Werden aus 17 Stadtteilen 8?

„Merzig 2019“, so soll ein Papier überschrieben sein, das aktuell in der Kommunalpolitik der Kreisstadt diskutiert wird – allerdings hinter verschlossenen Türen. Darin soll unter anderem über eine Neugliederung der Stadtteile nachgedacht werden.

Es gibt offensichtlich Pläne, den Zuschnitt der heute 17 Stadtteile zu verändern. Hintergrund ist die beabsichtigte Einsparung von Ausgaben. Alle 17 Stadtteile sollen dem Vernehmen nach auch künftig selbstständig sein. Es ist jedoch eine Aufteilung in acht Stadtbezirke angedacht (Modell "8 aus 17"). Das bedeutet, einige Stadtteile sollen enger kooperieren. Bürgermeister Marcus Hoffeld bestätigte gestern auf SZ-Anfrage nur die Einrichtung einer Arbeitsgruppe "Haushaltskonsolidierung ". Dieser gehören neben ihm und leitenden Verwaltungsmitarbeitern Mitglieder aller im Merziger Stadtrat vertretenen Fraktionen an, erklärte der Verwaltungschef.

"Vor dem Hintergrund der angespannten sowie schwierigen Haushaltssituation und im Hinblick auf den demografischen Wandel und dessen bekannte Begleiterscheinungen", schreibt Hoffeld weiter, "sei Aufgabe dieser Arbeitsgruppe, Vorschläge zu erarbeiten, um die Kreisstadt Merzig im Sinne ihrer Bürger fit für die Zukunft zu machen".

"Wie alle saarländischen Kommunen steht auch Merzig vor großen Herausforderungen", erklärt Hoffeld. "Wir müssen finanziell umdenken und die Weichen richtig stellen. Alles andere wäre fahrlässig und verantwortungslos gegenüber den Merzigern, insbesondere gegenüber unseren nachfolgenden Generationen", so der Bürgermeister. Hoffeld verweist an dieser Stelle beispielhaft auf den Sanierungsstau bei städtischen Gebäuden sowie dringend notwendige Investitionen in das Kanalsystem. Trotz der vielfältigen Aufgaben werde der finanzielle Spielraum immer kleiner. "So wie in der Vergangenheit kann es aus finanziellen Gründen nicht weitergehen", betont Hoffeld.

Aus diesem Grunde seien alle Ämter beauftragt worden, für ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereich zukunftsfähige Ideen zu entwickeln. Auf dieser Basis wurden in den vergangenen Wochen innerhalb der Arbeitsgruppe mögliche Wege und Konzepte diskutiert. Die städtische Infrastruktur stellt ebenfalls einen Baustein im Rahmen dieser Diskussion dar. Innerhalb der Fraktionen werden derzeit konkrete Vorschläge und Überlegungen diskutiert. Sobald dieser Willensbildungsprozess abgeschlossen ist, soll auch die Bevölkerung mit eingebunden werden. "Die Kreisstadt Merzig und ihre Stadtteile müssen auch in finanziell schwierigen Zeiten attraktiv und lebenswert bleiben und sich insgesamt erfolgreich weiterentwickeln", so die Zielsetzung des Bürgermeisters. "Dies sind wir unseren Bürgern schuldig", unterstreicht Hoffeld abschließend.

Wie die SZ erfahren hat, soll das Modell "8 aus 17" angeblich vorsehen, dass zumindest 13 Stadtteile zu vier neuen Stadtbezirken zusammengelegt werden sollen. Nur Merzig , Besserigen, Brotdorf und Merchingen bleiben unangetastet. Innenminister Bouillon, der ja aktuell für interkommunale Zusammenarbeit wirbt, dürften solche Pläne freuen. Vielleicht sollen sie auch zunächst mit ihm abgestimmt werden, was die Zurückhaltung seitens der Verwaltung erklären würde. Wie man aus dem politischen Raum in Merzig andeutungsweise hören kann, ist der Umstand, dass es bei den Bemühungen zur Haushaltskonsolidierung in allen 17 Stadtteilen "keine Tabus" geben soll.