Zukunft im Heidweg weiter unklar

Zukunft im Heidweg weiter unklar

Merzig. Der Stadtrat von Merzig hat am Donnerstagabend eine Entscheidung über die künftige Nutzung der umstrittenen Gewerbehalle im Brotdorfer Heidweg vertagt (die SZ berichtete)

Merzig. Der Stadtrat von Merzig hat am Donnerstagabend eine Entscheidung über die künftige Nutzung der umstrittenen Gewerbehalle im Brotdorfer Heidweg vertagt (die SZ berichtete). Die Mehrheit der Ratsmitglieder von CDU und SPD stimmten für die von der Verwaltung vorgeschlagene Vertagung, dagegen votierten die kleineren Ratsfraktionen der Grünen, der FDP, der Freien Wähler und der Linken sowie einige Mitglieder der CDU-Fraktion - insgesamt gab es elf Nein-Stimmen.Grünen-Fraktionssprecher Klaus Borger sagte, aus Sicht seiner Fraktion liege ein Antrag vor, der entscheidungsreif sei. Darum hätten die Grünen große Bedenken, ob die von der Verwaltung vorgeschlagene Vertagung so ohne weiteres möglich sei. Nach Ansicht der Grünen reiche es nicht aus, wenn die Hallenbesitzer ihren ursprünglichen Antrag erneut revidierten. Vielmehr sei ein gänzlich neues Antrags- und Planungsverfahren einzuleiten, urteilte Borger.

Die neuen Eigentümer der Halle, die Immobilienverwaltung Brotdorf, hatte den Antrag gestellt, die Halle künftig als Lagerhalle sowie zur Vermietung von vier bereits fertiggestellten Wohnungen nutzen zu dürfen. Einen früheren Antrag, in dem statt von vier noch von acht Wohnungen die Rede gewesen war, hatte der Stadtrat schon im Herbst 2010 abgelehnt.

Strafgeld für Eigentümer

Bislang lässt die bestehende Genehmigung nur eine Nutzung durch einen Gartenbaubetrieb mit Pflanzenzucht mit Betriebsleiterwohnung zu. Ungeachtet dessen hatte der frühere Besitzer des Gebäudes dort mehrere Wohnungen errichtet. Dass diese von den neuen Eigentümern vermietet worden waren und jene weitere, im Rohbau befindliche Wohnungen fertigstellen wollten, hatte ein Verfahren seitens der Unteren Bauaufsicht in Gang gebracht, das in einem Strafgeld gegenüber den Hallenbesitzern und später sogar in einem Gerichtsverfahren mündete.

Das Gericht hatte in seinem Urteil festgestellt, dass die Halleneigentümer mit der Vermietung der fertigen Wohnungen und dem Weiterbau der noch nicht ausgebauten Wohnungen widerrechtlich gehandelt hatten. Bürgermeister Fredi Horf, der die Sitzung leitete, begründete den Vertagungsantrag wie folgt: Bei einem Ortstermin mit dem Bauausschuss wenige Tage vor der Ratssitzung habe sich gezeigt, dass es äußerst unklar sei, ob der Rat dem Antrag der Hallenbesitzer stattgeben werde. Dies habe die Verwaltung einem Vertreter der Verwaltungsgesellschaft mitgeteilt.

Es gehe nun darum, ob die Investoren ihren Antrag zurückzögen und überarbeiteten oder auf einen Beschluss des Rates bestünden. Nach Auskunft des Vertreters der Immobilienverwaltung Brotdorf sei es wegen der Kurzfristigkeit nicht möglich gewesen, eine Entscheidung hierüber mit seinen Mitgesellschaftern vor der Sitzung des Stadtrates zu treffen.

Das Thema soll nun am 26. Juni in der nächsten Sitzung des Stadtrates abschließend beraten und entschieden werden. < Die Meinung der Anwohner lesen Sie auf Seite C 6.