Merziger Einsatzkräfte rückten von Freitag bis Sonntag 56 Mal aus

Merzig-Wadern : Dauereinsatz nach dem Unwetter

Keine der Feuerwehren musste so oft ausrücken wie die Merziger Einsatzkräfte. Sie wurden insgesamt 56 Mal alarmiert.

Wie Fontänen sprudelten Wassermassen am Freitagabend aus den Gullys, überspülten den Asphalt, gossen sich in Keller und Gebäude. Die Kreisstadt hatte das Unwetter, das sich kurz vor 18 Uhr mit blauschwarzen Wolken angekündigt hatte, am schlimmsten getroffen. „Zu Spitzenzeiten waren alle elf Löschbezirke der Kreisstadt mit 120 Feuerwehrleuten draußen“, zog Pressesprecher Kevin Heilmann am Sonntag Bilanz.

Insgesamt 47 Einsätze zählte er am Freitagabend – Keller mussten ausgepumpt werden, Straßen von den Fluten frei gemacht werden, Bäume, die der Kraft des Sturmes nicht standhielten, freigeschnitten und entsorgt werden. Zu weiteren neun Einsätzen wurden die Helfer bis zum Sonntag alarmiert – Arbeiten, die dem Unwetter geschuldet waren, wie etwa der offene Kanaldeckel in Hilbringen am Samstagabend oder ein Baum, der in Hilbringen umzustürzen drohte. Um zu verhindern, dass er eine Stromleitung beschädigte, schnitten ihn die Einsatzkräfte mit einer Kettensäge zurück. Und damit nicht genug: In der Nacht zum Sonntag wurden die Einsatzkräfte nach den Worten von Kevin Heilmann zu einem Zimmerbrand gerufen. „Es stellte sich heraus, dass Essen auf dem Herd angebrannt war.“ Insgesamt 25 Mal rückten die Einsatzkräfte in der Innenstadt laut Löschbezirksführer Joachim Maxheim aus.

Sechs Einsätze in rund eineinhalb Stunden und 40 Feuerwehrleute zählte Perls Löschbezirksführer Michael Nittler. „Da wir nicht wussten, wie sich das Unwetter entwickelt, war die technische Einsatzleitung der Feuerwehr ebenfalls im Einsatz.“ Drei umgefallene Bäume und eine überflutete Straße – Aufgaben, die die Losheimer Feuerwehr nach Angaben von Gemeindewehrführer Andreas Brausch zu bewältigen hatte. Die Mettlacher mussten laut Christian Thul von der Feuerwehr einmal ausrücken. Zwei Bäume, die in Stromleitungen in Losheim und bei Merzig gekracht waren, hatten in Teilen der Kreisstadt Merzig, in Orten der Gemeinde Weiskirchen und im Haustadter Tal für Stromausfälle gesorgt. Ob in Silwingen, Mondorf, Mechern, Oppen, Honzrath oder Weierweiler: die VSE hatte den Schaden schnell im Griff und die Leute wieder Strom.

Die Gemeinde Beckingen blieb von den Unwettern größtenteils verschont, berichtete die Feuerwehr Beckingen. Am Freitag gegen 18.12 Uhr wurde der Löschbezirk Reimsbach alarmiert: dort stand ein Keller unter Wasser. Kurz darauf rückten die Löschbezirke Oppen, Erbringen, Hargarten und Honzrath aus, um mehrere umgestürzte Bäume zu beseitigen, so die Beckinger Feuerwehr weiter.

Am Samstagmorgen wurde zunächst der Löschbezirk Reimsbach erneut zu mehreren umgestürzten Bäumen im Bereich „Am Rübenberg“ und „Im Rohr“ alarmiert. Am Ortseingang Beckingen drohte ein Baum auf die Straße zu fallen. Diesen Einsatz übernahm der Löschbezirk Beckingen. Die Feuerwehrleute sperrten die Dillinger Straße und forderten eine Drehleiter aus Merzig und den Gemeindebauhof zur Unterstützung an. In Wadern wurden die ersten Rettungskräfte der Stadt kurz nach 18 Uhr wegen des Unwetters alarmiert. Zu gleich vier aufeinanderfolgenden Einsätzen rückten die Wehrleute aus Nunkirchen aus. Mehrere umgestürzte Bäume und solche, die auf Stromleitungen gestürzt waren, wurden in Nunkirchen mit insgesamt acht Einsatzstellen beseitigt, berichtet die Waderner Feuerwehr. Gegen 20.30 Uhr rückte der Löschbezirk Wadern aus, um Kollegen aus Michelbach zu unterstützen.

Von einem Wunder, dass nichts passiert ist, schreibt SZ-Leser Heinz Temmes, der nach dem Unwetter im Stadtpark Merzig unterwegs war. Foto: Heinz Temmes
Wassermassen ergossen sich über die Straße aus Richtung Brotdorf – für manche Autofahrer eine gefährliche Rutschpartie. . Foto: Christian Beckinger
Die Straße entlang des Seffersbacher und auch viele Parkplätze waren zeitweise überflutet. . Foto: Martin Trappen

Mithilfe der Drehleiter aus Wadern wurden mehrere abgedeckte Dächer in Michelbach wieder eingedeckt. Laut Bericht der Waderner Feuerwehr kamen in ihrem Einsatzgebiet keine Menschen zu Schaden.

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