Wie Honzrather das "Freihjoher" betrachten

Wie Honzrather das "Freihjoher" betrachten

Honzrath. Die jährlichen Mundartnachmittage des Heimatvereins Honzrath erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Dies zeigte wiederum der gute Besuch der Veranstaltung am Sonntag in der Mehrzweckhalle, über den sich Herbert Engstler als Leiter der Mundartgruppe und Werner Reinert als Vereinsvorsitzender freuten. "Mir we'llen uus haut mert dem Thema 'Freihjoher' beschäftigen

Honzrath. Die jährlichen Mundartnachmittage des Heimatvereins Honzrath erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Dies zeigte wiederum der gute Besuch der Veranstaltung am Sonntag in der Mehrzweckhalle, über den sich Herbert Engstler als Leiter der Mundartgruppe und Werner Reinert als Vereinsvorsitzender freuten. "Mir we'llen uus haut mert dem Thema 'Freihjoher' beschäftigen. De Daa sern nommol länger, de Viel'cher peifen. Mer är'sen Bettseicher, om et Blou'd en Wallung se bri'ngen", meinte Reinert und versprach eine gute Unterhaltung.Diese wurde dann, nachdem man sich bei Kaffee und Kuchen gestärkt hatte, am laufenden Band geboten. Werner Schäfer trug zur Eröffnung des "Honzer Liedes" (einst von Lehrer Hans Konter getextet) vor. Werner Reinert brachte das von ihm in Honzer Platt übersetzte Gedicht des Lothringers Jean-Louis Kieffer "Fre'íhjoer komm". Mit aussterbenden Traditionen, so auch der Bedeutung kirchlicher Feiertage im Frühling auf dem Land, befasste sich unter anderem Rosemarie Lehnen in ihrem Beitrag "Fre'ihrjoersgedanken". Bauernregeln und -weisheiten präsentierte die Mundartgruppe.

Erlebnisse zur Hexennacht

Werner Reinert erinnerte daran, was früher im Dorf in der "Hexennacht" angestellt wurde und meinte: "Alles watt net niet- und nagelfeschd wor, han de Jongen furtgeschlei'ft". Auch die Mundartgruppe rief Erinnerungen an den Mai wach, so Helga Scholtes ebenfalls über ihre Erlebnisse in der Hexennacht, Herbert Engstler über seine Teilnahme an Maitouren, Mia Klassen über den Muttertag und Winfried Lauer über die Frühjahrsarbeit im Garten. Gemeinsam wurde dann das alte Volkslied "Der Mai ist gekommen" gesungen, ehe Helga Scholtes und Winfried Lauer das Kalkhüttenlied erklingen ließen.

Das von Pfarrer Clotten gedichtete "Haustadter Lied" brachte Werner Schäfer zu Beginn des zweiten Teils, in den der Nachbarort thematisch und personell eingebunden war, zu Gehör.

Werner Reinert sowie Margot Seiwert und Albert Henz vom Kultur- und Heimatverein Haustadt fanden in einem Gespräch heraus, dass der Dialekt der beiden zu einer Pfarrei gehörenden Orte, deren Bewohner sich von jeher aber gerne gegenseitig sticheln, fast identisch ist. Als "Luis on Jäb" gaben Seiwert und Henz in ihrer Sproch einiges zum Besten. Da am Sonntag "Welt-Lachtag" war, hatte der Heimatverein die zween alten Honzer "Jupp und Karl" (Johannes Lauer und Joachim Roth) off de Biehn geholl. Sie schossen wahre Lachsalven ab, wobei Seitenhiebe auf die Hauschder No'pern nicht fehlten. Mit seinem Lied "Honzert, dau mein Heimat" schloss Werner Schäfer den schönen Nachmittag.