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Talents Cup: Messis Erben siegen an der Saar

Talents Cup : Messis Erben siegen an der Saar

Die U14 des FC Barcelona gewinnt beim Talents-Cup in Merzig – Wetter verhagelt die Zuschauerbilanz.

Sie sind eben auf Erfolg gepolt, die stolzen Katalanen vom FC Barcelona. Was für die Profis um den fünffachen Weltfußballer Lionel Messi gilt, ist bei den Jungkickern der „Blaugrana“ nicht anders: Gleich bei der Premiere beim Zender-Talents-Cup in Merzig nahm der „Barça“-Nachwuchs am Montag mit einem 1:0-Finalsieg über den FSV Mainz 05 den Titel mit nach Hause. Es ist 20.12 Uhr, als die Erben von Messi, Iniesta und Co. aus der berühmten Jugendakademie „La Masia“ jubelnd die Arme unter dem grauen Himmel über dem Blättelbornstadion in die Höhe recken. Ein verdienter Erfolg beim zwölften internationalen U14-Turnier, denn neben dem Goldenen Tor durch Antonio Comino, das dieser mit einem satten 16-Meter-Schuss ins linke Eck erzielte, kam Barça zu zahlreichen Chancen, die aber leichtfertig vergeben oder zur Beute des überragenden Mainzer Torwarts Aki Koch wurden.

Der war nach dem knappen 0:1 doch enttäuscht: „Ich fand nicht, dass wir deutlich schlechter waren. Wir haben halt die eine hundertprozentige Chance nicht genutzt, deshalb gehen wir als Verlierer vom Platz“, sagte Koch mit Blick auf die vergebene Topchance zum 1:1 durch den besten Turnierschützen Jeremy Mekoma. Koch selbst wurde zum besten Torwart des Turniers gewählt. Ob er denn das Ziel habe, Talents-Cup-Vorgängern wie Leroy Sané, Joshua Kimmich oder Timo Werner nachzueifern und Profi zu werden? „Natürlich“, ließ er keine Zweifel aufkommen und lobte das Turnier: „Es waren viele Topteams hier. Das hat schon Spaß gemacht.“

Spaß hatte auch Barça-Trainer Alex Urrestarazu angesichts des Triumphs seiner Jungs: „Es war nicht leicht, sich gegen so viele Spitzenteams durchzusetzen. Das fußballerische Niveau war sehr hoch und die Organisation sehr gut. Es war uns eine Ehre, dabei zu sein. Wir sind sehr glücklich mit dem Sieg und dem Turnierverlauf“, sagte der Katalane – und schloss eine Rückkehr nicht aus: „Wenn es terminlich passt, warum nicht?“

Vor dem Finale hatte Barça einzig beim 1:1 gegen Eintracht Frankfurt Federn gelassen. Besonders beeindruckend war der Sieg im Halbfinale über RB Leipzig, als Xavier Cruz, Jan Codina und Comino binnen Sekunden den 3:0-Sieg sicherten. Zuvor hatte sich auch die U14 von Bayern München der Blaugrana mit 0:1 beugen müssen. Der Nachwuchs des Rekordmeisters schaffte es durch zwei weitere 0:1-Pleiten gegen Mainz und Stuttgart nicht mal ins Viertelfinale: „Das Starterfeld war sehr attraktiv und qualitativ hochwertig. Wir haben leider das erste Spiel verpennt. Bei dem Modus wurde es dann schwer, aber es ging vor allem darum, dass die Jungs Erfahrungen sammel“, sagte Bayern-Trainer Alexander Moj. Die Erkenntnis, dass andere Clubs dem FCB beim Nachwuchs den Rang ablaufen, gehöre nicht dazu: „Wir sind im Jugendbereich wieder gut aufgestellt, und da wird noch einiges passieren“, kündigte Moj an.

In Sachen Qualitätssteigerung kann beim Talents-Cup dagegen nicht mehr viel passieren. Organisator Sebastian Britz, der neben Barça und Bayern auch den zweifachen Titelverteidiger Benfica Lissabon (Halbfinal-Aus nach Elfmeterschießen gegen Mainz) und Arsenal London wieder nach Merzig lotsen konnte, hat erneut ganze Arbeit geleistet – und war letztlich vom Pech verfolgt: „Am Sonntag hatten wir bei den Spielen noch Glück, dann aber hat ein Sturm gewütet und die komplette Infrastruktur zerstört. Das war eine große Herausforderung“, so Britz, dem das Wetter zudem die Zuschauerrechnung verhagelte: „Es sind leider nur 3500 gekommen, obwohl der erste Tag sehr gut war. Ich hoffe jetzt, dass wir mithilfe in Aussicht gestellter Zuschüsse mit einem blauen Auge davonkommen – sonst ist eine Fortsetzung fraglich“, ver­riet der Cup-Organisator.