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Metallarbeiter der Dillinger Hütte wollen Streik fortsetzen

Metallarbeiter wollen Streik fortsetzen : Keine Stimme gegen Kampfmaßnahmen in Dillingen

Spektakuläre Aktion der saarländischen Metaller von der Unteren Saar am Donnerstagmittag: Nachdem sie in sieben Betrieben vorzeitig und zeitgleich die Arbeit niedergelegt hatten, steuerten mehrere hundert Metaller zielstrebig in einer Sternfahrt den Dillinger Lokschuppen an.

Dort gaben sie in einem „Drive-in-Auto-Voting“ ihre Stimme für eine Fortführung der Kampfmaßnahmen ab.

Dafür steuerte eine nicht enden wollende Autoschlange zielgenau das große „Ja“ an. Die Fahrspur für das „Nein“ blieb erwartungsgemäß total verwaist. Mit einem lauten Hupkonzert machten die Arbeitnehmer von Nemak Dillingen, Nedschroef Beckingen und Fraulautern, der Dillinger Fabrik gelochter Bleche, den Dillinger Bartzwerken, von MHA-Zentgraf in Merzig und Dürr aus Püttlingen ihrem Unmut Luft, dass drei Wochen nach Ablauf der tariflichen Friedenspflicht immer noch kein ernstzunehmendes Tarifangebot vorliegt. Dazu flatterten mehrere hundert IG Metall-Banner an den Autos und zahlreiche Banner und Transparente im Wind.

„Die Arbeitgeber müssen jetzt spüren, dass die IG Metall trotz der coronabedingten Einschränkungen mit kreativen neuen Warnstreikmethoden vollumfänglich handlungsfähig ist“, erklärte Lars Desgranges, der erste Bevollmächtigte der IG Metall Völklingen.

Die IG Metall fordert neben einer Lohnsteigerung von vier Prozent vor allem eine Beschäftigungssicherung durch Modelle der Arbeitszeitabsenkung mit Teilentgeltausgleich. Als Dankeschön für ihr Engagement bedankte sich die Gewerkschaft bei jedem einzelnen Teilnehmer der Demonstration mit einer Flasche Wein des saarländischen Weingutes Schmitt-Weber.