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Wie der DRK-Ortsverein Merchingen einen Blutspendetermin unter Coronaschutz-Bedingungen organisierte

Merchingen : Leben retten mit Abstand und Maske

Blutspenden werden auch und gerade in Zeiten von Corona benötigt. Doch bei den Terminen läuft alles ein wenig anders ab als sonst.

Blutspenden ist zur Rettung von Menschenleben sehr wichtig, auch oder ganz besonders in der derzeitigen von der Corona-Pandemie geprägten Zeit. In dieser ist es aber nicht leicht, unter den Schutzvorgaben Spendentermine zu organisieren und durchzuführen.

Doch der sehr aktive und unter anderem seit nunmehr 53 Jahren als Ausrichter von jährlich mehrfachen Blutspendeterminen erfahrene DRK-Ortsverein Merchingen meisterte kürzlich wieder mit Bravour diese Aufgabe, wie bereits im August. Während die beiden ersten diesjährigen Spendetermine noch wie gewohnt im Merziger Berufsbildungszentrum über die Bühne gehen konnten, war man damals bereits in die Ernst-Thiel-Sporthalle ausgewichen, da diese die räumlichen Voraussetzungen bietet, um die Abstandsregeln einzuhalten. Ebenso wurde die eigene Mannschaft auf zwölf DRK-Helfer reduziert. „Es sollen jetzt so wenig wie möglich anwesend sein“, erklärte die Blutspendenbeauftragte des DRK Merchingen, Aga Krier. Ferner waren zwei Ärzte und sechs Mitarbeiter der Blutspendezentrale Rheinland-Pfalz/Saarland, darunter deren Blutspendenreferent Christoph Ernwein, gekommen.

Dieser zeigte sich erfreut, dass auch in Coronazeiten die Termine gut besucht werden. „Wir können dabei auch viele junge Erstspender begrüßen, die dann meist zu Stammspendern werden“, betonte er und wies auf den notwendigen großen Vorrat an Blutkonserven in der Zentrale zur Versorgung der Krankenhäuser hin. Daher ist die Zentrale sehr bemüht und dankbar, dass auch in der derzeitigen Situation die DRK-Ortsvereine, wie jetzt wieder der Merchinger, die geplanten Spendetermine zur Blutgewinnung durchführen. Dazu sagte deren Beauftragte Krier: „Wir sind ein eingespieltes Team und in der Regel wie eine große Familie. Derzeit arbeiten wir mit vorheriger Terminreservierung. Durch die damit festgelegten Uhrzeiten und die Hallengröße entstehen so für die Spender keine Warteschlangen mehr. Viele von ihnen sind Stammspender. Wir sind aber auch immer wieder auf der Suche nach Erstspendern und dankbar, wenn diese den Weg zu uns finden.“

Dieser war in der großen Sporthalle mit Hinweispfeilen und Abstandslinien bestens markiert. Auch die Temperaturmessung, die nicht über 37,5 Grad ergeben durfte, und Desinfektion der Mund- und Nasenschutz tragenden Spender, die an weit auseinander aufgestellten Stehtischen ihre Fragebogen ausfüllen konnten, verlief reibungslos. Nachdem die Spenderinnen und Spender auf den in der zweiten Hälfte der abgetrennten Halle aufgestellten Liegen Platz genommen haben, wurden sie an die Entnahmegeräte angeschlossen. „Der Blutfluss dauert dann etwa fünf bis acht Minuten. Spätestens nach einer Viertelstunde geht automatisch die Klemme zu“, erläutert eine Mitarbeiterin der Spendezentrale.

Die Personen sollen nach ihrer Aussage vorher genug getrunken und eine Stunde zuvor was gegessen haben. Dass es jemand schlecht wird, passiert, wie sie weiter ausführt, selten, kann aber vorkommen, wenn bei der erstmaligen Spende das Kopfkino einsetzt oder zu wenig getrunken wurde.

Zu dem jetzigen Spendetermin kamen 135 Frauen und Männer, was erfreulich war. „Die drei Schutzregeln Abstand-Maske-Hygiene wurden heute strikt eingehalten. Leider konnten wir jedoch die Spender anschließend nicht mehr wie früher mit Kaffee, Kuchen, Schnittchen oder anderem zur Stärkung bewirten. Stattdessen haben wir vor dem Verlassen der Halle Lunchpakete als kleine Anerkennung und Dank ausgegeben“, berichtet Aga Krier, deren Ehemann Sebastian als Vorsitzender des DRK Merchingen natürlich wie immer ebenfalls als Helfer mit von der Partie war. „Wir hoffen aber, dass alles wieder anders wird“, blicken sie sehnsüchtig nach vorne.

Informationen zur Blutspende und weitere Termine finden sich im Internet.

www.blutspendedienst-west.de