„Wir wollen Kreis als junge Region weiterentwickeln“

„Wir wollen Kreis als junge Region weiterentwickeln“

Die Förderanträge werden beim Trägerverein ,,Land zum Leben“ eingereicht. Die Themenfelder reichen von Natur und Umwelt über Dorf- und Stadtentwicklung bis hin zur Gesundheits- und Pflegeversorgung.

Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich ist sichtlich stolz: "Es ist eine tolle Sache, dass wir es geschafft haben, als neue Leader-Region anerkannt zu werden." Seit 23. März ist klar, dass der Landkreis Merzig-Wadern als eine von vier Regionen im Saarland durch das EU-Förderprogramm Leader unterstützt wird. Und das als "Neuling": Denn die übrigen drei Regionen waren bereits Teil des Programms. Schlegel-Friedrich: "Es war nicht unbedingt zu erwarten, dass noch eine vierte Region ins Programm mit aufgenommen wird."

Mit der Anerkennung als Leader-Gebiet stehen den so genannten Lokalen Aktionsgruppen (LAG) "Biosphärenreservat Bliesgau" "KulturLandschafts-Initiative St. Wendeler Land", "Land zum Leben Merzig-Wadern ", und "Warndt-Saargau" bis zum Jahr 2020 Fördermittel in Höhe von jeweils zwei Millionen Euro zur Verfügung. Diese Fördermittel stammen zu drei Vierteln aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes der EU (ELER) und zu einem Viertel aus Landesmitteln. Die Lokalen Arbeitsgruppen stellen eine Art Dachorganisation dar.

Im Grünen Kreis ist diese als Förderverein organisiert, mit der Landrätin selbst an der Spitze und dem Mettlacher Bürgermeister Carsten Wiemann sowie Peter Klein von der Kreis-Tourismus-Gesellschaft Saarschleifenland-Tourismus als Stellvertreter. Weiter zum Vorstand gehören Volker Gräwe (Gesellschaft für Infrastruktur und Beschäftigung beim Landkreis, GIB) sowie Janet Jung (ebenfalls GIB), die als Geschäftsführerin für das Projekt fungiert.

Breites Spektrum an Themen

"Die LAG Land zum Leben Merzig-Wadern glänzt durch eine besondere Einbindung der jungen Generation", hatte Umweltminister Reinhold Jost bei der Bekanntgabe der neuen Leader-Regionen lobend hervorgehoben. Dies bekräftigt auch die Landrätin: "Wir wollen den Landkreis als junge Region weiterentwickeln." Dafür haben die Verantwortlichen in ihrem Anerkennungs-Antrag ein breites Spektrum von Themenfeldern entwickelt, in deren Rahmen künftig Projekte zur Förderung durch das EU-Programm angemeldet werden können. Die Vorteile des Leader-Programms umreißt Klein so: "Wir haben relativ hohe Fördersätze bis hin zu 80 Prozent der Kosten und im Gegenzug eine relativ geringe Eigenbeteiligungsquote." Aber ganz ohne Eigenbeteiligung gehe es nicht, so Klein. Dabei sei aber nicht maßgebend, woher die zusätzlichen Mittel kommen - dies können Zuschüsse von der Kommune, von privater Seite oder aus anderen Quellen sein. Wer künftig ein Projekt über das Leader-Programm unterstützt bekommen möchte, muss einen Förderantrag beim Trägerverein "Land zum Leben" respektive bei Janet Jung in der GIB einreichen. Sie berät auch schon vor Einreichung der offiziellen Antragsunterlagen, ob das Projekt überhaupt eine realistische Förderchance besitzt und wie der Förderantrag beschaffen sein muss.

Denn es gibt auch einiges zu beachten, stellt sie klar: "So muss zum Beispiel eine Mindestfördersumme von 5000 Euro abgerufen werden." Umgekehrt gelten auch Obergrenzen für die Förderung: Mehr als 150 000 Euro für ein Projekt sind nicht drin. Förderanträge stellen können Kommunen, der Trägerverein selbst, aber auch Vereine und gemeinnützige Organisationen sowie Privatpersonen oder Firmen. Das LAG-Büro leitet den Antrag ans Umweltministerium in Saarbrücken weiter, das wiederum über die Förderfähigkeit des Projektes befindet. Sollte eine Förderung gewährt werden, geht diese später vom Land direkt an den Antragssteller - "gegen Verwendungsnachweis, die Projektkosten müssen also vorfinanziert werden", erläutert Peter Wilhelm von der Kreisverwaltung, ebenfalls im Vorstand des Trägervereins.

Der sehr weit gefasste Katalog von Themenfeldern ermöglicht es, dass eine sehr große Zahl von Projekten mit unterschiedlichsten Ansätzen gefördert werden kann. Zentrale Themenfelder sind: Natur und Umweltschutz, Tourismus, regionale Wirtschaft, Land- und Forstwirtschaft sowie Obst- und Weinanbau, Dorf- und Stadtentwicklung , Kinderbetreuung und Bildung sowie Gesundheits- und Pflegeversorgung. Wer aber jetzt schon Projektideen entwickelt hat, muss sich noch ein klein wenig gedulden, betont Janet Jung: "Wir bekommen voraussichtlich im Mai die Anerkennungsurkunde überreicht, erst ab dann kann eine Förderung gewährt werden."

Weitere Informationen zu Leader und zu Möglichkeiten der Förderung bei Janet Jung, Gesellschaft für Infrastruktur und Beschäftigung beim Landkreis, Bahnhofstraße 27, Merzig , Tel. (0 68 61) 8 04 63, Fax (0 68 61) 8 02 94 57, E-Mail: j.jung@merzig-wadern.de

Zum Thema:

HintergrundDer Programmname Leader steht für die Verbindung von Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft. Die Abkürzung kommt von dem entsprechenden französischen Begriff "Liaison entre actions de développement de l'économie rurale". Mit dem Leader-Förderprogramm unterstützt die Europäische Union seit 1991 modellhaft innovative Projekte im ländlichen Raum. red