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„Wir brauchen mehr Güte in der Welt“

„Wir brauchen mehr Güte in der Welt“

Merzig kennt ihn schon: Vor zwei Jahren sah man die Aufführung seines Musicals „Z – The Muscial of Zorro“ in der Stadthalle. Nun ist der amerikanische Autor Robert W. Cabell mit der Weltpremiere seines Weihnachtsmusicals „Die 12 Weihnachtstage“ zurück. Im Interview mit der SZ spricht der ehemalige Broadway-Produzent über Merzig, Weihnachten und einen Prinzen.

Herr Cabell, was ist das Besondere an Merzig, dass Sie ein Musical für diese Stadt geschrieben haben?

Robert Cabell: Der Grund heißt Christa Kaspar-Hort, die Produzentin und Leiterin des Merziger Musical-Ensembles. Sie hat eine so starke und furchtlose Art, Regie zu führen. Als ich vor zwei Jahren zum ersten Mal in Merzig war, um die Aufführung meines Musicals "Z - The Musical of Zorro" zu sehen, war ich überwältigt. Die Produktion war so professionell, die Darsteller so überzeugend, dass man das Stück am Broadway hätte aufführen können.

Was hat Sie dazu inspiriert, Ihr erstes Weihnachtsmusical zu schreiben?

Cabell: Christa hat mich ganz einfach gefragt. Vor fast genau einem Jahr rief sie mich an. Ich war an dem Abend auf einer Weihnachtsfeier in Berlin. Sie fragte, ob ich schon mal darüber nachgedacht hätte, ein Weihnachtsmusical zu schreiben. Nein, hatte ich nicht. Vielleicht hat mich die vorweihnachtliche Umgebung inspiriert. Jedenfalls habe ich sofort zugesagt. Und ich sagte ihr, sie habe freie Hand, das Stück völlig frei zu interpretieren. Denn ich wusste, ich würde dieses Stück mit ihrem großen, theatralischen Stil und der Besetzung von Zorro vor Augen schreiben.

Prinz Mario-Max zu Schaumburg-Lippe wird die männliche Hauptrolle in dem Stück spielen. Was denken Sie darüber?

Cabell: Max ist ein alter Freund von mir. Wir sind "Der Prinz und der Dichter". Ich habe ihn vor Jahren in meinem Wohnzimmer kennengelernt. Damals habe ich noch jedes Jahr ein rauschendes Fest zu Weihnachten ausgerichtet. Eine gemeinsame Freundin, die ich an diesem Abend eingeladen hatte, brachte ihn einfach mit. Sie hatte ihm von meiner Party erzählt, und er wollte mich unbedingt persönlich kennenlernen. Er kannte meinen Namen bereits aus seinem Plattenschrank, von dem CD-Cover von "Z - The Musical of Zorro". Seit diesem Abend sind wir die besten Freunde. Max ist ein regelrechtes Arbeitstier. Es ist eine Freude, mit ihm zu arbeiten. Ich habe noch nie jemanden kennengelernt, der so ehrgeizig ist und dabei immer lächelt. Sein Lachen ist echt - und er schenkt es nicht nur den Kameras.

"Die 12 Weihnachtstage " basiert auf einem bekannten englischen Weihnachtslied für Kinder. Was verbinden Sie mit Weihnachten ?

Cabell: Ich war noch nie ein Fan der Kommerzialisierung von Weihnachten . An Weihnachten sollte es um Güte und Warmherzigkeit gehen. Davon handelt auch das Musical. Wir brauchen mehr Güte in der Welt. Für diejenigen, die wir lieben, aber auch für Nachbarn, Fremde und für Menschen in Not. Wir sollten jeden Tag Freundlichkeit zeigen. Das ist meine Botschaft an das Publikum und der Grund, warum das Stück mit dem Lied "Spür' Weihnachten in Dir" endet. Wenn die Menschen nach der Show den Saal verlassen, hoffe ich, dass sie ein geruhsames, friedliches Weihnachtsfest haben werden. Bei Zorro ging es um das Gleiche: um Menschen, Liebe und Geselligkeit. Diese Dinge sind wie Wasser und Luft. Sie sollten für jeden da sein.

Das Stück "Die 12 Weihnachtstage " wird am Donnerstag, 3. Dezember, und Samstag, 5. Dezember, in der Stadthalle aufgeführt. Karten gibt es im Vorverkauf in allen Ticket-Regional Vorverkaufsstellen, unter Tel. (0 68 61) 9 36 70 oder im Internet unter www.villa-fuchs.de .

Freut sich auf die Inszenierung der "12 Weihnachtstage " in Merzig: der amerikanische Autor und Stückeschreiber Robert W. Cabell. Morgen ist Premiere in der Stadthalle. Foto: Villa Fuchs

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Zur PersonRobert W. Cabell wurde 1955 in Eugene (Oregon) geboren und lebte von 1990 bis 2012 in New York. Hier arbeitete er in der Unterhaltungsindustrie für Time Warner , HBO, Spelling International, Columbia Pictures und The New York Post. Er schrieb Theaterstücke, Musicals , Romane sowie diverse Zeitungsbeiträge. Gegenwärtig lebt Robert W. Cabell in Seattle. red