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Wie Wadern, Merzig und Losheim auf die Corona-Krise reagieren

Kostenpflichtiger Inhalt: Merzig/Wadern/Losheim : Merziger Bad schließt ab Samstag

Der Zugang zu Rathäusern wird eingeschränkt, Hallen und Bürgerhäuser in Merzig dicht gemacht: Die Corona-Krise führt zu drastischen Maßnahmen in mehreren Kommunen.

Am Freitag haben sich die Bürgermeister der beiden Kreisstädte Merzig und Wadern, Marcus Hoffeld und Jochen Kuttler, sowie ihr Losheimer Amtskollege Helmut Harth an die Bevölkerung gewandt und zu den jüngsten Entwicklungen und Schritten in der Corona-Krise Stellung bezogen. Für Waderns Rathauschef Kuttler „ein heikles Thema, weil der Grat zwischen Panikmache und berechtigter Sorge recht schmal ist“, wie er einräumt. Dennoch müsse man der weiteren Ausbreitung des Virus, das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) den wissenschaftlichen Namen Sars-CoV-2 (Severe Acute Respiratory Syndrome-Coronavirus-2) bekam, entgegenwirken.

Um die Bemühungen, die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, zu unterstützen, untersage die Stadt Wadern im gesamten Stadtgebiet alle öffentlichen Veranstaltungen in geschlossenen Räumlichkeiten, die grundsätzlich für jedermann frei zugänglich sind und öffentlich beworben wurden, oder sonstige risikobehafteten Veranstaltungen. Kuttler: „Genauso verfahren auch die anderen Kommunen im Landkreis Merzig-Wadern.“ Dies war das Ergebnis eines Krisentreffens am Mittwoch, an dem die Verwaltungschefs aller Kreiskommunen, die Leiter ihrer Ortspolizeibehörden sowie Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich und Mitarbeiter des Kreis-Gesundheitsamtes teilgenommen hatten. Als weiteren Schritt kündigte der Waderner Bürgermeister Zugangsbeschränkungen für das Rathaus an: „Termine müssen telefonisch abgestimmt sein und sollen auf ein Minimum reduziert werden. Wir sind auch auf noch drastischere Maßnahmen vorbereitet.“ Mit den Nachbarkommunen sei eine Übernahme von Kerndienstleistungen im Falle eines Falles abgesprochen, eine Verlegung des Sitzes der Kernverwaltung sei ebenfalls machbar. Home-Office sei angeordnet. Und: „Die städtischen Gremien tagen ab sofort in der Herbert-Klein-Halle, um einen möglichst großen Abstand zwischen den Ratsmitgliedern wahren zu können.“

Die Stadt Merzig wird im Zuge der Corona-Prävention das Freizeit- und Gesundheitsbad in der Saarwiesen ab diesem Samstag bis zum 26. April schließen. Das kündigte Bürgermeister Marcus Hoffeld am Freitag an. „Dieser Zeitraum wird für Revisions- sowie Sanierungsmaßnahmen genutzt, die eigentlich erst im Laufe des Jahres hätten durchgeführt werden sollen“, erklärte Hoffeld. Weiterhin würden die städtischen Bürgerhäuser und Sporthallen ab Montag, 16. März, zur Nutzung nicht mehr zur Verfügung stehen. Dies gilt nach den Worten Hoffelds voraussichtlich bis 26. April und betrifft auch jeglichen Vereinssport, der in diesen Räumlichkeiten durchgeführt wird. „Ebenso bleiben ab Montag, 16. März, die Stadtbibliothek, das Kulturbüro sowie die Tourist-Info bis auf Weiteres für den Publikumsverkehr geschlossen und sind lediglich per Telefon oder per Mail erreichbar“, führte Hoffeld weiter aus. Wie in Wadern werde auch in Merzig das Rathaus nur noch eingeschränkt erreichbar sein. „Der Einlass in das Rathaus wird ab Montag lediglich über den barrierefreien Eingang über den Rathausinnenhof durch Eingangskontrollen erfolgen.“ Bürger sollten die Dienste der Verwaltung nur bei dringenden, unaufschiebbaren Anliegen in Anspruch nehmen und vorher einen Termin mit dem jeweiligen Sachbearbeiter vereinbaren unter Tel. (0 68 61) 85 0. Die Stadt habe zudem eine Hotline eingerichtet für dringende Fragen zum Thema Corona. Diese ist auch am Wochenende zwischen 8 und 16 Uhr erreichbar unter Tel. (0 68 61) 8 53 27. Abschließend betonte Hoffeld: „Vorsicht ist das Gebot der Stunde!“

„Ich appelliere an alle Mitbürger, in den kommenden Tagen und Wochen nur an absolut notwendigen Zusammenkünften teilzunehmen“, erklärte der Losheimer Rathauschef Helmut Harth. Es gehe nicht darum, angesichts der aktuellen Infektionszahlen in Panik zu verfallen oder in die Privatsphäre des Einzelnen einzugreifen, so Harth. „Wir möchten in dieser Zeit ein Zeichen als Solidargesellschaft setzen und durch unsere präventiven Maßnahmen jene Menschen vor einem erhöhten Infektionsrisiko schützen, die aufgrund von Vorerkrankungen oder anderen körperlichen Voraussetzungen zu einer besonders gefährdeten Gruppe zählen.“ Die Gemeinde verzichte dementsprechend bis Ende April auf alle öffentlichen Veranstaltungen. Harth: „Unter anderem müssen wir die gemeindeeigenen Veranstaltungen Frühlingserwachen sowie den regionalen Genussmarkt Cirque des Gourmets absagen.“ Beide Veranstaltungen würden auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Darüber hinaus seien jedoch auch viele andere Veranstaltungen in Losheim am See betroffen, sagte Harth.