Workshop-Ergebnis: Bürger von Besseringen wollen Dorfmitte aufwerten

Bürger-Workshops in Besseringen : Die Dorfmitte ist den Bürgern am wichtigsten

Nach drei Workshops in Besseringen haben sich der Bürgerplatz und die Bezirksstraße als Kernthemen herausgestellt.

Die Dorfmitte mit Bürgerplatz und Bezirksstraße in Besseringen soll aufgewertet werden. Das ist das Ergebnis von drei Workshops, an denen die Besseringer Bürger in den vergangenen Monaten gearbeitet haben. Zur Aufwertung des Dorfkerns sind insgesamt vier Maßnahmen vorgesehen – welche davon den Bürgern am besten gefiel, machten sie durch die Vergabe von Punkten deutlich.

Besonders viel Zuspruch erhielt die Maßnahme zur städtebaulich-qualitativen Umgestaltung des Bürgerplatzes. Diese umfasst eine Neuordnung der Parkierung mit Erhalt der bestehenden Stellplätze, eine Neugestaltung des Bürgerparkplatzes mit Aufenthaltsmöglichkeiten, eine Begrünung mit Erhalt der Baumbestände sowie einen neuen Pavillon für die Bushaltestellen.

Ebenfalls Anklang fand die Maßnahme zur funktionalen und gestalterischen Aufwertung der Bezirksstraße durch eine Neugliederung des Straßenraums und die Aufwertung der Straße im Bereich zwischen Kirche und ehemaliger Metzgerei Martin mittels einer fahrbahnparallelen Begrünung. Durch einen „Rückbau“ der Breite der Straße soll die Geschwindigkeit reduziert werden, zudem ist eine Verbesserung der Fuß- und Radwege und Bürgersteige angedacht. „Die Unterführung soll zugemacht werden“, sagte Johannes Laubenthal und erhielt dafür viel Zustimmung. Um den Einzelhandel im Ortskern zu stärken, befürworteten die Besseringer Parktaschen vor den Geschäften und einen festen Stromanschluss für den wöchentlichen Markt, der ausgebaut werden soll.

Denn ein Problem bleibt in Besseringen: die Lebensmittelversorgung. Als geeigneten Ort für einen kleinen Lebensmittelmarkt schlugen die Stadtplanerin Andrea Hartz und Annika Bastian, Raumplanerin beim Landschafts-, Stadt- und Raumplanungsbüro „AGL Hartz, Saad, Wendl“ die alte Schule vor. Ebenfalls für vorstellbar hielten sie einen Lebensmittelmarkt auf dem ehemaligen Bahngelände. Diese Idee erhielt wenig Zuspruch. „Dafür ist die Straße zu klein“, fand Rüdiger Guß.

Gleichzeitig sei eine Nutzung der alten Schule als Mehrgenerationenhaus mit Café möglich. Eine Idee, die Jörg Jenner ablehnte, da es dafür keinen Investor gebe. Rüdiger Guß schlug vor, einen der Inhaber der beiden Bäckereien im Ort zu fragen, ob sie Interesse an einem Café in der alten Schule hätten. Ferner kritisierte Jenner, dass in dem Gestaltungsplan die Kapelle bislang unbeachtet blieb. Ebenfalls bemängelt wurde ein fehlender Jugendtreff in Besseringen.

Weitere Bereiche zur Aufwertung von Besseringen wurden von den Workshopteilnehmern weniger priorisiert. So sei eine Verwandlung des Bürgerparks in einen Lehrgarten für den Kindergarten, die Kita sowie für die Grundschule umsetzbar. Ein Vorschlag lautete, für Kinder einen Wasserspielplatz anzulegen und die Aufenthaltsqualität zu steigern.

Um mehr Touristen anzulocken, spielte das Planungsbüro mit dem Gedanken, die Schiffsanlegestelle zu verlegen. Damit einhergehend könnte das Bahnhofsumfeld „als Eingangstor vom Saarradweg kommend“ fungieren, wie es der Plan vorsieht. Ein weiterer Vorschlag war, zudem einen barrierefreien Zugang zum Leinpfad zu schaffen und den Weg von der Hauptstraße bis an die Saar wie eine Allee zu bepflanzen. Auch ist ein grundlegendes Gestaltungskonzept für Belag, Beleuchtung und Schilder geplant, insbesondere für Rad- und Wanderwege.

„Ich danke Ihnen für Ihre Mitarbeit“, sagte Merzigs Bürgermeister Marcus Hoffeld und hob hervor, dass die Aufwertung des Ortskerns von Besseringen im Fokus stehe. Mit den Anregungen wolle man den Plan noch in diesem Jahr vom Stadtrat beschließen lassen, um im kommenden Jahr mit den ersten Maßnahmen zu starten. Er hoffe zur Aufwertung auf Fördergelder vom Umweltministerium.

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