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Merzig: Zwei Merzigerinnen mischen sich in die Diskussion ein

Merzig : Zwei Merzigerinnen mischen sich in die Diskussion ein

Von Dieter Ackermann

Bei der Bürgerinformation über die zukünftige Gestaltung des Gustav-Regler-Platzes in Merzig war nicht selten vor allem Lautstärke gefragt. Im Laufe der Veranstaltung wiederholten sich die Pro- und Kontra-Argumente von Bürgern auf der einen Seite und Bürgermeister Hoffeld sowie seinen Mitstreitern aus dem Rathaus auf der anderen Seite immer öfter. Dagegen fielen die Wortmeldungen von zwei jungen Frauen durchaus angenehm aus dem Rahmen.

Zum einen war da die Merzigerin Hannah Spanier, die völlig zu Recht und kühl beide „Lager“ darauf hinwies, dass sie bei ihrer Argumentation aneinander vorbeiredeten. Grundsätzlich seien doch die meisten versammelten Bürger für eine attraktive Neugestaltung des Platzes. „Aber was viele stört, das ist das angedachte Gebäude, das bis weit in den Platz hineinreichen könnte. Dabei macht doch das Sonnenlicht, das wie heute warm den Platz bestrahlt den ganzen Charme dieser Anlage am Seffersbach aus.“ Höflich schloss sie mit den Worten: „Vielen Dank, dass ich was sagen durfte.“

Wenig später machte die junge Frau aber doch noch ernst. Kurz entschlossen übernahm sie für einige Minuten vom Bürgermeister die Moderation der Veranstaltung und forderte zu einer Abstimmung auf, wie sie sich die zukünftige Gestaltung dieses Platzes wünschen würden. Da konnte sich Marcus Hoffeld nur schmunzelnd hinter dem Ohr kratzen, als Hannah Spanier mit dem Mikrophon in der Hand darüber abstimmen ließ, ob eine Mehrheit der Anwesenden für eine Bebauung plädiert – was übrigens nicht der Fall war!

Später mischte sich noch einmal eine junge Frau ein, die gerade ihr Studium als Raumplanerin abgeschlossen hatte. Als Annika Bastian für eine städtebauliche Weiterentwicklung des Platzes eintrat, argwöhnt die Menge prompt, sie arbeite bestimmt für die Stadt. Diesen Schuh zog sie sich aber nicht an. Das sei absolut nicht der Fall, vielmehr habe sie gerade ihr Studium abgeschlossen. Und ihr Fachwissen reiche allemal dazu aus, den Merzigern davon abzuraten, ausschließlich über alte Strukturen in der Stadt zu diskutieren. Bei der städtebaulichen Weiterentwicklung sollte man sich vielmehr auch neuen Lösungen gegenüber öffnen. Vor diesem Hintergrund plädierte sie an die Stadt und ihre Bürger gewandt dafür, bei der Lösungssuche auf einen städtebaulichen Wettbewerb zu setzen. Damit war ihr auf einmal breiter Applaus von beiden „Lagern“ sicher. Und der Bürgermeister versprach seinerseits, auf diese Anregung zurückzugreifen.