"Wir proben oft im Schlafanzug"

Ballern. Sie haben sich gefunden, Jörg Altmeier und Ulrike Weller - musikalisch wie privat. Zusammen bilden sie nicht nur die Band Chapeau Noir, sondern auch ein frisch verheiratetes Liebespaar. Beide verbindet vor allem eines: die Liebe zur Musik

Ballern. Sie haben sich gefunden, Jörg Altmeier und Ulrike Weller - musikalisch wie privat. Zusammen bilden sie nicht nur die Band Chapeau Noir, sondern auch ein frisch verheiratetes Liebespaar. Beide verbindet vor allem eines: die Liebe zur Musik. Das spürt man bei jedem ihrer Auftritte, die oft alles andere als alltäglich sind: Altmeier kann gleichzeitig Piano, Hammond-Orgel und Fußbass spielen, Weller zugleich singen und Schlagzeug spielen. Letzteres findet sogar ihr Mann ungewöhnlich: "Das geht eigentlich gar nicht", schmunzelt er. Es geht eben doch - so braucht das perfekte Team nur sich selbst, um eine Band zu bilden.Es hat lange gedauert, bis sich die beiden gefunden haben. Die heute 48-jährige Weller stammt gebürtig aus Ballern und hat schon als junge Frau Musik gemacht. Bis 1983 war sie Mitglied der Band Nightingale, die bis heute existiert. Dann kehrte Weller der Musik den Rücken und konzentrierte sich in den folgenden 23 Jahren auf ihre Rolle als zweifache Mutter und ihren Job als Heilpraktikerin.Doch dann packte Weller wieder ihre alte Leidenschaft für das Musizieren. Sie wollte wieder singen. Ein Freund vermittelte sie an Jörg Altmeier weiter. "Zuerst gefielen wir uns musikalisch", sagt Weller, zwei Monate später habe es auch darüber hinaus gefunkt. Vor zwei Wochen heirateten die beiden schließlich.Der heute 46-jährige Altmeier hat sein Leben lang mit der Musik sein Geld verdient: Die meiste Zeit war er in diversen Musikgeschäften im Saarland angestellt, zwischenzeitlich war er auch freischaffender Musiker. Nach eigenen Angaben ist er Autodidakt und hatte in seinem Leben so gut wie keinen Musikunterricht. "Er spielt aus dem Bauch heraus", sagt seine Ehefrau bewundernd. Sie dagegen habe vieles mühsam erlernen müssen. "Nur den Swing habe ich im Blut."Die beiden lieben, was sie tun. Und das honoriert auch das Publikum: Die Nachfrage nach Auftritten von Chapeau Noir ist groß, sagen die beiden. Weller und Altmeier spielen zum Beispiel bei Volksfesten, Hochzeiten, Privat- oder Firmenfeiern. Das Erfolgsgeheimnis: "Man braucht ein Gespür dafür, was das Publikum gerade hören will", sagt Altmeier. Dazu müsse man sich aus einer großen Bandbreite an Stücken bedienen können. So beherrschen die beiden Hunderte Stücke aus den Bereichen Swing, Jazz, Chanson und populärer Tanzmusik.Die beiden sind inzwischen auch über die Region hinaus bekannt, traten zum Beispiel schon in Nizza und Österreich auf. Doch Ballern ist und bleibt ihre Heimat: "Wir sind sehr froh, hier leben zu dürfen", sagt Altmeier, "Merzig-Ballern liegt sehr zentral, was die Lebenskultur angeht". Das beziehe sich nicht nur auf die schöne Landschaft: "Man kann sich hier auch musikalisch sehr gut bewegen", ergänzt Weller.Sie ist weiterhin als Heilpraktikerin tätig und ist in Perl an einer Gemeinschaftspraxis beteiligt. Altmeier konzentriert sich dagegen mittlerweile wieder ganz auf das Musizieren und ist auch als Solokünstler unterwegs.Trotz vieler Auftritte und Wellers Tätigkeit als Heilpraktikerin: Gestresst sind die beiden nie. "Wir proben meist sehr spontan, wenn wir gerade Lust haben", sagt Weller. Das sei oft auch nachts oder am frühen Morgen. "Oft spielen wir im Schlafanzug", erzählt Weller lachend.www.chapeau-noir.dewww.altmeier.de