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Zwei Musicalstars feiern ihre 50. Geburtstage in Zeltpalast

Merzig. Ihre Paraderollen aus „Elisabeth“ waren vertreten, aber auch weniger bekannte Stücke aus „Der Besuch der alten Dame“ oder „Next to normal“: Die Musicalstars Pia Douwes und Uwe Kröger zeigten im Zeltpalast in Merzig, warum sie seit mehr als 20 Jahren zu den Topstars des deutschen Musicals zählen. Melanie Mai

Den Olaf kannst du nachts wecken und ihm sagen, es ist Elfmeterschießen - und er macht ihn rein." Dieser Ausspruch Franz Beckenbauers zu Weltmeister Olaf Thon passt auch zu Pia Douwes und Uwe Kröger - nur etwas abgewandelt. Die beiden Musicalstars würden auch mitten in der Nacht ihre Paraderollen als Elisabeth und Tod perfekt singen und spielen. Bei der Gala "Die größten Musicalhits aller Zeiten" am Donnerstagabend im fast ausverkauften Merziger Zeltpalast merkte man ihnen an, dass ihnen die Rollen, mit denen sie 1992 den Durchbruch schafften, besonders am Herzen liegen. Spaß und Leichtigkeit waren zu spüren. Und Freundschaft. Es gibt immer noch niemanden, der "Ich gehör nur mir" so singt wie Pia Douwes. Gleiches gilt für Uwe Kröger und "Der letzte Tanz". Das Medley zu Ehren der Musical-Macher Michael Kunze und Sylvester Levay war der Höhepunkt der knapp dreistündigen Gala, die auf wunderbare Weise durch Musicals wie "Besuch der alten Dame", "Chicago" oder "Mozart" führte.

Passend war der Anfang der Show. Mit "Bist Du ein Addams" hatten die Musicalstars ein Lied aus der "Addams-Family" ausgewählt, in der Kröger bis zum Spätsommer 2014 im Zeltpalast brillierte. Dieses hatten sie umgedichtet in "Bist du erst Fünfzig" - so dass es auch auf das Motto der Show hinwies. Denn beide sind im vergangenen Jahr 50 geworden - und feiern das nun mit der Tour "100 Jahre Musical".

Kröger begann nervös. Das war vor allem bei den Liedern zu spüren, in die er normalerweise viel Gefühl reinlegt - in "Starlight Express" oder "Musik der Nacht". Bei "Phantom der Oper" setzte er gar zu früh ein. Douwes war hingegen von Anfang an voll da. Sie machte deutlich, warum sie seit mehr als 20 Jahren die unangefochtene Nummer eins der deutschen Musical-Szene ist. Aber Kröger holte auf. Wunderbar im zweiten Teil sein Duett mit sich selbst: Bei "Du bist zeitlos für mich" aus "Hairspray" sang er einmal live, einmal von der Leinwand. Und in "Ich bin was ich bin" machte er das, was er so gut kann: Er sang gefühl- und dennoch kraftvoll. him