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Wie die Sparkasse Merzig-Wadern ihre internen Abläufe im Zuge von Corona umstellte

Merzig : Pause machen am besten draußen

Wie die Corona-Pandemie zeitweilig den Arbeitsalltag vieler Sparkassen-Mitarbeiter veränderte.

Es waren herausfordernde Wochen, seit Anfang März die Corona-Pandemie auch unseren Landkreis erreicht hat. Wie die Sparkasse Merzig-Wadern mit der besonderen Situation in Zusammenhang mit der Virus-Epidemie und den weitreichenden Maßnahmen zu deren Eindämmung umgegangen ist, dazu nahmen die Bankvorstände Frank Jakobs und Wolfgang Fritz sowie mit Michael Gillenberg (Personalreferent) und Peter Adam (Assistent Geschäftsführung) weitere Führungskräfte des Geldinstituts gegenüber unserer Redaktion Stellung.

Die Sparkasse musste auf die Corona-Ausbreitung gleich in mehrfacher Hinsicht reagieren, verdeutlichten Jakobs und Fritz: Zum einen nach innen, gegenüber der Belegschaft, die durch ein umfassendes Bündel von Schutzmaßnahmen auf die neuen Gegebenheiten einzustellen war. Aber auch und vor allem nach außen – denn die Sparkasse war auch zu jenen Zeiten, als das sonstige Geschäfts- und Wirtschaftsleben in der Region nahezu stillstand, weiter systemrelevant und hatte die zentrale Aufgabe, für eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Bargeld zu sorgen. Wobei die Menschen im Kreis sich nach Einschätzung von Vorstandschef Jakobs besonnen mit der Corona-Krise umgegangen sind: „Wir haben Tag für Tag das Kundenverhalten geprüft und haben nachgeschaut, wie oft wird wie viel Geld abgehoben?“, sagt Jakobs. Aber anders als bei bestimmten Alltagsgegenständen habe man hier keinen Trend feststellen können, dass Kunden im Verlaufe der Pandemie in zunehmendem Maße Geld horten.

Im eigenen Haus war in den ersten Wochen der Pandemie und mit den daraus resultierenden Beschränkungen eine ständige Kommunikation das Gebot der Stunde. Personalreferent Michael Gillenberg listete auf, wie die Sparkasse ihre betrieblichen Abläufe umstellte: „Am 2. März wurden die Mitarbeiter erstmals über die wichtigsten Punkte zum Coronavirus und über präventive Maßnahmen oder Verhaltensweisen informiert, dies geschieht auch heute noch regelmäßig.“ Auch der Vorstand wandte sich mehrfach mit Betriebsmitteilungen an die gesamte Belegschaft. „Die Mitarbeiter sollen fühlen, dass man sich in dieser besonderen Situation um sie kümmert und auch entsprechende Schutzmaßnahmen ständig überprüft“, betonte Frank Jakobs. Nach seinem Eindruck sei der Austausch mit der Mitarbeiterschaft in diesen Wochen so intensiv gewesen wie selten zuvor. Dies habe sich aber  ausgezahlt: „Unsere Mitarbeiter haben im Angesicht der Corona-Situation ein äußerst diszipliniertes und besonnenes Verhalten an den Tag gelegt – das war wirklich vorbildlich.“ Es gebe bis zum heutigen Tag keine bekannten Fälle einer Corona-Infektion innerhalb der Belegschaft. Es gab einige besondere Regelungen im Zuge der Corona-Beschränkungen: Mitarbeiter, die Kinder zu betreuen hatten und sich auf die kurzfristig geschlossenen Schulen und Kitas einstellen mussten, konnten bis zu drei Tagen zusätzlich bei weiter laufenden Bezügen vom Dienst frei gestellt werden. Auch die geschlossenen Grenzen erforderten spezielle Maßnahmen: Das Geld­institut stellte Beschäftigte, die von Frankreich her zur Arbeit pendelten, für 14 Tage bei voller Bezahlung von der Arbeit frei, anschließend wurden für die Betroffenen (laut Jakobs zwei Fälle) die Möglichkeiten geschaffen, dass sie von zu Hause aus weiter arbeiten konnten. Werdenden Mütter unter den Sparkassen-Beschäftigten wurde eine bezahlte Freistellung von der Arbeit angeboten.

Corona veränderte auch den Arbeitsalltag für die mehr als 350 Mitarbeiter der Sparkasse: „Die Mitarbeiter wurden aufgefordert, die Sozialräume nur noch zur Versorgung mit Kalt- oder Heißgetränken zu nutzen und die Pausen am Arbeitsplatz oder draußen an der frischen Luft zu verbringen“, erläuterte Personalreferent Michael Gillenberg. Besprechungen wurden nur noch bei absoluter Dringlichkeit in Präsenzform durchgeführt, wobei auch hier auf genügend Abstand der Teilnehmer untereinander und die Einhaltung der bekannten Schutzmaßnahmen Wert gelegt worden sei.

Auch für die Kunden gab es vorübergehend spürbare Veränderungen: Als präventive Maßnahme wurde vom 23. März bis 4. Mai der reguläre Schalterbetrieb in den meisten Filialen eingestellt. Die größeren Finanz-Center in zentralen Orten aller Kreis-Kommunen waren allerdings während der gesamten Zeit zu den üblichen Servicezeiten unter erhöhten Schutzmaßnahmen wie Plexiglas-Abtrennungen und Abstandsmarkierungen geöffnet. „Zu jeder Zeit waren die Filialen personell für telefonische oder elektronische Anfragen oder wichtige Präsenzberatungstermine besetzt“, betonte Gillenberg. Auch die Mobile Filiale (Sparkassenbus) blieb in dieser Zeit gemäß dem gewohnten Fahrplan im Einsatz.