukrativen Mietvertrag mit der Gemeinde zugesichert. Stritter, ehemaliger Landtagsabgeordneter und Mitglied des Verwaltungsrates der Sparkasse Merzig-Wadern, sollte sich um die Finanzierung über die Sparkasse kümmern, was aber nach Bekanntwerden des Skandals scheiterte.