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Wieder mittendrin im Schlamassel

Wieder mittendrin im Schlamassel

Heimschlappe im Abstiegskampf: Handball-Saarlandligist TuS Brotdorf fiel nach der 29:34-Niederlage gegen die HG Saarlouis II auf den vorletzten Tabellenplatz zurück. Jetzt wird es für die Wombats wieder richtig eng.

Thomas Schmitt machte am Sonntagabend aus seinem Frust keinen Hehl: "Wir wollten den Aufwind der vergangenen Wochen nutzen und vor vollen Rängen wichtige Punkte sichern. Es gelang uns leider nicht", kommentierte der Trainer des TuS Brotdorf die schwache Leistung seiner Mannschaft am 20. Spieltag der Handball-Saarlandliga. Die 29:34 (14:18)-Schlappe gegen die HG Saarlouis II tat weh, denn sie stoppte den Aufwärtstrend des Abstiegskandidaten und sorgte nach zwei Siegen in Folge in der Seffersbachhalle für einen herben Dämpfer: Im 14er-Feld stürzten die Wombats vom zwölften auf den vorletzten Rang zurück und landeten hart auf dem Boden der Realität.

Sechs Spieltage vor Schluss hat sich der Kampf um den Klassenverbleib zugespitzt. "Das war ein Rückschlag, den wir schnell verdauen und wegstecken müssen", meinte Kreisläufer Michael Oehm, der vor rund 200 Zuschauern noch einer der besten TuS-Spieler war. Bereits in der Anfangsphase hinkten die Gastgeber dem Tabellensiebten stets hinterher: 0:1, 1:3, 4:7 (10.). "Wir haben die Abwehr nicht stabilisieren können und zu viele Fehler gemacht", stellte Oehm selbstkritisch fest. Mehrfach durchbrach HG-Spielertrainer Daniel Altmeyer den löchrigen Deckungsverband, spielte dabei seine Zweitliga-Erfahrung aus und traf nach Belieben, insgesamt acht Mal.

Im TuS-Angriff mühten sich Ralf Kreibig und Christian Leinen und sorgten mit ihren Toren dafür, dass ihr Team zwischenzeitlich ausglich (7:7, 9:9). Zur Pause lag die Heimmannschaft dennoch klar mit 14:18 zurück. Schuld war die Defensive. "Wir waren einfach nicht bissig genug", stöhnte Oehm, der in der 37. Minute zum 18:20 verkürzte. Doch das Hoch hielt nicht lange. Fünf Minuten später lag der TuS sogar mit sechs Toren hinten (20:26), kämpfte sich erneut auf 26:28 (48.) heran und musste Saarlouis dann endgültig ziehen lassen. "Wir hätten die Wende schaffen können, wenn wir nicht so viele klare Chancen vergeben hätten", ärgerte sich Thomas Schmitt über die miese Trefferquote und fünf verworfene Siebenmeter. "Wir haben in den entscheidenden Phasen einfach den Kopf verloren", haderte Oehm.

Der Sprung aus dem Tabellenkeller gelang also nicht, der Rückstand zum sicheren Rang elf beträgt aber weiterhin nur einen Punkt. In sechs Spielen kann und muss Brotdorf (14:26 Punkte) noch Zählbares sammeln, um dem Abstiegsgespenst von der Schippe zu springen. Bei vier Heimspielen und mit großer Fan-Kulisse im Rücken sollte dies machbar sein. "Wir müssen diese Schlappe abhaken und gemeinsam nach vorne schauen. Abstiegskampf kennt keine Helden", sagt Oehm und beschwört den Teamgeist: "Wir können es nur als Mannschaft schaffen."

Die Tore für den TuS Brotdorf: Ralf Kreibig 6, Christian Leinen 6/4, Timm Reinert 4/1, Marvin Hoff 3, Nikolas Jung 3, Lucian Scheid 2, Michael Oehm 2, Matthias Böhm 2/1, Elias Ebert 1.